Safe bei Gott – auch in dunklen Momenten

Drei Personen stehen auf der Bühne vor einem sitzenden Publikum, hinter ihnen steht in großen Buchstaben SAFE geschrieben.
Die Plenumsveranstaltungen beim TMT fanden in einem großen Zelt statt. 

BAD LIEBENZELL. Übli­cher­wei­se steht das Mon­bach­tal bei Bad Lie­ben­zell im Nord­schwarz­wald für Ruhe und Idyl­le. Vom 15. bis 17. Mai sah es jedoch anders aus: Zahl­rei­che Zel­te, lau­te Musik und beten­de Jugend­li­che präg­ten das Bild des Tals. Etwa 1500 Per­so­nen kamen zum Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen. Sie fei­er­ten, tausch­ten sich über ihren Glau­ben aus, kamen mit Mis­sio­na­ren ins Gespräch und nah­men an Work­shops und Semi­na­ren teil. Ver­an­stal­ter waren die Lie­ben­zel­ler Mis­si­on, die Christ­li­chen Gäs­te­häu­ser Mon­bach­tal sowie der Süd­deut­sche und Süd­west­deut­sche Jugend­ver­band „Ent­schie­den für Chris­tus“ (EC). Das Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen fand zum 52. Mal statt. Mot­to war in die­sem Jahr „Safe“.

Silas Brei­sa­cher, Jugend­pas­tor aus Calw, sprach über die bibli­sche Geschich­te aus dem Mat­thä­us-Evan­ge­li­um, als Jesus über das Was­ser ging. Das sei kein Zau­ber­trick gewe­sen, son­dern eine Ansa­ge, denn nur Gott kön­ne auf dem Was­ser gehen. Die­se Geschich­te habe auch heu­te noch Bedeu­tung. Noch nie habe eine Gene­ra­ti­on so vie­le Mög­lich­kei­ten gehabt wie der­zeit: „Wir kön­nen mit Tau­sen­den Men­schen digi­tal ver­netzt sein und haben das bes­te Gesund­heits­sys­tem jemals. Wir könn­ten fast schon auf dem Was­ser lau­fen, aber die Rea­li­tät ist eine ande­re. Wir ver­lie­ren das Wesent­li­che aus dem Blick und sin­ken.“ Eine Art Nebel habe sich um uns gelegt. Silas Brei­sa­cher iden­ti­fi­zier­te vier ver­schie­de­ne Nebel-Arten. Als „Optio­nen-Nebel“ bezeich­ne­te er die gro­ße Anzahl an Mög­lich­kei­ten, die lähmt und dazu führt, dass kei­ne Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den. „Iden­ti­täts-Nebel“ sei eine Gefahr, weil wir oft nicht einem ver­meint­lich gefor­der­ten Bild ent­spre­chen. „Social Media spielt ein per­fek­tes Leben vor. Der Druck, den wir heu­te spü­ren, ist so groß wie nie zuvor. Wir ver­glei­chen uns stän­dig. Wenn du nicht so bist, wie du sein soll­test, bist du ein Nie­mand.“ „Leis­tungs-Nebel“ for­de­re eine stän­dig hohe Per­for­mance. „Inne­rer Nebel“ sei­en Sor­gen und see­li­sche Her­aus­for­de­run­gen. Jeder fünf­te Teen­ager kla­ge heu­te über psy­chi­sche Pro­ble­me, so Silas Brei­sa­cher. Eine typi­sche Reak­ti­on dar­auf sei, sich auf­zu­ge­ben und zu sin­ken, indem man sich in Ablen­kun­gen flüch­te oder eine Rol­le spie­le. Eine ande­re Reak­ti­on sei, dage­gen anzu­kämp­fen: „Du ver­suchst noch sport­li­cher, coo­ler, schö­ner und ange­se­he­ner zu wer­den.“ Bei­de Reak­tio­nen sei­en jedoch zum Schei­tern bestimmt: „Auf dem Was­ser des Lebens zu lau­fen, heißt nicht, dass alles rund läuft. Es bedeu­tet, auf Jesus zu schau­en. Weil er trägt, kann ich auf dem Waser gehen.“ Der bibli­sche Begriff der Sün­de bezeich­ne vor­der­grün­dig nicht ein sicht­ba­res Fehl­ver­hal­ten, son­dern Jesus Chris­tus aus dem Blick zu ver­lie­ren: „Sün­de bedeu­tet, die Din­ge um uns her­um und uns selbst zum Maß­stab unse­res Lebens zu machen.“ Silas Brei­sa­cher for­der­te die Teen­ager dazu auf, Chris­tus zuzu­trau­en, dass er in unse­rem Leben etwas bewir­ken kön­ne: „Jesus kann den Nebel um dich her­um lichten.“

Dani­el Wan­nen­wetsch, Lan­des­ju­gend­re­fe­rent im Süd­west­deut­schen EC-Ver­band, erzähl­te, wie er in sei­ner Schul­zeit in der 8. Klas­se von fünf Klas­sen­ka­me­ra­den aus dem Fens­ter in eine Dor­nen­he­cke gewor­fen wur­de. Das Schlimms­te für ihn sei gewe­sen, dass dies sei­ne fünf bes­ten Freun­de getan hat­ten: „Das hat eine Wun­de in mei­nem Her­zen hin­ter­las­sen, die war bru­tal. Ich habe mich so unfass­bar allei­ne gefühlt.“ Ver­mut­lich wür­den die meis­ten das Gefühl von Ein­sam­keit und Ohn­macht ken­nen, so Dani­el Wan­nen­wetsch. Zum Bei­spiel, wenn ande­re hin­ter dem Rücken schlecht über einen reden. „Genau in die­ses Gefühl hin­ein spricht Jesus dir und mir die­sen Satz zu: ‚Lasst euch in eurem Her­zen kei­ne Angst machen.‘ Der Ohn­macht der Ein­sam­keit stellt Jesus den Glau­ben an sich gegen­über.“ Glau­be sei das Gegen­teil von Ein­sam­keit, Glau­be bedeu­te Ver­bin­dung. „Bei Gott ist ein siche­rer Platz, an dem du sein kannst. Du kannst erle­ben, wie Gott in den dun­kels­ten Momen­ten dei­nes Lebens bei dir ist. Auch ich habe es erlebt: Jesus hat mein Herz nach und nach und Stück für Stück geheilt.“

Mit beim Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen dabei war auch der christ­li­che Rap­per Copa­in. Er gab ein Kon­zert und sprach über sei­ne her­aus­for­dern­de Kind­heit. Zwar sei er christ­lich auf­ge­wach­sen, kam aber zusam­men mit eini­gen sei­ner Geschwis­ter meh­re­re Jah­re in ein Kin­der­heim: „Gott war mein Vater im Him­mel, den ich hier auf der Erde nie rich­tig hat­te. Im Kin­der­heim war er der ein­zi­ge Ansprech­part­ner für mich, der mich wirk­lich kennt.“ Es sei mutig, den eige­nen Glau­ben immer mal wie­der zu hin­ter­fra­gen: „Gott wird sich zei­gen und dann wer­det ihr noch mehr an ihn glau­ben.“ Für ihn sei Gott das Wich­tigs­te in sei­nem Leben, trotz klei­ner und gro­ßer Brü­che, so Copa­in: „Egal ob ihr eine zer­bro­che­ne Fami­lie habt oder nicht, Gott kann das Fun­da­ment sein, das fest­steht, auch wenn alles ande­re wegbricht.“

Ste­fan Mül­ler berich­te­te von sei­ner Arbeit als Mis­sio­nar in Mala­wi. Zusam­men mit sei­ner Frau Debo­ra setzt er sich für Jugend­li­che in dem afri­ka­ni­schen Land ein.

Im Lau­fe des Wochen­en­des gab es 20 Semi­na­re und Work­shops. The­men waren dabei unter ande­rem der Umgang mit Social Media, Glau­be leben in der Schu­le, Gefah­ren durch Por­no­gra­fie, Grund­la­gen der Ers­ten Hil­fe oder ein Break­dance Work­shop. Zum täg­li­chen Pro­gramm beim Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen gehör­te die Mög­lich­keit, gemein­sam in der Bibel zu lesen und ein Büh­nen­pro­gramm mit ver­schie­de­nen Showeinlagen.

Den Abschluss der drei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung bil­de­te wie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch ein Spon­so­ren­lauf über einen Hin­der­nis­par­cours durch Was­ser, Sand und Matsch. Der Erlös des Laufs von mehr als 31.000 Euro kommt kari­ta­tiv-sozia­len Pro­jek­ten in Mala­wi zugu­te. Dort wer­den unter ande­rem ein Kin­der­gar­ten und eine Schu­le unterstützt.

Das ers­te Teen­ager­mis­si­ons­tref­fen fand 1974 statt. Das nächs­te Tref­fen fin­det vom 30. April bis 2. Mai 2027 statt.

Illustration einer Person, die eine Webseite hält, umgeben von Symbolen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Kreativität.

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