ZUM THEMA DEUTSCHLAND 6 Hinter Elif liegen schmerzhafte Verluste: Das Erdbeben in der Türkei 2023 zerstörte ihr Zuhause, danach folgte die Flucht vor Gewalt mit ihren drei Kindern. In diesem Moment beim Türkischen Abend in Bad Cannstatt keimt Gewissheit: Jesus sieht und liebt sie. Später wird sie mit einer weiteren Person aus der Türkei gemeinsam getauft. Heute bringt sie voller Freude neue Gäste mit – ein Zeugnis, das im Raum Stuttgart Kreise zieht. Internationale Zusammenarbeit Die Türkischen Abende sind Teil der Arbeit des Teams Mission & Integration der Liebenzeller Mission. Dieses Team ist in Deutschland tätig und entwickelt Projekte, um die internationale Gesellschaft vor Ort mit dem Evangelium zu erreichen. Neben der Lifepoint Church in Bad Cannstatt entstehen so interkulturelle Gemeinden in Bruchsal (Liebenzeller Gemeinschaftsverband), Karlsruhe (International Church) und Tübingen (Hope Church). Geleitet werden sie von internationalen Mitarbeitern aus Kamerun, Pakistan, Ägypten, Chile oder China. Das Konzept dahinter: Christen aus ehemaligen Missionsländern kommen heute nach Deutschland, um hier den Glauben zu teilen. Oft geschieht ihre Aussendung in enger Partnerschaft zwischen einer deutschen Missionsgesellschaft und Kirchen oder christlichen Organisationen in ihrer Heimat. Viele von ihnen sind erschüttert über die Säkularisierung Deutschlands, zugleich aber dankbar für das, was einst deutsche Missionare bei ihnen säten. Nun geben sie diese Liebe zurück – mit Blick auf Deutsche und die wachsende internationale Bevölkerung. Nicht alle kamen freiwillig. Das iranische Ehepaar floh erst in die Türkei, baute dort Gemeinden auf und musste nach der Ausweisung auf irregulärem Weg nach Deutschland. Heute engagieren sie sich in einer deutschsprachigen Gemeinde. Auch durch solche Brüche schreibt Gott Geschichte. Ihre Erlebnisse erinnern an 3. Mose 19,34: „Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“ Mit etwa 21,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – mehr als ein Viertel der Bevölkerung – ist Deutschland längst Missionsland.1 Nat und Abby Wibberley waren 14 Jahre in der Türkei als Theologen und Gemeindegründer aktiv. Im Großraum Stuttgart engagieren sie sich seit Januar 2024 in der interkulturellen Arbeit unter Türken. Seit 2025 leitet Nat den Bereich Mission & Integration der Liebenzeller Mission. Das Paar hat drei Kinder. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/ wibberley Christen aus ehemaligen Missionsländern kommen heute nach Deutschland, um hier den Glauben zu teilen. Deutschland als Missionsland Elif* steht in einem Raum voller Stimmen und Düfte. Um sie herum unterhalten sich Deutsche und Menschen türkischer Herkunft bei Tee und Gebäck. An diesem Abend erzählt ein iranisches Ehepaar seine Geschichte – auf Türkisch, der Hauptsprache an diesem Abend. Elif, die bisher kaum Deutsch versteht, hört gebannt zu. Während das Ehepaar von der Hoffnung durch Jesus berichtet, geschieht das Entscheidende: Zum ersten Mal versteht Elif das Evangelium in ihrer Herzenssprache. *Name geändert
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