MISSION weltweit – Ausgaben 2026

MISSION weltweit 3/2026 KANADA 9 ZUM THEMA Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6). Diese Aussage ist eindeutig – und sie polarisiert. Sie widerspricht einer Weltsicht, in der alles gleich gültig sein soll. Ich erlebe das oft: Über „Spiritualität“ kann man in der Regel offen reden. Aber wenn es konkret um Jesus geht, wird es plötzlich still – oder angespannt. Die unausgesprochene Frage lautet: Darf man heute überhaupt noch von Jesus als dem einzigen Weg sprechen? Die Reaktionen auf „Christ is King“ geben darauf eine ernüchternde Antwort: Ja, man darf es sagen – aber man muss mit Gegenwind rechnen. Ein klarer Auftrag mit Image-Problem Mission hat in unserer Zeit ein schwieriges Image. Manche verbinden damit Druck, Überheblichkeit oder kulturelle Bevormundung. Doch biblisch gesehen ist Mission etwas ganz anderes. Jesus sendet seine Jünger: „Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium“ (Markus 16,15). Es geht nicht darum, Menschen zu überreden, sondern ihnen die Hoffnung Jesu anzubieten. Und das, wie Petrus sagt, „mit Sanftmut und Ehrerbietung“ (1. Petrus 3,16). Ähnliches gilt auch für die interkulturelle Gemeindearbeit. Unterschiedliche Prägungen bringen Bereicherung, aber auch Konfliktpotenzial. Was für den einen selbstverständlich ist, kann für den anderen befremdlich sein. Die Frage ist: Leben wir nur nebeneinanderher – oder lernen wir wirklich voneinander? Paulus beschreibt Gemeinde als „einen Leib“ (1. Korinther 12,12). Einheit bedeutet nicht Gleichförmigkeit, sondern Zusammenhalt trotz Unterschiedlichkeit. Einheit und Klarheit Geht das zusammen? Die Bibel sagt: Ja – aber nicht grenzenlos. Jesus betet für die Einheit seiner Nachfolger: „… damit sie alle eins seien“ (Johannes 17,21). Gleichzeitig fordert die Schrift Klarheit in zentralen Fragen. Es gibt Bereiche, in denen ein Sowohl-als-auch möglich ist – etwa bei Musikstilen, Traditionen oder kulturellen Ausdrucksformen. Aber es gibt auch Punkte, an denen ein Entweder-oder notwendig ist – besonders, wenn es um das Wesen des Evangeliums geht. Ich habe gelernt: Wenn ich versuche, es allen recht zu machen, verliere ich am Ende an Klarheit – und oft auch an Glaubwürdigkeit. Ein „People-Pleaser“-Glaube, der allen gefallen will, wirkt vielleicht sympathisch, bleibt aber kraftlos. Das Evangelium hingegen hat Kraft – gerade, weil es nicht angepasst wird. Christen sind deshalb herausgefordert, in dieser Spannung zu leben. Sie dürfen und sollen vermitteln, zuhören und Frieden stiften. Aber sie dürfen das Evangelium nicht zurechtbiegen, nur um Konflikte zu vermeiden. Denn echte Einheit entsteht nicht durch Anpassung um jeden Preis, sondern durch die gemeinsame Ausrichtung auf Jesus. Und vielleicht beginnt genau das im Kleinen: in einem Gespräch bei Kaffee, im geduldigen Zuhören, im ehrlichen Teilen dessen, was uns trägt. Dort, wo Wahrheit und Liebe einander begegnen, kann etwas von dem sichtbar werden, was Gott sich für diese Welt gedacht hat: Brücken bauen – und dabei Klartext reden. Genau darin liegt die besondere Berufung von Christen in unserer Zeit. Memo Bojan Es geht nicht darum, Menschen zu überreden, sondern ihnen die Hoffnung Jesu anzubieten. Kanada beheimatet Menschen unterschiedlichster Kulturen – genau wie die Gemeinde in Mississauga In Kleingruppen verbringen Gemeindeglieder gern Zeit miteinander

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