MISSION weltweit – Ausgaben 2026

ZUM THEMA DEUTSCHLAND 4 Aaron und Ilonka Köpke leben seit Sommer 2022 in Rostock. Dort starten sie eine Gemeindegründung unter dem Titel „Lichterkette – Kirche im Block“ in den Stadtvierteln Lichtenhagen und Lütten Klein. Ilonka macht eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin. Die beiden haben drei Kinder. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/koepke Man hätte schneller zu Projekten und Veranstaltungen einladen können. So hat es bei uns aber nicht funktioniert. Wenn wir uns bei Nachbarn oder Treffpunkten als Gemeindegründer vorstellten, war das immer etwas fantastisch. Schließlich sind wir erstmal „nur“ eine Familie. Die Gemeinde, für die wir uns engagieren, gibt es noch nicht. Das kann unbefriedigend sein. Doch der große Vorteil dabei ist, dass man die Freiheit hat, neue Bekanntschaften und deren Ideen voranzubringen. Das hat uns viele Türen geöffnet: in einer Schule, in einer Kita, im Stadtteilbüro und im Rugbyverein. Während unser Netzwerk in unseren Stadtteilen Lichtenhagen und Lütten Klein wächst, stolpern wir immer weiter nach vorne. Wir probieren uns aus, mal als Helfer im Stadtteilcafé, mal auf dem Trainingsplatz und eben auch mit den ersten Angeboten unserer „Lichterkette“. Wir wachsen selbst in unser wachsendes Vorhaben hinein. Mission ist keine Einbahnstraße Die Leute, die uns in den letzten Jahren kennenlernten, haben beobachtet, wie wir mit nichts anfingen und unseren Weg erstmal finden mussten. Krankheit und Tiefschläge wurden verkraftet und schafften Tiefe und Zusammenhalt. Das, wozu wir jetzt einladen – beispielsweise der Chor, die monatliche Familienkirche –, ist erst nach und nach entstanden. Wir sind Fragende, Experimentierende ohne den perfekten Plan. Mit den Leuten, die sich im Stadtteilbüro oder im Begegnungszentrum engagieren, sind wir auf Augenhöhe. Sie wissen, dass es Kraft kostet, Initiative zu ergreifen, um im Stadtteil etwas zu bewirken. Und sie helfen sogar mit. Unsere „Lichterkette“ ist für den Einsatz unserer Nachbarn keine Konkurrenz. Zum einen ist sie dafür noch zu klein, zum anderen ist Mission vor der Haustür keine Einbahnstraße. Kein einseitiges Geben, sondern ein Miteinander-unterwegsSein. Den Glauben wollen wir bekannt machen und dazu einladen. Aber diese einzigartige Aufgabe gelingt uns nicht, wenn Jesus nicht Vertrauen, Neugier und Fragen in unseren Freunden bewirkt. Auf diese Weise stolpern wir weiter. Oft unsicher, aber an der Hand Gottes, der Türen öffnet. So geschieht Mission nicht nur bei Extrovertierten, sondern da, wo man bereit ist, für Menschen ein Mitstreiter und authentisches Gegenüber zu sein. Aaron Köpke Wir sind Fragende, Experimentierende ohne den perfekten Plan. Starten und Stolpern Gemeindegründung ist ein Teamsport. Deswegen vermissen wir schmerzhaft ein richtiges Gründungsteam bei uns in Rostock. Die Zusammenarbeit mit anderen würde uns auch viel mehr entsprechen. Sicher wäre zu Anfang vieles einfacher gewesen, hätte man nicht ausschließlich als Familie einfach mal angefangen. Die Stadtgebiete, für die „Lichterkette“ sich engagiert, sind geprägt von sehr großen Häusern Die Familienkirche (oben rechts) ist eine Gottesdienstform mit viel Zeit für Gemeinschaft und kreative Aktionen FOTO: AARON KÖPKE FOTO: YINGYI KUNTHOFF

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