„Wenn man Toronto erreicht, erreicht man die ganze Welt.“
Memo Bojan lebt und arbeitet seit Dezember 2023 in Kanada im Großraum Toronto. Dort ist er in der Gemeindegründung in Mississauga tätig. Zu seinen Aufgaben gehören Predigtdienste sowie Evangelisation und Jüngerschaft. Der gelernte Zimmerer wurde als Kurde im Osten der Türkei geboren. Nach seiner Bekehrung und dem Besuch einer Bibelschule engagierte er sich intensiv in der Jungschar- und Jugendarbeit, im Predigtdienst sowie bei evangelistischen Einsätzen.
In den nächsten Wochen ist er in Deutschland und berichtet von seiner Arbeit. Wir haben ihm einige Fragen gestellt.
Du bist seit etwa zwei Jahren als Gemeindegründer in Kanada. Was war dein Highlight in dieser Zeit?
Die Gegend und meine Gemeinde sind sehr international. Ich selbst habe Migrationshintergrund, aber so viel Internationalität habe ich in Deutschland nicht erlebt. Es ist schön zu sehen, wie gut das Miteinander der verschiedenen Kulturen in Kanada und auch bei uns in der Gemeinde klappt. Das ist dort schon entspannter. In Deutschland sind viele Menschen etwas ängstlicher in Bezug auf den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Die ganze Welt an einem Ort oder sogar in einer Gemeinde zu haben, begeistert mich. Das ist ein bisschen Himmel auf Erden.
Sind die Menschen in Kanada offener für den christlichen Glauben als in Deutschland?
Das weiß ich nicht. Nicht unbedingt offener, aber vielleicht sind sie neugieriger. Viele kommen aus Ländern, in denen sie noch nie vom Evangelium gehört haben. Sie stellen Fragen, sind interessiert und einfach neugierig. Manchmal wird dann aus der Neugier auch Offenheit für den Glauben.
Toronto gilt als die multikulturellste Stadt der Welt. Du bist in der Türkei geboren und in Deutschland aufgewachsen. Helfen dir die verschiedenen kulturellen Prägungen für deinen Missionsdienst?
Absolut. Das hilft mir sehr. Auch wenn ich natürlich immer wieder selbst dazulernen muss. Aber ich kann mich schon gut in Menschen hineinfühlen, die zugewandert sind – weil ich das selbst erlebt habe. Mir hilft es auch, in einem muslimischen Umfeld groß geworden zu sein. Denn die Leute fragen sich oft, warum ich Christ bin und stellen mir viele Fragen. Das ist ein guter Türöffner. Auch im Miteinander stelle ich das immer wieder fest. Manche Menschen sind mir gegenüber offener. Ganz genau weiß ich auch nicht warum. Vielleicht sehen sie mich einfach als einen von ihnen.
Was ist eure Vision für die Gemeindegründung in Mississauga?
Unsere Vision ist, unseren Stadtteil mit dem Evangelium zu erreichen. Etwa 80 Prozent der Menschen bei uns sind muslimisch. Bewusst haben wir kein eigenes Kirchengebäude, sondern treffen uns im Nachbarschaftszentrum. Unser Traum ist es, in die Nachbarschaft hineinzuwirken und Muslime für Jesus zu erreichen.
Was sind für dich die größten Herausforderungen in deiner Arbeit?
Ich habe erlebt, dass ich mich immer wieder neu auf Situationen einstellen muss: fremde Kultur, neue Sprache, neue Formen der Zusammenarbeit. Immer wieder neu Zeit zu investieren und sich selbst neu zu entwickeln, ist herausfordernd. Mir persönlich hat es aber auch viel gebracht und ich bin daran gewachsen.
In den nächsten Wochen bist du in Deutschland. Was wünscht du dir für diese Zeit?
Ich wünsche mir, dass sich Menschen finden, die für meine Arbeit beten und spenden. Ich merke, dass bei vielen Menschen das Bewusstsein nicht da ist, dass Kanada Missionsland ist. Aber wenn wir in die Bibel schauen, dann sehen wir, dass zum Beispiel Paulus sehr strategisch gearbeitet hat und sich die Orte seiner Missionsreisen genau überlegt hat. Der Großraum Toronto hat für das Evangelium ein enormes Potenzial. Überspitzt gesagt: Wenn man Toronto erreicht, erreicht man die ganze Welt. Denn die Menschen nehmen dann die Botschaft von Jesus mit in ihre Heimatländer.
Du willst die Missionsarbeit von Memo Bojan mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.












