Wie geht es den Finanzen der Liebenzeller Mission?

Drei Männer in legerer Geschäftskleidung posieren und lächeln in einem hellen, minimalistischen Raum mit Holzboden und weißen Wänden.
Prof. Dr. Volker Gäckle, Dave Jarsetz, Thomas Haid

Lie­be Missionsfreunde,
die­se Fra­ge wur­de uns in den letz­ten Wochen sehr häu­fig gestellt. Eine kur­ze Ant­wort dar­auf zu geben, fällt uns schwer, weil die Situa­ti­on in man­cher Hin­sicht kom­plex ist. Des­halb haben wir uns ent­schie­den, euch – unse­ren Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zern – die Lage so trans­pa­rent und dif­fe­ren­ziert wie mög­lich dar­zu­stel­len und
zu erläutern.

1. Im ver­gan­ge­nen Jahr haben wir ins­ge­samt 14,7 Mio. € an Spen­den und Ver­mächt­nis­sen erhal­ten. Die Güte Got­tes und die Groß­zü­gig­keit unse­rer Spen­de­rin­nen und Spen­der, die sich dar­in Jahr für Jahr zei­gen, beein­dru­cken uns immer wie­der und erfül­len uns mit gro­ßer Dankbarkeit.

2. Dem gegen­über stan­den im Jahr 2025 Aus­ga­ben und Auf­wen­dun­gen in Höhe von 16,1 Mio. €. Hin­zu kommt, dass in den ein­ge­gan­ge­nen Spen­den und Ver­mächt­nis­sen 415.000 € für die geplan­te christ­li­che Leh­rer­aus­bil­dung ent­hal­ten sind. Die­se Mit­tel sind zweck­ge­bun­den und dür­fen nicht für den lau­fen­den Haus­halt ver­wen­det wer­den. Tat­säch­lich ste­hen zur Deckung der lau­fen­den Aus­ga­ben daher nur 14,3 Mio. € zur Ver­fü­gung. Dar­aus ergibt sich eine Deckungs­lü­cke von 1,8 Mio. €. Auch wenn die­se Lücke für uns eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar­stellt, kön­nen wir sie dank vor­han­de­ner Rück­la­gen ausgleichen.

3. Bei genaue­rer Betrach­tung des Spend­en­er­geb­nis­ses macht uns jedoch ein wei­te­rer Punkt nach­denk­lich: Die Spen­den für den lau­fen­den Haus­halt (ohne Ver­mächt­nis­se und ohne die zweck­ge­bun­de­nen Mit­tel für die Leh­rer­aus­bil­dung) sind nun bereits im zwei­ten Jahr in Fol­ge rück­läu­fig. Soll­te sich die­se Ent­wick­lung fort­set­zen, ohne dass wir unse­re Aus­ga­ben ent­spre­chend anpas­sen, wür­de sich die Situa­ti­on wei­ter ver­schär­fen. In weni­gen Jah­ren wären die not­wen­di­gen Rück­la­gen aufgebraucht.

4. Zum Gesamt­bild gehört aber auch eine ermu­ti­gen­de Nach­richt: Gegen Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res wur­de uns mit­ge­teilt, dass wir in den kom­men­den zwei Jah­ren mit einem gro­ßen Ver­mächt­nis rech­nen dür­fen. Das ist für uns in die­ser Situa­ti­on eine gro­ße Ermutigung.

Damit ergibt sich ein viel­schich­ti­ges Bild: Wir sehen sin­ken­de Spen­den für den lau­fen­den Haus­halt, gleich­zei­tig einen beein­dru­cken­den Zuspruch für die geplan­te Leh­rer­aus­bil­dung, stei­gen­de Aus­ga­ben – ins­be­son­de­re im Per­so­nal­be­reich, eine erheb­li­che Deckungs­lü­cke in den Haus­hal­ten 2025 und 2026 und zugleich die Aus­sicht auf ein gro­ßes Ver­mächt­nis. Wie las­sen sich die­se ver­schie­de­nen Puz­zle­tei­le zusam­men­fü­gen? Wie ist die­se Ent­wick­lung zu deu­ten? Und was könn­te dar­in Got­tes Weg für uns sein?

Nach inten­si­ven Bera­tun­gen in den ver­ant­wort­li­chen Gre­mi­en der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on haben wir uns ein­mü­tig für fol­gen­de Ein­schät­zung und den dar­aus resul­tie­ren­den Weg entschieden:

a) In all den genann­ten Ent­wick­lun­gen erken­nen wir Zei­chen der Treue Got­tes, der uns ver­sorgt und nicht vergisst.

b) Die rück­läu­fi­gen Spen­den zei­gen uns zugleich, dass wir alle Berei­che unse­rer Arbeit sorg­fäl­tig prü­fen und kon­so­li­die­ren müs­sen. Als Lie­ben­zel­ler Mis­si­on wer­den wir künf­tig nicht mehr alles in dem Umfang wei­ter­füh­ren kön­nen, was in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­baut wurde.

c) Das ange­kün­dig­te Ver­mächt­nis ver­ste­hen wir als gnä­di­ge Hil­fe Got­tes. Es ermög­licht uns, not­wen­di­ge Anpas­sun­gen nicht kurz­fris­tig durch Ent­las­sun­gen oder die sofor­ti­ge Been­di­gung grö­ße­rer Arbeits­zwei­ge umset­zen zu müs­sen. Statt­des­sen gibt es uns einen Zeit­raum von etwa drei Jah­ren, um unse­re Arbeit ver­ant­wor­tungs- und sinn­voll zu begrenzen.

d) In den Spen­den und Spen­den­zu­sa­gen für die Leh­rer­aus­bil­dung – der­zeit 1 Mil­li­on Euro – sowie im gro­ßen Zuspruch für die­ses Pro­jekt sehen wir ein deut­li­ches Ja zu die­sem Weg. Des­halb möch­ten wir ihn mit Zuver­sicht wei­ter­ge­hen, auch durch die bau­li­che Erwei­te­rung der Lehrräume.

Alle beschrie­be­nen Schrit­te gehen wir in gro­ßer Ein­mü­tig­keit, mit fes­ter Zuver­sicht und mit Glaubens:Mut.
Uns ist bewusst, dass die­se Erklä­rung lang gewor­den ist. Aber uns war es wich­tig, euch die kom­ple­xe Situa­ti­on offen dar­zu­le­gen. Wir hof­fen, dass ihr unse­re Gedan­ken und Über­le­gun­gen nach­voll­zie­hen könnt und uns auch wei­ter­hin treu mit euren Gebe­ten und Gaben begleitet.

Eure
Missionsleitung
im Ver­bund mit den Gre­mi­en der Lie­ben­zel­ler Mission
16.4.2026

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

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