Steinchen im Mosaik, damit Menschen Jesus finden

Eine lächelnde Frau mit kurzen braunen Haaren und Brille, die ein blaugrünes Oberteil trägt, steht im Freien vor einem Hintergrund aus Bäumen.
Schwester Priscilla Kunz

Schwes­ter Pri­scil­la Kunz wur­de als Mis­sio­nars­kind in Tokio gebo­ren und arbei­tet seit 1995 in Japan – aus­ge­sandt von der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on Schweiz. Nach ihrer Aus­bil­dung und Berufs­tä­tig­keit als Ernäh­rungs­be­ra­te­rin in der Schweiz besuch­te sie die Bibel­schu­le der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on und trat in die Schwes­tern­schaft ein. Jetzt ist sie in den Ruhe­stand ein­ge­tre­ten. Im Inter­view blickt sie auf ihre Zeit in Japan zurück.

Du wur­dest als Mis­sio­nars­kind in Tokio gebo­ren und hast mehr als 30 Jah­re lang in Japan gear­bei­tet. Wie schwer oder leicht fällt dir nun dei­ne Rück­kehr in dei­ne ande­re Hei­mat Schweiz?
Ich habe mich auf mei­nen Ruhe­stand in der Schweiz gefreut und konn­te mich schon län­ge­re Zeit dar­auf vor­be­rei­ten. Im Moment fällt es mir nicht schwer, hier zu sein. Trotz­dem wer­de ich Japan immer wie­der ver­mis­sen und Heim­weh nach mei­ner alten Hei­mat haben.

Was war für dich ein High­light in dei­nem Mis­si­ons­dienst in Japan?
Ein Höhe­punkt war, wenn ein Japa­ner oder eine Japa­ne­rin sich für Jesus ent­schie­den hat und getauft wur­de. Für mich war das immer wie ein Mosa­ik. Ich durf­te zusam­men mit ande­ren auch ein Stein­chen im Leben der Men­schen sein, die Jesus gefun­den haben.

Was schätzt du an der japa­ni­schen Kultur?
Die Freund­lich­keit der Japa­ner, das lecke­re Essen und Onsen (hei­ße japa­ni­sche Quellen).

Wenn du auf die 30 Jah­re zurück­schaust: Wofür bist du beson­ders dankbar?
Dass ich so lan­ge dort sein konn­te, dass ich gesund war und bin, dass Gott mich für vie­le Men­schen gebrau­chen konn­te und dass ich die Japa­ner und ihre Kul­tur wirk­lich mag.

Gab es Zei­ten, in denen du ent­mu­tigt warst? Was hat dir dann geholfen?
Nach der Sprach­schu­le war ich in einer klei­nen Gemein­de. Das war eine schwe­re Zeit für mich, weil ich mich ein­sam gefühlt habe. Da hat­te mich eine japa­ni­sche Mit­ar­bei­te­rin immer wie­der neu ermu­tigt, was mir echt gehol­fen hat. Man denkt oft, dass die Mis­sio­na­re kom­men und die Men­schen ermu­ti­gen. Das ist schon auch so, aber es ist abso­lut gegen­sei­tig. Ich habe viel gelernt und selbst viel Ermu­ti­gung erfahren.
Manch­mal war es aber auch ent­mu­ti­gend, wenn Men­schen ein­fach ohne „Vor­war­nung“ aus der Gemein­de weg­blie­ben. Das war schon hart. Man­che kamen aber auch wie­der. Das war dann umso schöner.

Hast du es erlebt, das Gott Türen geöff­net hat, mit denen du nie gerech­net hättest?
Ja. In Chi­kus­ei und Saku­ra­ga­wa habe ich mich bei der Stadt als frei­wil­li­ge Hel­fe­rin ange­mel­det und zum Bei­spiel Mit­tag­essen für allein­ste­hen­de und älte­re Men­schen gekocht. Hier habe ich echt gute Gesprä­che mit Men­schen füh­ren kön­nen, zu denen ich sonst kei­nen Zugang bekom­men hät­te. In Saku­ra­ga­wa haben wir durch den Bau der neu­en Kir­che an einem bes­se­ren Stand­ort erlebt, dass wir als Gemein­de sicht­bar gewor­den sind.

Wel­che Ermu­ti­gung wür­dest du jun­gen Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­ren mitgeben?
Gott hat Zeit. Wir den­ken immer, wir müss­ten schnell vor­wärts gehen. Wir wol­len los­stür­men und was tun. Aber Got­tes Zeit­plan ist manch­mal anders. Zeit in Spra­che und Kul­tur zu inves­tie­ren, lohnt sich. Geduld mit sich selbst und ande­ren zu haben, ist wich­tig. Gott hat auch Geduld mit uns.

Wor­auf freust du dich im Ruhestand?
Ich freue mich dar­auf, Zeit zu haben und mal eine län­ge­re Pha­se an einem Ort woh­nen zu kön­nen. Auch auf mei­ne Gemein­de und mei­ne Kon­tak­te freue ich mich. Außer­dem freue mich auf Aus­flü­ge und Wan­de­run­gen in der wun­der­schö­nen Natur und Berg­welt der Schweiz.

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

dein Feedback zur Webseite.