Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on email
Share on facebook

Religion als Wunschautomat?!

Ste­fan und Lara Degler sind in diesem Jahr erst­mals als Mis­sion­are nach Japan aus­gereist. Dabei macht­en in ihrem Ein­sat­z­land eine bemerkenswerte Ent­deck­ung um das Wesen der Reli­gion dort. Gilt das auch für Deutsch­land?

In Japan gibt es unzäh­lig viele Getränkeau­to­mat­en, die gekühlte und warme Getränke anbi­eten. Man find­et sie in nahezu an jed­er Straße­necke auch in den entle­gen­sten Orten auf dem Land. Laut Sta­tis­tik kommt in Japan ein solch­er Automat auf 23 Men­schen. Beina­he über­all und zu jed­er Zeit kann man also gegen ein biss­chen Klein­geld aus einem großen Ange­bot das per­sön­liche Wun­schgetränk wählen und genießen. Das ist prak­tisch, total hil­fre­ich und vor allem: Es funk­tion­iert!
Diese Auto­mat­en erin­nern uns an das Ver­ständ­nis von Reli­gion in Japan: Genau­so wie die Auto­mat­en funk­tion­ieren und gegen ein kleines „Opfer“ das gewün­schte Pro­dukt aus­geben, soll auch Reli­gion funk­tion­ieren. Gebete, das Kaufen eines Glücks­bringers im Tem­pel, Ahnen­verehrung und bes­timmte Rit­uale müssen umge­set­zt wer­den, um damit die Gun­st eines Gottes zu erhal­ten. Beson­ders auf­fal­l­end ist, dass diese religiösen Rit­uale vor allem dann prak­tiziert wer­den, wenn man unter Nöten und Prob­le­men lei­det.
Im Japanis­chen gibt es dafür eine Redewen­dung: „kurushii toki no kami­dano­mi“ („Sich in schwieri­gen Zeit­en an Gott wen­den“). Diese Redewen­dung beschreibt sehr gut den Grundgedanken japanis­ch­er Reli­gion: Der prak­tis­che Nutzen der Reli­gion ist das zen­trale Ele­ment.

Der Gott der Bibel ist anders!

Darum sind die Rit­uale prak­tisch ori­en­tiert. Es geht dabei weniger darum, wer dieser Gott ist, den es gut zu stim­men gilt, oder was sein Wesen ist und wie er sich dem Men­schen vorstellt. Vielmehr geht es lediglich darum, ein Rit­u­al durchzuführen, das einen Nutzen brin­gen soll. Darum wis­sen viele Japan­er auch nichts oder nur sehr wenig über die Got­theit, die sie im Schrein anbeten. Göt­ter wer­den oft lediglich nach ihrer Funk­tion beschrieben bzw. für wen oder was sie „zuständig“ sind. Das Wesen der Got­theit gegenüber sein­er Auf­gabe und Funk­tion tritt dabei in den Hin­ter­grund. Rit­uale sind wichtiger als Dog­men. Das spiegelt sich lei­der auch in vie­len zwis­chen­men­schlichen Beziehun­gen hier in Japan wider. Die Auf­gabe und Funk­tion ein­er Per­son erscheint oft wichtiger, als die Per­son selb­st.
Dabei ent­deck­en wir vor allem eins: Der Gott der Bibel ist anders! In der Heili­gen Schrift stellt sich Gott vor. Er bleibt nicht unbekan­nt, son­dern will unter den Men­schen wohnen und mit ihnen Gemein­schaft haben. Durch Jesus, der auf die Erde kam und uns Men­schen gle­ich wurde, erken­nen wir, wie Gott ist. Gott ist also nicht unbekan­nt. Ihm geht es nicht um Rit­uale, son­dern um eine Beziehung mit ihm: weil Gott an jedem Einzel­nen inter­essiert ist. Und nein, Gott ist kein Wun­schau­tomat, und oft erleben auch wir als Chris­ten nicht nur Schönes! Aber wir wis­sen um einen Gott, der mit uns gemein­sam durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht, der uns ver­ste­ht, uns ken­nt, uns beis­te­ht und es gut mit uns meint. Und oben­drein schenkt er uns eine Per­spek­tive über dieses Leben hin­aus, die so viel größer und weit­er ist!

Scroll to Top
Umfrage

dein Feedback zur Neuen Seite