MISSION weltweit – Ausgaben 2026

MISSION weltweit 4/2026 SAMBIA 5 ZUM THEMA In Sambia gibt es viele Gemeinden und Konfessionen. Viele Sambier würden sich als Christen bezeichnen. Die Menschen sind offen, mehr über den Glauben, Jesus und die Bibel zu lernen. Ganz im Gegensatz zu meiner Heimat im Osten Deutschlands. Vor ein paar Jahren habe ich im Rahmen eines Jugendtages einen ähnlichen Einsatz gemacht. Die Reaktionen der Leute waren ganz anders als hier in Sambia. Das Problem war grundverschieden: Viele Menschen wollten nichts von Gott wissen und gingen einfach nur genervt weiter. Statistisch gesehen wäre es viel nötiger, Menschen in meiner Heimat die Liebe von Jesus weiterzugeben. Doch hier bin ich: eine Missionarin in Sambia. Bei solchen Überlegungen fühle ich mich manchmal schlecht. Nun bin ich so weit weg nach Sambia gezogen, um hier von Jesus weiterzusagen, obwohl es doch in meiner Heimat so viel wichtiger zu sein scheint. Bin ich meiner Heimat untreu? Bin ich nach Sambia gekommen, um vor meiner Verantwortung davonzulaufen? Ich denke, bei Gott geht es nicht um Statistiken und Zahlen. Es mag sein, dass es in meiner Heimat mehr suchende und unerreichte Menschen gibt als in Sambia. Doch auch hier in Lusaka gibt es sie. Menschen, die ein ungesundes Gottesbild haben, die nach Gottes Wort hungern und noch keine lebendige Beziehung zu Jesus haben. Und zu diesen Menschen fühle ich mich von Gott berufen. Es ist nicht immer einfach, in einem interkulturellen Kontext zu arbeiten. Aber ich bin überzeugt, dass Gott mir dafür Herzblut und das nötige Werkzeug gegeben hat. Ich darf Tag für Tag erleben, wie er mich hier gebraucht. Und gleichzeitig bin ich froh, dass Gott andere Menschen in meine Heimat beruft. Viele Menschen sagten vor meiner Ausreise zu mir: „Wow, dass du diesen Schritt in die Mission machst, bewundere ich.“ Das Gleiche kann ich zu denen sagen, die in Deutschland Missionsarbeit machen: Wow, ich bewundere jeden, der sich dieser Aufgabe stellt! Gott beruft und begabt uns unterschiedlich. Und das ist gut. Es wäre kontraproduktiv, wenn wir alle auf einem Haufen hocken würden. Er sendet unterschiedliche Menschen in unterschiedliche Gegenden. Wie genial, dass wir alle auf verschiedene Weise demselben Gott dienen können! Lena Küpper Lena (geb. Schilling) und Florian Küpper haben im April geheiratet. Lena studierte an der Internationalen Hochschule Liebenzell und absolvierte ein Praxissemester in Sambia. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre als Sozialarbeiterin in der Gemeindegründung in Lusaka. Florian war mit OM ebenfalls in Sambia tätig. Im November werden sie in das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“ in Ndola einsteigen. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/kuepper Bin ich meiner Heimat untreu? Vor einiger Zeit führten wir in der Gemeinde in Lusaka einen evangelistischen Einsatz durch. Die einheimischen Mitarbeiter und ich konnten vielen Menschen von unserem Glauben erzählen und sie in unsere Gemeinde einladen. Das „Problem“ war nur: Die meisten hatten schon eine Heimatgemeinde. FOTO: KENNEDY KUNDA

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