MISSION weltweit – Ausgaben 2026

MISSION weltweit 4/2026 3 AKTUELLE INFOS O im Internet: www.liebenzell.org O in der wöchentlichen Gebetsmail: www.liebenzell.org/ gebetsanliegen O in der LM-App „Meine Mission“: www.liebenzell.org/app O auf Facebook: facebook.com/liebenzellermission O auf Instagram: instagram.com/liebenzeller.mission SPENDEN Liebenzeller Mission Sparkasse Pforzheim Calw IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34 BIC: PZHSDE66XXX Die Liebenzeller Mission ist als gemeinnützig anerkannt. Spenden, Schenkungen und Vermächtnisse müssen nicht versteuert werden. Sie war als Missionarin denkbar ungeeignet. Sie wollte auch gar nicht Missionarin werden. Sie wusste noch nicht einmal, was Mission ist. Aber gemäß dem Johannesevangelium führte sie viele Menschen ihres Dorfes zu Jesus. Die Rede ist von jener Frau, mit der Jesus diese interessante Begegnung am Jakobsbrunnen hatte. Jesus hat ihr im Rahmen eines Gesprächs über das Thema „Wasser“ prophetisch die Situation ihres tragischen Lebens enthüllt. Daraufhin geht sie zurück in ihr Dorf und erzählt den Menschen nicht das Evangelium. Sie fordert sie nicht zum Glauben auf. Vielmehr lädt sie ihre Nachbarn zur Begegnung mit Jesus ein: „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei“ (Johannes 4,29). „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“ Zweimal wird in Johannes 4 (Vers 29+39) genau dieser Punkt betont. Diese Frau „missioniert“ völlig unbewusst mit einer Erfahrung, in der Jesus den peinlichsten Punkt ihres Lebens berührt hat. Es sprudelt förmlich aus ihr heraus. Das hat nichts Berechnendes, nichts Methodisches oder Strategisches an sich, aber dafür etwas sehr Echtes. Hier erzählt eine Frau plötzlich völlig „schamlos“ von einer Begegnung, die ihr Leben verändert hat. Mehr tut sie nicht. Und ein halbes Dorf macht sich auf den Weg, um diesen Typen kennenzulernen, von dem sie spricht. Der sri-lankische Missionstheologe D. T. Niles schrieb einmal: „Evangelism is one beggar telling another beggar where to get food.“ Evangelisation ist, wenn ein Bettler dem anderen erzählt, wo es etwas zu essen gibt. In einer Zeit, in der wir mit den großen Methoden, Strategien und Programmen an Grenzen stoßen, in der in evangelistischer Hinsicht vieles nicht mehr funktioniert „wie früher“, kommt es wieder auf diese elementaren Begegnungen an, in denen wir erzählen, wie Jesus die Armut unseres Lebens berührt hat. Alles andere „erledigt“ die verborgene Not und die Neugier unserer Gesprächspartner. Es grüßt euch herzlich Euer Volker Gäckle Rektor der IHL und Mitglied der Missionsleitung Von einem Bettler zum anderen 22 Editorial

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