Aus Liebe zu den Menschen nicht zu stoppen
BAD LIEBENZELL. Zu einer der größten christlichen Veranstaltungen für Kinder im deutschsprachigen Raum kamen rund 4500 Besucher nach Bad Liebenzell im Nordschwarzwald. Das Kindermissionsfest fand am 9. und 10. Mai mit identischem Programm in einem großen Zelt statt. In diesem Jahr stand das Festival unter dem Motto „Nicht zu stoppen“. Seit mehr als 90 Jahren veranstaltet die Liebenzeller Mission Kindermissionsfeste.
Zum Programm gehörten eine aufwendig gestaltete Bühnenshow, Mitmach- und Bewegungslieder mit der Band der Pforzheimer Stadtmission und biblische Geschichten. Dabei durfte gehüpft, getanzt und gelacht werden. Für das Fest wurde extra ein Theaterstück entwickelt mit Live-Elementen und Schauspielern, Spezialeffekten auf der Bühne und Video-Einspielern, die an großen LED-Wänden gezeigt wurden. Dabei ging es um den Missionsfuchs Mäxi, der nach Bangladesch fliegen möchte. Mäxi hat aber Probleme mit seinem Flugzeug und muss notlanden. Er begegnet den Schulkindern Lina, Joel und Nora, die versuchen, sein Flugzeug wieder startklar zu machen. Mäxi erzählt ihnen, warum er nach Bangladesch reisen will: „Mission gibt es, weil Gott alle Menschen liebt, egal in welchem Land sie leben. Deshalb machen Menschen sich auf den Weg, um anderen Hoffnung zu bringen und ihnen von Gott zu erzählen.“ Den Missionaren sei es wichtig, Kindern Bildungsmöglichkeiten anzubieten, praktisch zu helfen und christliche Gemeinden zu gründen: „Mission heißt helfen, teilen, zuhören, von Gottes Liebe erzählen.“ Am Ende schaffen es Lina Joel und Nora, das Flugzeug zu reparieren und Mäxi kann nach Bangladesch reisen.
Jugendsozialarbeiter Raphael Nonnenmann erzählte die biblische Geschichte von Paulus und Silas im Gefängnis. Gott habe sie befreit, weil er wollte, dass seine Botschaft mehr Menschen erreicht: „Gott ist nicht zu stoppen.“ Aus Liebe zu den Menschen habe er sich eine besondere „Rettungsaktion“ überlegt: „Jesus kam auf die Erde für all das, was wir Menschen falsch machen.“ Jesus Christus biete Vergebung und ewiges Leben an: „Wenn wir ein Freund von Jesus sind, sind wir gerettet“, so Raphael Nonnenmann.
In einer Erlebniswelt mit XXL-Spielstraße und 80 Stationen konnten sich die Kinder in der Mittagspause austoben oder kreativ sein: Kleine Flugzeuge basteln, Bobbycar- und Kettcar-Rennen, Actionwald, Puste-Postkarten, Schwimmnudel-Duell oder „Mega-Baustelle“ mit mehreren tausend Holzklötzen. An einigen Stationen konnten die Kinder die Missionare mit ihren Fragen löchern oder zum Beispiel ihren Namen mit japanischen Schriftzeichen schreiben.
Stefan Müller berichtete aus Malawi, wie er bei einem starken Unwetter mit dem Auto unterwegs war und Gottes Bewahrung erlebt habe: „Wir kamen sicher an, konnten danach aber zwei Wochen nicht in unser Dorf zurückfahren, weil die Straßen so kaputt waren.“ Mission sei aber nicht nur Action, Abenteuer und Herausforderung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sei es, christliche Videos für Internet und Social Media in Malawi zu produzieren: „Mittlerweile haben auch viele Jugendliche in Malawi ein Smartphone. Leider schauen sie sich meistens nicht so gute Dinge an.“ Ein weiteres Projekt in Malawi bilde junge Menschen als Schreiner und Pastoren aus. Zudem bekämen Kinder Bildungsangebote in einer Region, in der viele nicht lesen und schreiben lernen können. Eine Schule konnte gebaut und damit die Bildungssituation deutlich verbessert werden.
Die Mehrzahl der Kinder kam mit ihren Kindergottesdienst‑, Jungschar- oder Pfadfinder-Gruppen zum Fest nach Bad Liebenzell, einige auch zusammen mit ihren Familien. Die meisten Besucher reisten aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern an. Rund 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer machten das Fest möglich.
Die Liebenzeller Mission ist weltweit mit rund 250 Mitarbeitern in rund 30 Ländern aktiv und engagiert sich in Gemeindegründung, theologischer Ausbildung, Evangelisation, humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Sie ist eines dergrößten evangelischen Missionswerke im deutschsprachigen Raum. Die nächsten Kindermissionsfeste finden am 8. und 9. Mai 2027 statt.















