Seit 2008 ist Evelyn Theurer in Frankreich. Ihr Herzschlag ist: Menschen mit der guten Botschaft von Jesus Christus bekannt zu machen und Christen zu unterstützen, ihren Platz einzunehmen und ihren Auftrag auszuführen im missionarischen Bereich, aber auch in der individuellen Förderung der Christen. So ist sie seit einem dreiviertel Jahr im nördlichen Elsass in einer neu aufzubauenden regionalen und gemeindeübergreifenden Arbeit unter Frauen und Familien tätig. Derzeit ist Evelyn in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.
Wie war dein Start im Elsass?
Ich kam von einer sehr multikulturellen Gemeinde in eine sehr lokal orientierte Personengruppe. Das war für mich eine Umstellung. Auch ansonsten sind die Gemeinden anders geprägt. Überregional zu denken, ist für viele ungewohnt. Manche Gemeinden sind etwas festgelegt und tun sich mit Veränderung schwer. Aber wir sind gemeinsam auf einem guten Weg. Denn es gibt Gemeinden, die sehr motiviert und offen sind für Veränderungen. Wir haben festgestellt, dass zum Beispiel in den Kindergottesdiensten Mitarbeiter fehlen. Ich habe angeregt, dass es jetzt einmal im Monat einen Familiengottesdienst gibt. Dazu bereite ich den Ablauf und Aktionen für Familien vor, damit sie wiederum andere Familien einladen. Mein Wunsch ist, dass die Gemeinden miteinander so vernetzt werden, dass sie voneinander profitieren. Zum Beispiel, indem sie vorbereitetes Material oder Personen den anderen zur Verfügung stellen.
Unterscheidet sich dein neuer Einsatzort von Kultur und Mentalität der Menschen von deinen bisherigen Stationen?
Ja, sehr. Menschen im Elsass sind sehr stetig und pflichtbewusst, die Gemeinden eher klassisch aufgestellt. Jeder bleibt eher etwas unter sich. Gleichzeitig kann man mit den Menschen gut ins Gespräch kommen. Wenn du etwas bekannt bist und Leute jemanden kennen, der dich kennt, dann ist das oft schon eine offene Tür.
Zuletzt gab es Berichte, dass es unter jungen Menschen in Frankreich ein stärkeres Interesse an Jesus gibt als noch vor einigen Jahren. Ist das auch dein Eindruck?
Generell ist mein Eindruck, dass die Menschen offener sind für existenzielle Themen. Die Frage für uns ist, wie wir hier am besten mit biblischen Themen andocken. Letztendlich ist vieles eine Frage der Nachhaltigkeit. Im katholischen und charismatischen Bereich nehme ich wahr, dass es mehr Taufen gibt. Das ist natürlich sehr erfreulich. Gleichzeit sehen manche die Taufe mehr als rituellen Akt. Viele Jugendliche sehnen sich nach einer Dazugehörigkeit. Das A und O ist, wie es nach der Taufe weitergeht. Darauf kommt es an. Wichtig für uns in den Gemeinden ist, dass wir den Blick für die Menschen außerhalb der Gemeinden nicht verlieren. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir zu sehr mit unseren eigenen Gemeindeaktivitäten beschäftigt sind. Ich will die Gemeinden nicht bespaßen, sondern Multiplikation fördern.
Gab es ein Highlight für dich in den letzten Wochen?
Eine Frau, die im selben Haus wohnt wie ich, befindet sich durch eine Trennung gerade in einer schwierigen Lebensphase. Sie erzählte mir ganz offen und sagte mir, dass sie sich freut, nun in die Nähe der Kirche zu ziehen. Ich konnte sie schon etwas begleiten und hoffe, dass sie sich in die Gemeinde einladen lässt. Generell merke ich, dass es sich lohnt, über die Länge der Zeit in Kontakte zu investieren.
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