ZUM THEMA BANGLADESCH 4 In Bangladesch gibt es hauptsächlich drei Religionen. Die deutlich größte mit etwa 91 Prozent ist der Islam, gefolgt vom Hinduismus mit knapp 8 Prozent und der kleinen Gruppe von etwa 0,3 Prozent Christen. Anders als in Deutschland wird hier Religion sehr sichtbar ausgelebt. Sie ist keine Privatsache, sondern ein zentraler Teil der Identität. Bei den Muslimen wird das zum Beispiel hörbar durch den täglichen Chor der MuezzinRufe, die man in der Stadt von zahllosen Moscheen in der Umgebung hört. Viele Kulturen nebeneinander Bemerkenswert ist, dass es hier zunächst gar kein Problem ist, offen Hindu oder Christ zu sein, trotz der klaren Minderheitenrolle. Vor allem wir Ausländer haben die Bengalen in dieser Hinsicht als sehr liberal und pluralistisch erlebt. Wenn wir davon erzählen, dass wir ein Kinderdorf und eine Schule unterstützen, freut sich so gut wie jeder: „Das ist eine gute Arbeit – danke!“ Es fällt auch auf, dass die verschiedenen Religionen und damit einhergehende (Sub-)Kulturen klar voneinander getrennt sind. Sie leben sogar getrennt voneinander in richtigen „Religionsvierteln“. Ein Wechsel der Religion, nahezu egal in welche Richtung, ist sehr schwierig. Da Religion nicht nur persönliche Überzeugung ist, sondern das ganze soziale Umfeld, den Wohnraum und zum Teil auch den Arbeitsplatz ausmacht, kann man Hier ist es zunächst gar kein Problem, offen Hindu oder Christ zu sein, trotz der klaren Minderheitenrolle. Glaube – eine Frage der Kultur? Saina ist eine bekennende Christin in einem vorwiegend muslimischen Land – und weiß nicht, was an Karfreitag und Ostern geschehen ist. Unvorstellbar? Dass unsere neue Angestellte hier in Bangladesch damit keineswegs eine Ausnahme darstellt, hat mehrere Gründe. Ein hinduistischer Hausaltar, ein Mandir, besteht aus Bildern und Figuren verschiedener Gottheiten, kleinen Öllampen und Räucherstäbchen. Als Opfergaben werden Blumen oder Speisen dargebracht Die außerschulische theologische Ausbildung TEE (Theological Education by Extension) ermöglicht es Gemeindemitgliedern, die sich kein langjähriges Theologiestudium leisten können, sich in zentralen Glaubensfragen fortzubilden. Dadurch wird einerseits ihr Glaube gestärkt, andererseits werden sie befähigt, die Frohe Botschaft fundiert weiterzugeben. FOTOS: MICHA ULMER
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