„Ihr seid meine Väter und Mütter!“

Zwei Männer, einer im Blazer, der andere im karierten Hemd, stehen auf einem sonnigen Weg, der von Grünflächen und Zäunen umgeben ist.
Dave Jarsetz traf Robin im Kinderdorf in Khulna in Bangladesch

Ein Erfah­rungs­be­richt von Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz von sei­ner Ban­gla­desch-Rei­se im März 2026

Es ist vier Uhr mor­gens in Khul­na. Der Jet­lag hat mich geweckt. Durch das offe­ne Fens­ter drin­gen Stim­men, Geschirr­klap­pern, Motor­rä­der. Die Stadt lebt – mit­ten in der Nacht. Es ist Rama­dan. Men­schen essen noch schnell, bevor mit dem ers­ten Licht der Fas­ten­tag beginnt. Dann durch­schnei­det der Ruf des Muez­zins die Dun­kel­heit: Alla­hu akbar. Allah ist der Größte.Ich lie­ge unter dem Mos­ki­to­netz und den­ke: Chris­ten sind hier eine klei­ne Min­der­heit. Was kann eine klei­ne Schar schon bewir­ken? Da fällt mir ein Wort von Jesus ein: „Fürch­te dich nicht, du klei­ne Her­de – denn es hat eurem Vater gefal­len, euch das Reich zu geben.“ (Lukas 12,32) Nicht die Zahl ent­schei­det, son­dern Got­tes Zusage.

Ein paar Stun­den spä­ter sit­ze ich im Kin­der­dorf. Kin­der lachen auf dem Hof, ein Fuß­ball rollt über den stau­bi­gen Boden. Und dann sitzt Robin mir gegen­über. Ein ruhi­ger jun­ger Mann – wach, freund­lich, über­legt. Robin stammt aus einem klei­nen Dorf. Sei­ne Eltern waren Chris­ten. Doch als er etwa fünf Jah­re alt war, zer­brach das Leben der Fami­lie. Sein Vater trank viel Alko­hol, Gewalt über­schat­te­te den All­tag. Sei­ne Mut­ter woll­te trotz­dem, dass Robin gut auf­wächst und von Jesus hört und brach­te ihn mit Hil­fe eines Pas­tors ins Kin­der­dorf. „Ich hat­te nur ein T‑Shirt und eine kur­ze Hose“, erzählt Robin.

Im Kin­der­dorf bekam er, was für vie­le Kin­der selbst­ver­ständ­lich ist: ein Bett, regel­mä­ßi­ge Mahl­zei­ten, Schu­le – und Men­schen, die ihn sahen. Die mit ihm bete­ten. Ein Erleb­nis hat sich tief in sein Herz ein­ge­brannt. Als klei­ner Jun­ge rann­te Robin ein­mal auf eine Stra­ße. Ein Last­wa­gen ras­te her­an. „Plötz­lich fühl­te ich, wie mich jemand von hin­ten zurück­hielt“, sagt er. „Aber da war nie­mand.“ Für Robin war klar: Jesus hat ihn bewahrt. Die­ser Gedan­ke ließ ihn nicht mehr los. Mit 15 begann er, über die Tau­fe nach­zu­den­ken. Nach inten­si­ver Vor­be­rei­tung ließ er sich letz­tes Jahr tau­fen. Doch kurz danach kam die schwers­te Ent­schei­dung sei­nes Lebens. Nach sei­ner Abschluss­prü­fung besuch­te er sei­ne Mut­ter, die inzwi­schen einen mus­li­mi­schen Mann gehei­ra­tet hat. Sie stell­ten Robin vor die Wahl: Fami­lie – oder Jesus.

Wenn er blei­ben wol­le, müs­se er Mus­lim wer­den. Doku­men­te zur Unter­schrift lagen schon bereit. Frei­tags soll­te er zum Gebet mit­ge­hen. Als er sich wei­ger­te, bekam er nichts mehr zu essen. „Wenn du Christ bleibst, brauchst du nicht mehr nach Hau­se zu kom­men“, sag­te sei­ne Mut­ter. Robin senkt den Blick, als er davon erzählt. „Ich habe viel geweint“, sagt er lei­se. „Aber ich habe gesagt: Ich glau­be an mei­nen himm­li­schen Vater. Wenn ihr mich hier nicht wollt, gehe ich zurück ins Kinderdorf.“

Und genau das tat er. Heu­te lebt Robin wei­ter­hin dort und wird unter­stützt. Jeden Tag liest er in der Bibel. Jeden Tag betet er – auch für sei­ne Mut­ter, dass Gott ihr Herz verändert.

Als ich ihn fra­ge, was das Kin­der­dorf für ihn bedeu­tet, ant­wor­tet er, ohne zu zögern: „Das Kin­der­dorf ist für mich alles – Fami­lie, Brü­der und Schwes­tern.“ Dann sagt er etwas, das direkt euch gilt:
„Ihr seid mei­ne Väter und Müt­ter, weil ihr für uns sorgt.“

Robin ist kein ver­bit­ter­ter jun­ger Mann, son­dern ein jun­ger Christ mit Mut, Klar­heit und Hoff­nung. Und ich den­ke: Genau das bewirkt eure Unter­stüt­zung, lie­be Mis­si­ons­freun­de, in einem schwie­ri­gen Kon­text wie Ban­gla­desch. Sie ver­än­dert nicht nur Lebens­um­stän­de. Sie ver­än­dert Lebens­ge­schich­ten. Sie schenkt Hei­mat. Glau­ben. Zukunft. Dan­ke, dass ihr das mög­lich macht.

Bit­te bleibt an unse­rer Sei­te – damit noch vie­le Jun­gen wie Robin geist­li­che Eltern auf der gan­zen Welt fin­den dürfen.

Mit herz­li­chen Grüßen
Dave Jarsetz

Bit­te unter­stützt unse­re Arbeit in Ban­gla­desch und vie­len wei­te­ren Län­dern mit eurer Spen­de. Vie­len Dank!
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Eine Gruppe von Menschen spielt Kricket auf einem unbefestigten Feld in der Nähe eines dreistöckigen Gebäudes und von Palmen in einer städtischen Umgebung.

 

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