Interkulturell lernen, Menschen dienen

Zwei Personen zeigen ein Balkendiagramm auf einem Bildschirm, während eine weitere Person an einem Tisch in einem Büro auf einem Laptop tippt.
ITA-Studenten in Toronto

Von Janu­ar bis Juni haben Stu­den­ten der Inter­kul­tu­rel­len Theo­lo­gi­schen Aka­de­mie wäh­rend ihres sechs­mo­na­ti­gen Aus­lands­se­mes­ters in Toron­to inter­kul­tu­rel­le Erfah­run­gen gesam­melt. Die mit knapp drei Mil­lio­nen Ein­woh­nern größ­te Metro­po­le Kana­das gilt als eine der mul­ti­kul­tu­rells­ten Städ­te der Welt, in der rund 160 Spra­chen gespro­chen werden.

Ein Schwer­punkt des Toron­to-Auf­ent­hal­tes ist das Ler­nen kul­tu­rel­ler Aspek­te im Kon­text von Mis­si­on. Kul­tur beschreibt die gesam­te Denk- und Lebens­wei­se einer Per­son oder Grup­pe. Daher betrifft sie nicht nur die Mis­si­ons­ar­beit im Aus­land, son­dern auch den all­täg­li­chen Umgang mit Men­schen. Das fängt im Klei­nen mit der Ver­wen­dung ver­schie­de­ner Wör­ter für das glei­che Objekt oder dem Umgang mit Geld an. „Bereits bei die­sen klei­nen kul­tu­rel­len Unter­schie­den fällt uns auf, dass wir sehr schnell unse­re eige­ne Kul­tur als die rich­ti­ge anneh­men und ande­re Kul­tu­ren schnell als schlech­ter oder falsch bewer­ten. Umso wich­ti­ger ist es, sich die­ser Unter­schie­de bewusst zu sein und eine gewis­se Offen­heit für Neu­es zu haben, wenn wir mit Men­schen aus ande­ren Län­dern zusam­men­ar­bei­ten wol­len“, sag­te Johan­nes Leiser.

Wäh­rend des Aus­lands­se­mes­ters stand auch ein soge­nann­tes „City Assign­ment“ auf dem Pro­gramm. Dabei ana­ly­sier­ten Tim Gute­kunst und Johan­nes Lei­ser einen Orts­teil und plan­ten pas­sen­de geist­li­che Ange­bo­te. Die bei­den Stu­den­ten ver­schaff­ten sich online einen Über­blick über das Gebiet Duf­fe­rin Gro­ve und stu­dier­ten die ers­ten Sta­tis­ti­ken. Bei einer Rad­tour erkun­de­ten sie das Gebiet genau­er. Dabei tra­fen sie auch den Lie­ben­zel­ler Mis­sio­nar Mar­kus Gom­mel, der bereits in der Gegend tätig ist. Nach einer genaue­ren Aus­wer­tung des Gebiets, der dort leben­den Men­schen und ihrer Kul­tu­ren, ver­gli­chen die Stu­den­ten die poten­zi­el­len Nöte der Men­schen mit den bereits vor­han­de­nen Ange­bo­ten. „Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass eine neue Kir­chen­grün­dung am sinn­volls­ten ist.“ Dar­auf­hin plan­ten sie ein sol­ches Vor­ha­ben und berück­sich­tig­ten dabei die wich­tigs­ten Fak­to­ren wie Stra­te­gie, Kos­ten, Ziel­grup­pe und Theo­lo­gie. „Ins­ge­samt war die­se Auf­ga­be sehr inter­es­sant und auch rele­vant für das spä­te­re Berufs­le­ben. Schließ­lich müs­sen wir auch spä­ter die Nöte und Umstän­de der Men­schen vor Ort her­aus­fin­den, um ihnen ange­mes­sen hel­fen zu können.“

Kin­der stär­ken, Geflüch­te­te begleiten

Jeden Diens­tag waren Niklas Ficht­ner und Juli­an Oster­tag in einer etwas ärme­ren Gegend für Kin­der und Jugend­li­che tätig. Nach der Schu­le konn­ten die dort leben­den 10- bis 14-Jäh­ri­gen gemein­sam essen, Spie­le spie­len und sich eine Bibel­ge­schich­te anhö­ren. Dar­über hin­aus waren die Stu­den­ten auch im Adam House enga­giert. Dort woh­nen Geflüch­te­te, die nach Kana­da migriert sind. Sie kön­nen für ein Jahr in dem Haus leben, ehe sie ver­trau­ter mit der neu­en Lebens­si­tua­ti­on sind und eigen­stän­dig eine Woh­nung und eine Arbeit fin­den. Die Stu­den­ten unter­stütz­ten dabei Mis­sio­nar Mar­kus Gom­mel bei sei­ner Arbeit. Er hat ein wöchent­li­ches Tref­fen initi­iert, zu dem ande­re Gemein­den aus Toron­to kom­men, um mit den Ein­woh­nern vor Ort gemein­sam zu Abend zu essen und einen geist­li­chen Impuls zu hören. Ziel ist, dass die Bewoh­ner des Adam House zum christ­li­chen Glau­ben fin­den und sehen, wie man als Christ in der Gemein­schaft lebt.

Seit der Grün­dung der Inter­kul­tu­rel­len Theo­lo­gi­schen Aka­de­mie 2012 zeich­net sich das Aus­bil­dungs­pro­gramm dadurch aus, dass es theo­re­tisch fun­diert ist, aber auch viel Pra­xis umfasst. Zu den Höhe­punk­ten gehö­ren das hal­be Jahr in Toron­to im zwei­ten Semes­ter und das vier­mo­na­ti­ge Gemein­de­prak­ti­kum in Deutsch­land oder der Mis­si­on im fünf­ten Semes­ter. Inzwi­schen haben 106 Absol­ven­ten das Aus­bil­dungs­pro­gramm erfolg­reich durchlaufen.

Wei­te­re Infos: www.ita-info.de

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

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