„Die Leute wissen oft nicht, wer Jesus ist“

Eine lächelnde Person mit langen braunen Haaren und einer Brille, die einen roten Rollkragenpullover und einen schwarzen Pullover in einem Haus trägt.
Paula Otterbach

Pau­la Otter­bach ist in Ber­lin in der Gemein­de­grün­dungs­ar­beit tätig. In der „Jun­gen Kir­che Ber­lin“ ist sie als Jugend­re­fe­ren­tin für die „next Gene­ra­ti­on“ zustän­dig. Sie ist gelern­te Medi­zi­ni­sche Fach­an­ge­stell­te und absol­vier­te am Theo­lo­gi­schen Semi­nar in Adels­ho­fen eine Aus­bil­dung zur Gemein­de­päd­ago­gin. Wir haben ihr eini­ge Fra­gen gestellt.

Wie lebt es sich als Süd­deut­sche in Berlin?
Eigent­lich gut. Aber manch­mal fällt mir auf, dass ich eini­ge Höf­lich­keits­flos­keln benut­ze, die in Ber­lin eher unüb­lich sind. Neu­lich war ich im Bau­markt und sprach einen Mit­ar­bei­ter an: „Ent­schul­di­gen Sie, könn­te ich Sie mal kurz etwas fra­gen?“ Die Ant­wort kam in Ber­li­ner Direkt­heit: „Nö.“ Da muss man sich manch­mal etwas dar­an gewöh­nen. Aber für mich ist es auch nichts ganz Neu­es. Da mei­ne Mut­ter aus Ber­lin stammt, waren wir als Kin­der häu­fi­ger dort.

Ist es in Ber­lin schwe­rer, mit Men­schen über den Glau­ben ins Gespräch zu kom­men als in Süd- oder Westdeutschland?
Das ist ganz unter­schied­lich. Man muss sich vor allem auf etwas ande­res ein­stel­len. Ich darf nicht davon aus­ge­hen, dass die Leu­te wis­sen, wer Jesus ist. Aber sie haben auch viel weni­ger Vor­ur­tei­le. Man muss frü­her anset­zen, hat aber nicht so viel Gegenwind.

Was fällt dir bei den jun­gen Leu­ten auf, die zu euch in die „Jun­ge Kir­che Ber­lin“ kommen?
Sie kom­men aus sehr unter­schied­li­chen Fami­li­en­si­tua­tio­nen, oft aus Fami­li­en mit geschie­de­nen Eltern oder Patch­work-Kon­stel­la­tio­nen. Das ist schon etwas anders.

Wie sieht dei­ne Arbeit kon­kret aus?
Ich set­ze bestehen­de Ange­bo­te für die Jugend­li­chen um und ent­wick­le neue Ideen. Zum Bei­spiel haben wir jetzt einen Abend­got­tes­dienst für jun­ge Men­schen begon­nen. Außer­dem ist es mir ein gro­ßes Anlie­gen, Ehren­amt­li­che im Team zu för­dern. Und wenn Leu­te aus unse­rer Jugend Unter­stüt­zung brau­chen, zum Bei­spiel in einem Bewer­bungs­pro­zess, dann bin ich ger­ne für sie da.

Was moti­viert dich, in Ber­lin im Ein­satz zu sein?
Ich glau­be, mich moti­viert, dass die Arbeit immer dyna­misch ist. Ich sehe ganz oft Fort­schrit­te und eine Ent­wick­lung bei Men­schen. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir ste­hen­blei­ben. Bei Men­schen, denen es nicht so gut geht wie mir, eine Ent­wick­lung zu sehen, ist rich­tig schön. Eine Arbeit zu haben, die Sinn macht, ist erfüllend.

Gibt es ein Erleb­nis aus der letz­ten Zeit, das dich beson­ders bewegt hat?
Es kam neu­lich ein Jugend­li­cher zu uns in die Gemein­de, der im Inter­net zum Glau­ben gefun­den hat. Er kommt aus kei­ner christ­li­chen Fami­lie und stand plötz­lich ein­fach da. Er hat unse­re Räum­lich­kei­ten gese­hen und gefragt, wie das so mit der Kir­che läuft. Jetzt ist er bei uns und hat sogar einen Alpha-Glau­bens­kurs mit­ge­macht. Manch­mal reicht es schon aus, ein­fach prä­sent zu sein. Gott wirkt. Die Lei­den­schaft des jun­gen Man­nes im Glau­ben ist echt schön. Es fühlt sich fast so an, als ob er schon immer da wäre.

Du willst die Mis­si­ons­ar­beit von Pau­la mit einer Spen­de unter­stüt­zen? Dann kannst du das über die­sen Link tun.

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

dein Feedback zur Webseite.