Seelsorgebegleitung eines Mörders

Peter Rapp ist mit sei­ner Fami­lie seit 1991 in Frank­reich tätig, seit 2012 arbei­ten sie in Avran­ches. Der Lie­ben­zel­ler Mis­sio­nar ist auch als evan­ge­li­scher Gefäng­nis-Seel­sor­ger in Cou­tances im Ein­satz. Vor Kur­zem absol­vier­te er dazu eine staat­li­che Prü­fung. Wir spra­chen mit ihm über sei­ne Arbeit.

Peter, wie­so hast du die­se Prü­fung abgelegt?
Ich habe eine staat­li­che, uni­ver­si­tä­re Diplom­prü­fung absol­viert, die in Frank­reich seit drei Jah­ren von jedem Gefängnis‑, Kran­ken­haus- und Mili­tär­seel­sor­ger ver­langt wird. Dabei lernt man unter ande­rem, wie der fran­zö­si­sche Staat auf­ge­baut ist, wie es zur 1905 fest­ge­schrie­be­nen Tren­nung von Staat und Kir­che kam und wie sie gere­gelt ist. Außer­dem wer­den die Rech­te und Pflich­ten der Seel­sor­ger ver­mit­telt. In Frank­reich erhal­ten die Kir­chen kei­ne staat­li­che Unter­stüt­zung – mit Aus­nah­me der Gefängnis‑, Kran­ken­haus- und Militärseelsorge.

Wie kam es dazu, dass du dich in der Gefäng­nis­seel­sor­ge engagierst?
Als wir 1993 mit dem Gemein­de­auf­bau in Alen­çon in der Nor­man­die began­nen, baten mich Chris­ten aus ver­schie­de­nen Gemein­den immer wie­der, als Pas­tor und Seel­sor­ger auch Ange­hö­ri­ge und Bekann­te zu besu­chen, die im Unter­su­chungs­ge­fäng­nis ein­sa­ßen. Ich merk­te, dass ich kei­ne Beden­ken habe, mich in ein Gefäng­nis-Milieu zu bege­ben. Ich stell­te auch fest, dass die Straf­fäl­li­gen offen waren für das Evan­ge­li­um; ich konn­te völ­lig frei über Got­tes Lie­be spre­chen. Ich nahm hier einen gro­ßen Bedarf wahr. Hin­zu kam, dass das Amt des evan­ge­li­schen Gefäng­nis­seel­sor­gers in Cou­tances frei wur­de und ich für die­se Auf­ga­be emp­foh­len wur­de. Da ich seit 2008 auch die fran­zö­si­sche Staats­bür­ger­schaft besit­ze, war die Antrags­pha­se leich­ter zu bewäl­ti­gen­mög­lich. Für die­ses Amt ver­wen­de inzwi­schen rund zehn bis 15 Pro­zent mei­ner Arbeitszeit.

Wie frei kannst du die christ­li­che Bot­schaft weitergeben?
Trotz der strik­ten Tren­nung von Staat und Kir­che herrscht in Frank­reich für jeden abso­lu­te Reli­gi­ons- und Glau­bens­frei­heit. Das gilt auch für Gefäng­nis­in­sas­sen. Ich kann mit ihnen Got­tes­diens­te fei­ern, christ­li­che Schrif­ten wie Kalen­der zum Lesen mit­brin­gen und konn­te für sie vor vor der Coro­na-Pan­de­mie Kon­zer­te mit christ­li­chen Musi­kern orga­ni­sie­ren. und ihnen christ­li­che Schrif­ten wie Kalen­der zum Lesen mitbringen.

Mit wem hast du es im Gefäng­nis zu tun?
Ich begeg­ne Men­schen aus vie­len Natio­nen und Gesell­schafts­schich­ten. Dar­un­ter sind Die­be, Räu­ber, Dro­gen­kon­su­men­ten und ‑händ­ler, Sit­ten­ver­bre­cher und Mör­der. Aktu­ell betreue ich einen Mann, der vor Kur­zem wegen Mord zu 28 Jah­ren Gefäng­nis Haft ver­ur­teilt wur­de. In sei­ner Haft hat er sich völ­lig ver­zwei­felt für Jesus geöff­net und einen Schritt zu ihm gemacht. Er liest jeden Tag in einem christ­li­chen Kalen­der und sucht das Gespräch mit dem Gefängnisseelsorger.

Was bewegt dich als Gefäng­nis­seel­sor­ger besonders?
Nicht jeder sieht sich zur Gefäng­nis­seel­sor­ge geeig­net. Es braucht einen beson­de­ren Auf­trag, sich in die­ses Milieu zu bege­ben, ich brau­che einen Draht für sol­che Men­schen. Aber ich sehe auf der ande­ren Sei­te einen enor­men Bedarf. Seit der Coro­na-Pan­de­mie bin ich ver­stärkt in der Tele­fon­seel­sor­ge für Gefan­ge­ne tätig, die die pro­tes­tan­ti­sche Kir­che ein­ge­rich­tet hat. Aus ganz Frank­reich rufen vie­le Gefan­ge­ne an. Man merkt, dass die­se Insas­sen, dar­un­ter auch etli­che Chris­ten, die­ses Ange­bot drin­gend benö­ti­gen. Vie­le sind völ­lig ver­zwei­felt und haben Selbst­mord­ge­dan­ken. Vie­le grei­fen im Gefäng­nis nach der Bibel und möch­ten wis­sen, wie sie mit Gott leben und im Glau­ben wach­sen kön­nen. Ich kann nur dazu ermu­ti­gen, sich auch in Deutsch­land in die­ser Arbeit zu enga­gie­ren, die Men­schen war­ten darauf.

Was ist dir beson­ders unvergesslich?
Die Begeg­nung mit dem Mör­der mit der lan­gen Haft­stra­fe geht mir sehr nahe. Als ich ihm vor drei Jah­ren zum ers­ten Mal begeg­net bin, hat er nur geheult. Eine Sekun­de – und das Leben erhält eine ganz ande­re Wen­dung. „Hät­te ich mich nur in die­ser einen Sekun­de beherrscht …“, sag­te er immer wie­der. Und doch sehe ich auch, wie das Pflänz­lein des Glau­bens lang­sam bei ihm auf­geht, wie Gott Raum in sei­nem Leben gewinnt. Er hat noch kei­ne Ent­schei­dung für Jesus getrof­fen, ist aber offen für Got­tes Wort. Er erlebt, wie sich Din­ge in sei­nem Leben durch das Lesen in der Bibel ver­än­dert haben. Und er scheut sich nicht, ande­re Gefan­ge­ne zum Got­tes­dienst ein­zu­la­den und an sie christ­li­che Kalen­der wei­ter­zu­ge­ben. Das ist eine tol­le Sache. Auch ein Sit­ten­ver­bre­cher freut sich immer wie­der rie­sig über mei­ne Besu­che. Dabei möch­te er jedes Mal, dass ich mit ihm die Bibel lese und bete. Er schreibt wun­der­ba­re Gedich­te, die ich auch schon im Got­tes­dienst unse­rer Gemein­de vor­ge­le­sen haben. Was für ein rei­cher Schatz: Da hat ein Mensch gro­ße Schuld auf sich gela­den – und ist doch Jesus nahegekommen.

TV-SPECIAL

Wie sieht's denn im Himmel aus?

In diesem Jahr stand das PfingstMissionsFest unter dem Motto HIMMEL:REICH. Wir greifen das Thema erneut auf: „Das Beste kommt noch“ – so heißt ein christliches Buch über den Himmel. Doch was wissen wir wirklich darüber? Wir sind der Frage nachgegangen: „Wie sieht’s im Himmel aus?“ Lasst euch inspirieren und ermutigen!

Im Himmel gibt es einen Palast und da drin ist Jesus und da fühlen sich die Leute richtig glücklich. Es ist wie ein zweites Leben.
Romi (6 Jahre)
Es gibt keinen Streit und Krieg. Wenn man mal andere Menschen nicht gemocht hat, dann ist es so, dass man sie im Himmel mag und dann vielleicht auch Freundschaft mit ihnen schließen kann.
Anni (10 Jahre)
Ich stelle mir den Himmel so vor, dass da eine goldene Straße ist und ein Bach und eine Sonne, die alles richtig hell macht und dann kommt man durch so ein Tor in den Himmel.
Jakob (10 Jahre)
Meine Oma ist schon gestorben. Sie hat im Himmel zwar keinen Rollstuhl mehr, aber ich kenne sie nicht ohne Rollstuhl. Im Himmel treffe ich sie wieder.
Anni (5 Jahre)

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HIMMEL

Persönlicher Blick auf das Thema.

Ich war klinisch tot –

und habe Jesus gesehen.

Die bewegende Geschichte von Frank Breido – und warum jetzt nichts mehr ist wie zuvor.

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Ein lächelnder Mann in Anzugjacke und kariertem Hemd steht in dem modernen, vom Himmel beleuchteten Innenraum des MODAL 2025.

Dr. Simon Herrmann

Dozent an der Internationalen Hochschule Liebenzell

„Das ist für mich die Bestimmung des Menschen: Gemeinschaft mit Gott zu haben, die hier schon beginnt und sich dann in der anderen Welt im Himmel fortsetzt.“

Das Gespräch

mit Simon Herrmann

Fragen von Christoph Kiess zu Vorstellungen vom Himmel in verschiedenen Kulturen.

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BIBELVERSE

Zum Thema Himmel

WELTWEIT AM LEBEN DRAN

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Wer ist Johannes Kuhn?

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Johannes Kuhn freut sich auf spannende Talks mit interessanten Gästen. Er wünscht sich, dass Sie entdecken: Gott schenkt mir Hoffnung. Darum ist er als Moderator gerne bei hoffnungsfest dabei.

Wer ist Yassir Eric?

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Yassir Eric erzählt von seiner ganz persönlichen Jesus-Begegnung. Als Theologen hat er eine sehr spannende Lebensgeschichte und berichten davon, wie Gott in seinem Leben Veränderung ermöglicht hat und noch immer wirkt.

Hoffnung

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„Hoffnung hat von ihrem Wesen her eine bleibende Kraft, die nicht beim ersten Windstoß umfällt." Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz, Rednerin bei hoffnungsfest 2021 (proChrist) und Dozentin an der Internationalen Hochschule Liebenzell nimmt Stellung zu verschiedenen Themen wie Glaube, Begeisterung, Berufung, Mission – und Hoffnung.

Leben in verschiedenen Kulturen

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Glaubwürdig und authentisch – das beschreibt die Theologin Prof. Dr. Mihamm Kim-Rauchholz am besten. Aufgewachsen ist Mihamm in Südkorea und Deutschland, später hat sie viele Jahre in Mikronesien und den USA gelebt. Sie erzählt, welche Erfahrungen sie dabei gemacht hat, in so unterschiedlichen kulturellen Welten gelebt zu haben und was ihre eigene Identität ausmacht.

Wer ist Mihamm Kim-Rauchholz?

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Mihamm Kim-Rauchholz, koreanische Theologin, wuchs in Südkorea auf und kam 1977 aufgrund eines theologischen Aufbaustudiums ihres Vaters nach Deutschland. Nachdem die Familie 1983 wieder nach Korea zurückgekehrt ist studierte sie evangelische Theologie in Seoul und ab 1994 in Tübingen und Heidelberg. Im Jahr 2005 promovierte sie bei Hans-Joachim Eckstein an der Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Nach Missions- und Lehrtätigkeit sowie Forschungsarbeiten in Mikronesien hat sie seit 2011 als Professorin einen Lehrstuhl für Neues Testament und Griechisch an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) inne.

Was ist das Hoffnungsfest?

Mit der Teilnahme am bundesweiten „Hoffnungsfest“  will die Liebenzeller Mission und die Evangelische Kirchengemeinde Bad Liebenzell mit den Besucherinnen und Besuchern über Fragen des Lebens und Glaubens nachdenken. Themen der Abende sind unter anderem: „Gesund sein und heil werden“, „Ehrlich sein und Antworten bekommen“ und „Neu anfangen ist immer möglich“.

Dr. Mihamm Kim-Rauchholz, und Yassir Eric

Das „Hoffnungsfest 2021“ ist eine christliche Veranstaltungsreihe, in dessen Mittelpunkt Bibeltexte, persönliche Lebensberichte, Impulspredigten und authentischer Glaube stehen. Das Anliegen der sieben Abende: Gäste können die Aktualität der christlichen Botschaft erleben. „Wer Gott erlebt, erfährt Glaube, Liebe und Hoffnung. Wenn Menschen Jesus Christus begegnen, wird ihr Leben erneuert. Das hat Auswirkungen in Zeit und Ewigkeit. Deshalb der Name ‚Hoffnungsfest’ für unsere große evangelistische Aktion 2021“, sagt der 1. Vorsitzende des proChrist e. V., Prof. Dr. Dr. Roland Werner (Marburg). Die Liebenzeller Mission ist Kooperationspartner von „Hoffnungsfest“.

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

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