GEDANKEN VON DAVE JARSETZ
Liebe Missionsfreunde,
„Eine Gemeinschaft lebt davon, dass es Menschen gibt, die mehr tun, als sie müssen.“ Dieser Gedanke, der oft Helmut Schmidt zugeschrieben wird, bringt auf den Punkt, wie wichtig Eigeninitiative, Solidarität und freiwilliges Engagement für unser Zusammenleben sind. Auf den ersten Blick klingt das allerdings nicht besonders attraktiv. Denn es bedeutet ja, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, obwohl wir ohnehin schon genug zu tun haben. Unsere To-do-Listen wachsen bekanntlich schneller, als sie schrumpfen. Und trotzdem wissen wir: Das, was eine Gemeinschaft wirklich lebendig macht und erhält, funktioniert nicht nur wie ein Dienst nach Vorschrift.
Es ist der Kollege, der spontan mithilft. Die Mitarbeiterin, die ein ermutigendes Wort findet. Der Kommilitone, der nicht zuerst fragt: „Ist das eigentlich noch meine Aufgabe?“, sondern: „Was braucht mein Gegenüber gerade?“ Jesus sagt in der Bergpredigt: „Wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, dann geh mit ihm zwei.“ (Matthäus 5,41) Jesus lädt uns ein, nicht bei der Pflichterfüllung stehen zu bleiben, sondern anderen mit Großzügigkeit und Liebe zu begegnen. Nicht, weil wir uns ständig überfordern sollen oder immer noch mehr leisten müssen. Manchmal besteht dienende Liebe gerade darin, eine Aufgabe gemeinsam zu tragen, Hilfe anzunehmen oder rechtzeitig eine Grenze zu ziehen. Es geht nicht darum, möglichst viel zu leisten, sondern darum, Menschen mit den Augen Jesu zu sehen und füreinander da zu sein.
Auf einem Missionskongress von Lausanne hörte ich einmal den Satz: „It isn’t how many sneakers you own. It’s how many feet you have washed that matters.“ Es kommt nicht darauf an, wie viele Turnschuhe du besitzt, sondern wie vielen Menschen du die Füße gewaschen hast.
Das erinnert an Jesus selbst. In Johannes 13 wäscht er seinen Jüngern die Füße. Der Größte macht sich zum Diener – und gibt sein Leben für uns hin. Jesus zeigt uns nicht nur, wie wir dienen sollen. Er liebt und dient uns zuerst. Bevor wir selbst etwas geben können, dürfen wir empfangen: seine Liebe, seine Gnade und seine Zuwendung.
Aus dieser Liebe dürfen wir leben und anderen dienen. Wir müssen uns Gottes Liebe nicht verdienen. Unser Tun ist vielmehr eine Antwort auf das, was wir in Christus bereits empfangen haben.
Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr durch diese Liebe immer wieder gesegnet seid und selbst zum Segen für andere werden dürft.
Herzliche Grüße vom Missionsberg
Dave Jarsetz (Missionsleiter)
