BAD LIEBENZELL. Für elf Studierende der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Nach drei Jahren intensiven Studiums wurden sie am 24. Juli als „Gemeindeassistenten“ verabschiedet. Künftig werden sie Aufgaben in der Gemeinde‑, Jugend- und Missionsarbeit übernehmen – sowohl in Deutschland als auch international.
Parallel zu ihrem Berufseinstieg setzen die Absolventen ihre akademische Ausbildung an der Global University fort und arbeiten berufsbegleitend auf den Bachelorabschluss in „Bible and Theology“ hin. Vier Absolventen vergangener Jahrgänge haben diesen Studiengang bereits erfolgreich abgeschlossen und erhielten ihre Urkunden aus den Händen des Leiters des Deutschen Network Offices der Global University, Helmut Schröder.
Die Absolvierungsfeier stand unter dem Motto „Glaubens:Mut – Mit Gottes Rückenwind in die Zukunft“. Der Abend solle „mutmachend und glaubensstärkend sein“, so Matthias Meister, der Akademische Leiter der ITA: „Denn Gott trägt uns durch die Durststrecken und Berge des Lebens hindurch.“
Im einem der Grußworte sagte Dave Jarsetz, Missionsleiter der Liebenzeller Mission, die Träger der ITA ist, dass Freude kein reiner Glücksmoment sei, sondern etwas Ganzheitliches. Er zitierte Albert Schweitzer, der sagte: „Die Menschen, die ich kennengelernt habe, die wirklich glücklich sind, haben gelernt, anderen zu dienen.“ Auch Studien belegten, dass dienende Menschen nachhaltig glücklicher seien: „Was die Glücksforschung herausgefunden hat, kennt die Bibel schon lange: Dienet dem Herrn mit Freuden, lesen wir in Psalm 100.“ Aus biblischer Sicht sei Dienen keine Last oder Pflicht, sondern die Antwort auf Gottes Liebe. „Ich wünsche euch, dass ihr von eurem Studienort als Leute weggeht, die gerne dienen und sich gerne für andere Menschen einsetzen“, so Dave Jarsetz.
Festredner war Johannes Reinmüller, Vorsitzender des Süddeutschen Gemeinschaftsverbandes. Er sagte, dass es aktuell schwierige Zeiten seien: „Der Glaube ist auf dem Rückzug, Gemeinden werden kleiner, überall wird gespart, in der Welt herrscht Krieg und Menschen haben Angst um ihren Arbeitsplatz.“ Hinter dem Thema Glaubens:Mut zu stehen, sei kein Zufall, sondern ein Zeugnis: „Vielleicht braucht es gerade in besonders schwierigen Zeiten glaubensmutige Menschen, wie ihr es seid.“ Schwierige Zeiten könnten auch als Chance verstanden werden: „Gerade in mutlosen Zeiten berief Gott Menschen, die er durch die Berufung mit Mut ausstattete.“ Johannes Reinmüller erinnerte daran, dass die Evangelien in Zeiten der Verfolgung entstanden sind. Gute Zeiten hingegen riefen oft Selbstgefälligkeit und Feigheit hervor. Johannes Reinmüller gab den Absolventen einen dreifachen Wunsch mit auf den Weg: „Bleibt mutig in der Gnade. Bleibt mutig untereinander und bleibt mutig einer Gemeinde verbunden.“ Mutig in der Gnade zu leben, bedeute, nicht auf sich selbst zu setzen, sondern Gott voll zu vertrauen. Untereinander verbunden zu bleiben sei wichtig, weil der hauptamtliche geistliche Dienst zwar wunderschön, aber auch sehr kräftezehrend sei. Er beobachte, dass immer weniger Christen verbindlich einer Gemeinde treu blieben, sondern die Gemeinden häufig wechselten. Treue zahle sich jedoch aus – auch in Hinsicht auf Gemeindezugehörigkeit, so Johannes Reinmüller.
Michael Kirchdorfer, Dozent an der ITA, betonte in seiner Laudatio, dass die Absolventen sehr lernbereit waren und sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengaben. Begeistert sei er von der sozialen Kompetenz der Absolventen: „Ich habe selten eine Klasse erlebt, die so sehr Anteil aneinander genommen und so sehr aufeinander geschaut hat. Ihr habt andere ernst genommen, euch selbst aber nicht zu sehr.“ Gefreut habe er sich zu sehen, wie Gott die jungen Menschen verändert habe. „Ihr habt gelernt, realistisch mit euren Schwächen umzugehen und euch nicht durch eure Leistung zu definieren, sondern durch Gottes Gnade. Ihr wollt Jesus ähnlicher werden.“
Die Studentin Jenny Weber sagte, dass die Dozenten sie und ihre Kommilitonen als Personen und Menschen wahrgenommen und sich für sie interessiert haben: „Ihr habt nicht nur Wissen geteilt, sondern euer Leben. Das behalten wir uns in Erinnerung. Ihr seid uns Familie und Vorbilder geworden.“
Mit leidenschaftlichem Lobpreis, abwechslungsreichen Programmpunkten und einem reichhaltigen Stehempfang bot die Abschlussfeier den rund 300 Gästen einen würdigen und festlichen Rahmen für diesen besonderen Anlass.
Infos zu den Studienangeboten der ITA gibt es im Internet unter www.ita-info.de.
