MISSION weltweit – Ausgaben 2026

MISSION weltweit 4/2026 DEUTSCHLAND 9 ZUM THEMA Ein neuer Wirkungsbereich Als jemand, die selbst aus der Finsternis in sein Licht gekommen war, berief mich Gott, diejenigen auf den Weg des Lichts zu führen, die in Finsternis und Verzweiflung litten: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt“ (Apostelgeschichte 18,9–10). Jesus verschaffte mir eine Teilzeitstelle an der Universität Freiburg. Ich konnte meine Familie versorgen und hatte Zeit, die Bibel zu studieren und Studenten das Evangelium zu verkünden. Zwar schätzte ich meine chemische Forschung und wünschte mir finanzielle Sicherheit, doch ich verstand, wie viel kostbarer die Seele ist. Für Jesus gab ich alles andere auf und betrachtete es als wertlos. So kam es, dass ich vielen chinesischen Studierenden die Frohe Botschaft weitergeben konnte. Eine von ihnen ist Sen Sen. Sen Sen lernt Vergebung Die 18-Jährige war gerade nach Freiburg gekommen, um Deutsch zu lernen, als ich sie kennenlernte. Ich lud sie zu einem Gebetstreffen mit anderen Christen ein. Sie fühlte sich sofort willkommen und beschloss schon bald, ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Zweimal wöchentlich kam sie zu unseren Treffen. Dabei zeigte sie jedes Mal seltsame Symptome: Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Wadenkrämpfe und mehr. Eine körperliche Ursache wurde von ihrem Arzt ausgeschlossen. Wir begleiteten sie mit Gesprächen und Gebet. Beim Lobpreis begann Sen Sen eines Tages heftig zu weinen und stieß einen schrecklichen Schrei aus, der über vierzig Minuten lang anhielt. Danach bekannte sie Gott ihre Sünden. Sie bat Jesus, den Hass gegen ihren Vater von ihr zu nehmen und ihr Kraft zur Vergebung zu schenken. Wir beteten für sie. Daraufhin zeigte sie während der Versammlungen keine körperlichen Reaktionen mehr. Nicht lange darauf kehrte Sen Sen zurück in ihre Heimat. Sie wusste, dass sie ihre familiären Beziehungen klären musste. Doch Sen Sens Eltern reagierten mit großer Ablehnung auf ihren Glauben. Sechs Monate lang sperrten sie sie im Haus ein. Wenn ihre Eltern nicht da waren, lasen wir am Telefon gemeinsam die Bibel, beteten mit ihr und trösteten sie. Schließlich sammelte die Gemeinde Geld, um ihr zur Flucht zu verhelfen. In einer Hauskirche in Shanghai fand sie Zuflucht. Nun waren ihre Eltern bereit, auf Sen Sen zuzugehen. Die Familie versöhnte sich. Sen Sen blieb in Shanghai, heiratete später einen Christen und Gott segnete sie mit drei lieben Kindern. Nun bringt sie anderen in China das Evangelium. Halleluja! Klaus-Dieter Volz Wie kann ich mit Chinesen über das Evangelium sprechen? Deutschland genießt in Asien einen guten Ruf. Die meisten (2022: knapp 38.5001) internationalen Studenten hierzulande sind Chinesen. Was für eine Gelegenheit, sie mit Jesus bekannt zu machen! Folgendes empfiehlt Peng Wei-Hong: 1. Geht auf die Menschen zu und baut Beziehungen auf. Ladet sie zu Festen zu euch nach Hause ein, unterstützt sie sprachlich und praktisch und betet für ihre Bedürfnisse. 2. Erzählt davon, wie ihr zum Glauben an Jesus Christus gekommen seid. Bringt ihnen Deutsch bei, damit sie die deutsche Bibel lesen können, und ladet sie zu Gemeindeveranstaltungen ein. 3. Stellt sie lokalen chinesisch-sprachigen Gemeinden oder Gemeinschaften vor und erleichtert ihnen so die Teilnahme an Gottesdiensten in ihrer Muttersprache. 1 Wissenschaft weltoffen, https://www.wissenschaft-weltoffen.de/de/interaktiv/internationalestudierendenmobilitat-weltweit/?country=de&country_name=Deutschland&direction=incomi ng&interpolate=true&value_type=absolute&filter_year=2022, 11.8.2026. 1993 mit ihrer Tochter in den Schweizer Alpen Im September 2000 lässt Wei Hong sich in der Chinesischen Gemeinde Nürnberg taufen Die chinesischen Studierenden liegen ihr besonders am Herzen

RkJQdWJsaXNoZXIy NjU1MjUy