13 malaWi darum geht’s mission weltweit 9–10/2021 kamen seine ganze Familie und Verwandte, die in der Nähe wohnen. Sie wollten mir danken und mitteilen, dass Milito sich sehr positiv verändert hätte, seit er im Jugendkreis ist. Das war ein berührender Moment. Für mich gehört das Sportprogramm, einfaches Fußballspielen und Gemeinschaft mit den Teens zu einem gewöhnlichen Montagnachmittag – für Milito aber war es der Beginn eines veränderten Lebens. Warum wir gemeinsam vorangehen Im Zeitalter der Digitalisierung und vor allem Globalisierung fordert uns der Begriff Mission noch einmal anders heraus. Wir müssen zum einen wissen, wie er wahrgenommen wird. Zum anderen müssen wir in diesem veränderten Zeitalter umdenken, bisherige Methoden hinterfragen, internationaler und beweglicher werden. Für uns als Familie geht es bei Mission nicht in erster Linie darum, „den Afrikanern etwas beizubringen“. Wir wollen mit ihnen Alltag teilen und leben und zum Glauben an Jesus einladen, der uns so viel gibt und uns trägt. Dabei ist uns die Haltung der Lernbereitschaft sehr wichtig. Immer wieder erleben wir, dass wir Europäer viel von Afrikanern lernen können: Gastfreundschaft, Zeit für den anderen haben, Begeisterung, Ehrfurcht vor Gott. Folglich haben wir in der Jugendarbeit unsere gemeinsamen Visionen, Ziele, Strategien und letztendlich unsere ganze Arbeitskultur danach ausgerichtet. Es sind eben nicht wir diejenigen, die etwas für sie aufbauen! Es hat viel Segen für die Arbeit und auch für uns gebracht, wenn Malawier vorneweg gegangen sind, Verantwortung übernommen und ihre Ziele selbst formuliert haben. Dieser durchlebte Prozess hat für unseren Alltag eine hohe Bedeutung. Weshalb sie es uns einfach machen Unsere malawischen Freunde machen es uns leichter als der Reporter oder der Friseur in Deutschland. Afrikaner nehmen Mission ganz anders wahr als Europäer und füllen den Begriff positiv. Wir erleben folglich sehr viel dankbare Rückmeldung und Offenheit, wie es auch bei Milito der Fall war. Neben aller humanitären und sozialen Hilfe teilen wir unsere Erfahrungen und sagen weiter, dass Jesus unser eigenes Leben positiv verändert hat. Und so erfahren Malawier, wer Jesus in ihrem persönlichen Leben sein will. Im Ausland leben und arbeiten ist nicht immer einfach, aber wir erleben, wie Gott im Alltag hilft, durchträgt, ermutigt und stärkt. Manchmal fragen wir uns: Wie schaffen das Menschen, die Jesus nicht kennen? Weil wir erleben, dass er uns führt und gegenwärtig ist, setzen wir uns als Familie in der Mission ein und erzählen leidenschaftlich gerne von ihm weiter. Wozu soziale Medien auch dienen können Wir wünschen uns, dass noch viele Menschen diesen großartigen Gott kennenlernen und Christen sich für ihn einsetzen. Deshalb nutzen wir auch die Möglichkeiten, die soziale Medien bieten. Wir nehmen Freunde in unseren Alltag mit hinein, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie gut es uns Europäern geht, und um zu zeigen, wie wichtig es ist, als Christen weltweit Verantwortung zu übernehmen. Es ist schön, sich über diese Medien auszutauschen und zu sehen, wie viele sich beteiligen und mithelfen. Dass wir nicht alleine unterwegs sind, ermutigt uns immer wieder und macht dankbar. Viele Freunde bereichern unser Leben, und es liegt auch ihnen am Herzen, Mission zu leben. Christen dürfen und sollen in dieser Welt als Licht leuchten: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter einen Stuhl, sondern auf den Leuchter, dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen“. (Matthäus 5,14ff) Sebastian Pfrommer l Übrigens: Das SWR-Interview hat dann sehr gut geklappt. Wir haben uns gefreut, dass über Mission auch in Deutschland einmal positiv berichtet wurde. Sebastian und Cathrin Pfrommer lebten von 2017 bis Juli 2021 in malawi und unterstützten die Jugendarbeit unserer Partnerkirche. Künftig leiten sie das missionsorientierte Jüngerschaftprogramm „impact-move“ der liebenzeller mission. sebastian ist schreinermeister. nach einem auslandseinsatz (cathrin in Kenia, sebastian in malawi) studierten beide „theologie/soziale arbeit im interkulturellen Kontext“ an der internationalen hochschule liebenzell. sie haben einen sohn. rundbriefe erwünscht? www.liebenzell.org/pfrommer fOtOs: seBastian PfrOmmer Milito (mit rosa Maske, rechts hinten) inmitten des Jugendkreises Cathrin mit den Mädels der Jugendgruppe
RkJQdWJsaXNoZXIy Mzg4OTA=