Pfingstmissionsfest ermutigt zum Glaubensmut

Eine große Menschenmenge versammelt sich bei einem Freiluftfestival in einer kleinen Stadt, die von grünen Hügeln und Gebäuden umgeben ist.
Mehr als 4000 Personen kamen am Pfingstsonntag nach Bad Liebenzell.

BAD LIEBENZELL. In unse­ren Tagen scheint Beson­nen­heit muti­ger zu sein, als zu pola­ri­sie­ren und zu lügen. Mut ist heu­te, Klar­heit nicht ver­mis­sen zu las­sen – sich gegen Extre­me zu stel­len, und gleich­zei­tig selbst das Extrem des Kreu­zes Jesu zu leben. Die­se Ansicht ver­trat Pfar­rer Mat­thi­as Hanß­mann, Vor­sit­zen­der des Evan­ge­li­schen Gemein­schafts­ver­ban­des Würt­tem­berg „die Apis“ beim Pfingst­mis­si­ons­fest der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on. Zu der Ver­an­stal­tung unter dem Mot­to „Glaubens:Mut“ kamen 4.300 Besu­che­rin­nen und Besu­cher in das gro­ße Missionszelt. 

Laut dem Theo­lo­gen ist „Glau­bens­mut“ im tiefs­ten Inne­ren der Mut, Gott alles zu glau­ben, ihm alles zuzu­trau­en und ihm in sei­ner Hin­ga­be zu fol­gen. Jesus ist dabei der Inbe­griff von Mut. Er hat die Angst über­wun­den. Mat­thi­as Hanß­mann zufol­ge ver­bin­det die von Gott geschenk­te Lie­be außer­dem Kraft und Beson­nen­heit. „Beson­nen­heit ist eine Mut-Gabe. Wer heu­te Beson­nen­heit lebt, muss ein muti­ger Mensch sein.“ Der Theo­lo­ge ver­wies auch dar­auf, dass den Chris­ten durch Pfings­ten der Geist der Kraft gege­ben wur­de: „Es ist das Feu­er, die Dyna­mik, die Mög­lich­kei­ten Got­tes, die alles verändern.“

„Inter­kul­tu­rel­le Mis­si­on fin­det nicht mehr nur im Aus­land statt“

Für Mis­si­on braucht es Glau­bens­mut. Das bedeu­tet, sich dar­auf zu ver­las­sen, dass Gott einen ver­sorgt und führt. Dazu gehö­re, „neue Wege zu gehen und Din­ge ein­fach auch mal aus­zu­pro­bie­ren“, sag­te Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz. Das Mis­si­ons­werk erlebt der­zeit an meh­re­ren Orten, wie Men­schen aus ganz unter­schied­li­chen Kul­tu­ren neu mit dem Evan­ge­li­um in Berüh­rung kom­men. In Stutt­gart gab es zuletzt Tau­fen im Rah­men der Life­point Church. Auch die inter­na­tio­na­le Gemein­de in Karls­ru­he wächst kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. Gleich­zei­tig ist unter jun­gen Chi­ne­sen eine neue Offen­heit für den Glau­ben zu beob­ach­ten. In Lud­wigs­burg ent­ste­hen durch die Musik­ar­beit „Lubu Beatz“ ech­te Bezie­hun­gen, es wer­den geist­li­che Gesprä­che geführt und Glau­bens­schrit­te gemacht. „Das zeigt mir: Inter­kul­tu­rel­le Mis­si­on fin­det längst nicht nur ‚irgend­wo im Aus­land‘ statt. Gott wirkt mit­ten in unse­ren Städ­ten – und das mit einer unglaub­li­chen Dynamik.“

Arm­bän­der ermu­ti­gen digital

Dave Jar­setz stell­te auch die Akti­on „Mission3:16“ vor, die sich an dem Wort aus dem Johan­nes-Evan­ge­li­um ori­en­tiert: „Jeder, der an Jesus Chris­tus glaubt, hat das ewi­ge Leben.“ Mit­hil­fe eines Smart­phones und eines Chips in einem NFC-Arm­band gelangt man durch Berüh­ren auf eine Inter­net­sei­te. Die­se bie­tet 16 Wochen bis zum Herbst­mis­si­ons­fest einen Video­clip und zwei Ideen für nied­rig­schwel­li­ge evan­ge­lis­ti­sche Aktio­nen. „Arm­band­trä­ger wer­den ermu­tigt und erhal­ten jede Woche zwei ganz prak­ti­sche Ideen, wie man die bes­te Nach­richt der Welt unkom­pli­ziert in sei­nem All­tag wei­ter­ge­ben kann“, sag­te Dave Jar­setz. Wei­te­re Arm­bän­der sind kos­ten­los über www.liebenzell.org/material erhältlich.

„Wir erle­ben momen­tan eine gro­ße Spannung“

Im ver­gan­ge­nen Jahr erhielt die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on rund 14,7 Mil­lio­nen Euro Spen­den und Ver­mächt­nis­se. Dem stan­den spen­den­fi­nan­zier­te Aus­ga­ben in Höhe von rund 16 Mil­lio­nen Euro gegen­über. Damit fehl­ten am Ende über 1,3 Mil­lio­nen Euro. Das gab der kauf­män­ni­sche Geschäfts­füh­rer Tho­mas Haid bekannt. „Die­se Dif­fe­renz muss­ten wir unse­rer eiser­nen Reser­ve ent­neh­men, die aber natür­lich begrenzt ist. Wir erle­ben momen­tan eine gro­ße Span­nung.“ Auf­grund der finan­zi­el­len Ent­wick­lun­gen hat das Werk Spar­maß­nah­men ein­ge­lei­tet, „die uns her­aus­for­dern und schmerz­haft sind.“ In die­ser schwie­ri­gen, span­nungs­vol­len Situa­ti­on wur­de der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on zugleich ein gro­ßes Ver­mächt­nis zuge­sagt. „Für uns ist das ein gewal­ti­ges Zei­chen der Treue und Güte Got­tes.“ Die­ses Ver­mächt­nis ver­schaf­fe Zeit, um nicht hek­tisch reagie­ren zu müs­sen und Maß­nah­men über­legt anzugehen.

Neu­er Lehr­amts­stu­di­en­gang star­tet im Herbst

Ab Herbst kön­nen Stu­di­en­in­ter­es­sier­te an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le Lie­ben­zell den neu­en Bache­lor­stu­di­en­gang „Theo­lo­gie und Deutsch“ stu­die­ren, um Leh­re­rin oder Leh­rer an einer christ­li­chen Schu­le oder auch an einer staat­li­chen Grund­schu­le zu wer­den. „Damit star­ten wir mit der ers­ten christ­li­chen Leh­rer­aus­bil­dung in Deutsch­land“, sag­te Han­na Reu­ther, seit Jah­res­be­ginn Kanz­le­rin der Hoch­schu­le. „Unser Anlie­gen ist, ange­hen­de Lehr­kräf­te aus­zu­bil­den, die fach­li­che Kom­pe­tenz mit Herz, Ver­ant­wor­tung und geleb­ten christ­li­chen Wer­ten ver­bin­den.“ Das neue Stu­di­en­an­ge­bot sei auch ein Bei­trag, um den Lehr­kräf­te­man­gel zu redu­zie­ren und beson­ders die christ­li­chen Schu­len zu stär­ken. Bewer­bun­gen sind bis zum 15. Juni mög­lich, vor­aus­sicht­lich mit einer Ver­län­ge­rung. Für das neue Stu­di­en­jahr an der Inter­na­tio­na­len Hoch­schu­le gin­gen bis­lang ins­ge­samt 76 Bewer­bun­gen ein.

Beim Pfingst­mis­si­ons­fest wur­den auch 80 Kurz­zeit­mit­ar­bei­ter aus­ge­sandt und sie­ben Mis­sio­na­re ver­ab­schie­det. Zudem wur­den drei neue Mit­ar­bei­ter ordi­niert, also öffent­lich zum Dienst an Wort und Sakra­ment beru­fen. Die Besu­cher konn­ten bei dem Fest aus rund 20 Ange­bo­ten aus­wäh­len, dar­un­ter theo­lo­gi­sche Refe­ra­te und ein Fami­li­en­kon­zert mit dem Kin­der­mu­si­ker Sebas­ti­an Rochlitzer.

Das nächs­te Mis­si­ons­fest fin­det am 13. Sep­tem­ber statt – in drei For­ma­ten: als Live­stream, als Ver­an­stal­tung im Mis­si­ons- und Schu­lungs­zen­trum in Bad Lie­ben­zell sowie als For­mat „on tour“ an mehr als 20 ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tungs­or­ten in Deutsch­land und Österreich.

Die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on ist mit rund 250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern in rund 30 Län­dern eine der gro­ßen evan­ge­li­schen Mis­si­ons­ge­sell­schaf­ten in Deutschland.

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

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