MISSION weltweit 3/2026 DEUTSCHLAND 7 ZUM THEMA Dieser Moment löste in mir einen Reflexionsprozess aus. Was verbinde ich mit dem Wort „Mission“? Was verstehen andere Menschen darunter? Meine vielleicht naive Vorstellung war: Menschen mit vielen Möglichkeiten helfen anderen Menschen mit weniger Möglichkeiten und bringen ihnen dabei das Evangelium nahe. Nun lernte ich, dass andere beim Wort „Mission“ eher hören: Privilegierte Menschen erklären Menschen in Entwicklungsländern die Welt – zugespitzt und bewusst vereinfacht formuliert. Heute kann ich besser verstehen, warum das Wort für viele negativ behaftet ist. Auch die Aussage „Ich möchte nicht missioniert werden“ habe ich schon öfter gehört. Das kann ich gut nachvollziehen. Wenn Mission mit Zwang verbunden wird, sehe ich sie auch kritisch. Das Evangelium ist eine befreiende Botschaft, keine bevormundende oder einengende. Auf den Zusammenhang kommt es an Gleichzeitig merke ich, dass das Wort „Mission“ in anderen Kontexten völlig unproblematisch ist. Denken wir nur an die erfolgreiche Filmreihe „Mission Impossible“. Auch im beruflichen Umfeld formulieren immer mehr Arbeitgeber ein „Mission Statement“: Warum und wofür macht das Unternehmen was? Das schafft Klarheit, Ziele und mitunter auch eine Daseinsberechtigung. Aus dieser Perspektive betrachtet, hat das Wort „Mission“ eine durchweg positive Bedeutung. Ich denke, es ist entscheidend, in welchem Zusammenhang wir das Wort benutzen und wie wir es mit Leben füllen. Man sollte sich auch bewusst machen, was dieses Wort für andere bedeuten könnte und was es in der Vergangenheit, beispielsweise während der Kolonialisierung, bedeutet hat. Gleichzeitig haben wir einen klaren Auftrag von Gott, Menschen von seiner Liebe weiterzuerzählen. Wir wollen alle Menschen mit seiner guten Botschaft erreichen – ohne Druck oder politische Agenda. Fazit: Mission – darf man das? Ich denke: ja! Wir möchten Menschen die Möglichkeit geben, den christlichen Glauben kennenzulernen und selbst zu entdecken. Aus Liebe zu den Menschen packen wir außerdem in den Bereichen mit an, in denen sie Hilfe brauchen. Wir bringen unsere Gaben ein, nicht weil wir uns für etwas Besseres halten, sondern weil wir so Gottes Auftrag verstehen. Das ist für mich Mission. Unter diesem Aspekt bin ich gerne Missionarin. Paula Otterbach Paula Otterbach unterstützt seit Oktober 2023 die Junge Kirche Berlin (JKB) in Treptow und möchte vor allem Kindern und Jugendlichen von Jesus erzählen. Sie ist Medizinische Fachangestellte und Gemeindepädagogin (Theologisches Seminar Adelshofen). Paula feiert Pizza, bunte Socken und die Berliner Trams. Sie liebt die große Stadt und ihre kleine Gemeinde. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/ otterbach Das Evangelium ist eine befreiende Botschaft, keine bevormundende oder einengende. Mission – darf man das? Ich wusste schon früh, dass ich einmal hauptamtlich in einer Gemeinde arbeiten wollte. Wo genau, war mir lange nicht klar. Doch ich erinnere mich noch genau daran, dass ich mit 15 Jahren einer Freundin stolz erzählte: „Ich möchte Missionarin werden und nach Afrika gehen.“ Ich empfand das als eine gute Sache. Doch als Antwort kassierte ich einen kritischen Blick und spürbare Zurückhaltung. „Aha.“ Keine Nachfrage, wie ich denn darauf käme oder was genau das bedeutete, sondern Abwertung. Paula sticht gern aus der grauen Masse heraus – mit Jesus als Hoffnung ebenso wie mit ihrer grünen Jacke Mit anschaulichem Material lässt sich der Inhalt der Predigt besser verankern FOTO: DIRK FARR FOTO: PAULA OTTERBACH
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