20 LIEBENZELLER MISSION AKTUELL WEITERDENKEN >> SONDERBEITRAG ZUM THEMA VON JEAN-GEORGES GANTENBEIN FOTO: CHRISTOPH KIESS Diese Herausforderung ist auch deshalb so groß, weil wir auf eine reiche evangelische Tradition in Kirche und Mission1 zurückblicken. Wir können uns einerseits auf diese Erfahrung stützen, die aber andererseits zu einem Hindernis werden kann, weil wir vergangenen Missionsansätzen nachtrauern. Christen werden zur Minderheit, und Kirchen haben in unserer säkularisierten Gesellschaft nichts mehr zu sagen. Damit entsteht ein Legitimitäts- und Autoritätsproblem. Die Menschen erkennen uns nicht mehr als glaubwürdige Instanz an. Ohne diese Autorität wird uns das Recht abgesprochen, von unserem Glauben zu erzählen. Wie gewinnen wir neu den Mut, zu glauben, dass das Evangelium in unserer nachchristlichen Gesellschaft wieder auf ein positives Echo stoßen kann? Wie nutzen wir die Chance, Menschen aus anderen Kulturen in unserem Land auf Jesus anzusprechen? Jeder Umbruch bedeutet Abschied und Neuanfang, Verlernen und Neu-Lernen. 1 • Abschied – verlernen Von der Mehrheit zur Minderheit: Das ist ein schmerzlicher Prozess. Wir dürfen aber nicht das Christentum des Mittelalters und der Reformation idealisieren. Wahrscheinlich erleben wir eine Normalisierung. Wir werden, wie die meisten Kirchen dieser Welt, eine Minderheitenkirche. Weltweit ist das die Regel. Immigration ist in Europa ein politisch aufgeladenes Thema. Als Christen sollten wir uns den Tatsachen stellen: Es gab schon immer Migrationsströme. Auch ein Teil meiner Vorfahren wanSonder- beitrag von Jean-Georges Gantenbein Mission bei uns Von der China-Inland-Mission zur Germany-Inland-Mission Vielleicht ist die größte Herausforderung der Christen Deutschlands und der Liebenzeller Mission in den nächsten Jahren: Wie schaffen wir es, vor unserer Haustür relevant von Jesus Christus zu erzählen und Gemeinde zu bauen?
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