50 Jahre Bildung mit Wirkung
Die Pacific Islands University (PIU) auf Guam blickt auf ein halbes Jahrhundert bewegter Geschichte zurück. Zum 50-jährigen Bestehen würdigte Dave Jarsetz, Leiter der Liebenzeller Mission, die Entwicklung der Hochschule.
In seinem Jubiläumsgrußwort hob er die besondere Bedeutung der Institution und ihrer Geschichte hervor: „Ich bin dankbar für unsere langjährige Partnerschaft, die 1976 mit dem Micronesian Institute of Biblical Studies (MIBS) begann. Es wurde gemeinsam mit evangelikalen Kirchen in Mikronesien gegründet. Von Anfang an gab es eine klare Überzeugung: In Bildung zu investieren bedeutet, in Menschen zu investieren – und in die Zukunft der Kirche auf den Inseln.“
Was als Vision begann, Pastoren und Leiter auszubilden, weitete sich bald aus, als Studierende und Gemeinschaften nach einer Ausbildung für das Leben, die Leiterschaft und den Dienst über Kulturen hinweg suchten.
Aus dieser Vision entstand die heutige PIU: „Als Gründungspartner freuen wir uns mit euch und danken Gott für alles, was er durch die PIU bewirkt hat.“
Bildung war dabei laut Dave Jarsetz nie ein Selbstzweck, sondern ein Weg, Menschen zu formen, die Kirchen, Familien und Gemeinschaften aufbauen: „Seit über 50 Jahren lebt die PIU diese Mission treu aus, indem sie Männer und Frauen auf Leitungsaufgaben und Dienst in ganz Mikronesien, im Pazifik und darüber hinaus vorbereitet.“ Dave Jarsetz zufolge geschah das in einem einzigartigen Umfeld: multikulturell, beziehungsorientiert und fundiert sowohl akademisch als auch geistlich: „Die PIU ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern ein Ort, an dem Leben geprägt wird und Berufung Wurzeln schlägt“. Wie Dave Jarsetz betonte, ist der Bedarf an „geerdeten Pastoren, Leitern und qualifizierten Menschen mit gottgefälligem Charakter“ heute größer denn je.
Die PIU wurde auf einer der Inseln im Herzen von Mikronesien ins Leben gerufen, um den Menschen in Mikronesien und auf den Pazifischen Inseln eine zugängliche, exzellente und transformierende christliche Hochschulbildung sowie eine Ausbildung für den Dienst zu bieten. Mikronesier sollten zudem auf Führungsaufgaben in der Kirche vorbereitet werden. Dazu dienen akkreditierte, erschwingliche und zugängliche Studiengänge.
1991 eröffnete die Hochschule unter der Leitung ihres ersten Präsidenten, des Liebenzeller Missionars Roland Rauchholz, einen neuen Campus auf der weiter westlich gelegenen und besser erreichbaren Insel Guam. Das MIBS wurde zum Pacific Islands Bible College (PIBC). Das PIBC begann mit dem Angebot von Zertifikats- und Diplomprogrammen in Bibelwissenschaften und führte anschließend die Abschlüsse „Associate of Arts“ und „Bachelor of Arts“ ein.
Unter der Leitung des zweiten PIBC-Präsidenten, William Wood (1995–2002), zog der Campus auf Guam von gemieteten Räumen auf den heutigen Campus in Mangilao um. Dieser wurde 1997 erworben und im Frühjahr 1999 nahm man dort den Betrieb auf. Im Januar 2003 übernahm David Owen die Leitung der Schule.
2004 erhielt das PIBC die Akkreditierung durch die Transnational Association of Christian Colleges and Schools (TRACS), welche vom US-Bildungsministerium (USDE), dem Council for Higher Education Accreditation (CHEA) sowie dem International Network for Quality Assurance Agencies in Higher Education (INQAAHE) anerkannt ist. Dies eröffnete Studierenden aus Mikronesien die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung aus den USA zu erhalten, und setzte etablierte Qualitätsstandards für die Studiengänge. Das PIBC eröffnete Lehrstätten auf drei weiteren Inseln in Mikronesien: Chuuk, Palau und Yap. In das Bibelstudienprogramm wurden einige Nebenfachstudiengänge, darunter „Englisch als Zweitsprache“ und „Grundschulbildung“, aufgenommen. Erschwinglichkeit, Zugänglichkeit und Relevanz wurden zu wichtigen Leitmotiven, die die Vision des PIBC prägten.
Im Februar 2009 beschloss der Stiftungsrat, den Namen der Hochschule in „Pacific Islands University” (PIU) zu ändern. Damit sollte der wachsenden Bedeutung der christlich-geisteswissenschaftlichen Ausbildung Rechnung getragen und das im Herbst 2008 gestartete Seminarprogramm auf Graduiertenebene anerkannt werden. Seither wurden Studiengänge hinzugefügt, die unter anderem Bibelübersetzung, christlichen Dienst und Pädagogik umfassen.
Die Studierenden der PIU kommen aus vielen verschiedenen Ländern und haben unterschiedliche Hintergründe. Zwar stammen die meisten von den Pazifikinseln, doch auch Studierende aus anderen Ländern in Asien, Afrika, Europa sowie Nord- und Südamerika sind willkommen. Die PIU ist ein Ort, an dem Studierende die multikulturelle Vielfalt der globalen Gemeinschaft in einer kleinen Hochschulumgebung erleben können. „Wir legen nicht nur Wert auf die persönliche Charakterentwicklung, sondern auch auf das Engagement für Themen rund um Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, Barmherzigkeit und Gnade in Kultur und Gesellschaft. Da die Bibel die höchste Autorität in allen Lebensbereichen ist, setzt sich die PIU dafür ein, den Studierenden zu helfen, Wissen und Verständnis der Heiligen Schrift zu entwickeln“, sagte Dave Jarsetz
In einer globalisierten Kultur reicht es nicht aus, dass Studierende andere Kulturen lediglich kennen oder schätzen. Sie müssen kulturell flexibel werden, um sich auf verschiedene Kulturen einzulassen, von ihnen zu lernen und in ihnen zu dienen.
Im Vorstand des Pacific Islands Bible College sind die Liebenzell Mission International, die Palau Evangelical Church und die Yap Evangelical Church vertreten. Die Fakultät und das Personal setzen sich aus Inselbewohnern sowie Missionaren aus Deutschland und den Vereinigten Staaten zusammen.
Aktuell studieren an der PIU 120 Frauen und Männer.














