MISSION weltweit 3/2026 PAPUA-NEUGUINEA 11 ZUM THEMA FOTO: SEBASTIAN PROSS 1 Deutsch: Danke, dass ihr uns die Gute Nachricht bringt! Der Grund für die Dankbarkeit: Viele Neuguineer haben Schulen besucht, die von Missionaren und Gemeinden aufgebaut wurden, oder über die Mission medizinische Hilfe erhalten. Fast jeder gehört zu einer Gemeinde. Mission wird nicht als Kulturzerstörung wahrgenommen, sondern als Ursprung der christlichen Identität Papua-Neuguineas. Schwieriger ist hingegen die Toleranz gegenüber anderen Neuguineern. Über Jahrtausende lebten viele Stämme isoliert voneinander. Es existieren über 850 verschiedene Sprachen. Daraus hat sich ein starker Ethnozentrismus entwickelt, der die eigene Kultur zum Maßstab macht: Wer nicht ist wie wir, liegt falsch. Über Grenzen hinweg Jesus dienen Diese Haltung zeigt sich auch in kirchlichen Strukturen. In der Vergangenheit wies die Kolonialverwaltung verschiedenen Missionswerken bestimmte Regionen zu. Konfessionelle Abgrenzungen wurden so verfestigt. Obwohl viele Partnerkirchen Mitglieder der Evangelischen Allianz sind, ist praktische Zusammenarbeit oft kaum vorstellbar. Aussagen wie: „Die sind keine wirklichen Christen“, begegnen uns immer wieder. In unserer Partnerschaftsarbeit versuchen wir deshalb, neu zu entdecken, was es bedeutet, Teil einer weltweiten Kirche zu sein – und selbst missionarisch zu handeln. Dazu wollen wir Stammesdenken überwinden und auf Einheit hinarbeiten. Dieses Phänomen begegnet uns nicht nur in PNG. Laut der Lausanner Bewegung gibt es weltweit rund 43.000 christliche Denominationen. Jesus fordert uns zur Einheit auf und verknüpft sie mit dem Ziel: „dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“ (Johannes 17,21). Einheit heißt nicht Gleichheit. Hierzulande sagen wir gerne „Unity in Diversity“: Einheit in Vielfalt. Hoffnung macht die Geschichte von Manasa und Rhoda Bogo, die elf Jahre in unserer Arbeit „Shape Life“ in den Settlements aktiv waren. Sie gehören zur Evangelikalen Gemeinde PNGs (ECPNG), die eigentlich keine Partnerkirche der Liebenzeller Mission ist. Mittlerweile sind sie von der ECPNG ausgesandt, begleitet von Pioneers Oceania, um als Missionare unter den Aborigines in Australien zu wirken. Im April unterzeichneten wir eine gemeinsame Vereinbarung zur finanziellen Unterstützung: Liebenzell, ECPNG und Pioneers. Mehr Einheit, weniger Ethnozentrismus. Betet mit, dass die Kirchen in PNG als ein Leib wachsen. Wo sind wir in Gefahr, unsere Unterschiede höher zu gewichten als Gemeinsamkeiten (vgl. Epheser 4)? Als Missionare dürfen wir Brückenbauer sein – in PNG und in Deutschland. Sebastian Proß Sebastian und Katharina Proß leben seit August 2016 in Papua-Neuguinea. Seit 2020 ist ihr Aufgabenschwerpunkt die Beratung und Schulung der Partnerkirchen sowie die Teamleitung der Missionare in PNG. Sebastian (Seppo) und Katharina (Kathi) haben Theologie/Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule Liebenzell studiert. Sie haben drei Kinder. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/pross Wer anders ist, liegt falsch In Papua-Neuguinea (PNG) werden Missionare noch gefeiert. Im Baumarkt bekommt man gelegentlich einen Sonderpreis und auf die Frage nach dem Beruf folgt nicht selten ein: „Thank you for bringing us the good news!“1 Angesichts westlicher Missionsdebatten irritiert das fast. Bei der Ausreise von Familie Bogo (5. und 6. von rechts) zeigten viele Glaubensgeschwister ihre Unterstützung
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