darum geht’s papua-neuguinea 6 Letzteres ist ein Zeichen dafür, dass mehr Geld im Umlauf ist. Deutlich mehr Menschen als in der Vergangenheit verfügen heute auf Manus über ein einigermaßen geregeltes Einkommen. Ein großer Faktor spielt das Flüchtlingslager der australischen Regierung. Dort haben etwa 1000 Menschen Arbeit gefunden, die gut bezahlt wird. Diese Chance lässt sich niemand gerne entgehen. Aber es hat Konsequenzen: Leute kommen nicht mehr zum Gottesdienst, weil sie sonntags arbeiten. Selbst Pastoren quitAls wir vor zehn Jahren auf manus ankamen, gab es drei Straßenschilder auf der gesamten insel. mehr waren auch nicht nötig für die paar Autos. heute sind die Straßenränder voller Schilder und überall stehen Autos. g Wer hat, der hat!? Mithelfen: SpENDENcoDE 1220-32 papuaNeuguinea tieren den Dienst, weil sie einen Job gefunden und damit die Möglichkeit haben, mehr Geld zu verdienen. Dieses Streben nach „mehr“ ist für mich zunächst einmal negativ belegt. Doch dann denke ich über das nach, was wir als Familie haben: Wir leben in einem großen, gemauerten Haus, haben fließend Wasser, meistens Strom, können uns Internet und einmal im Jahr Urlaub leisten. Unsere Kinder haben Spielzeug und Musikinstrumente. Wir haben eigentlich so ziemlich alles, wovon ein Manuese träumt – oder wofür er eben mittlerweile arbeitet. etwas mehr würde nicht schaden … Materielles hat ja durchaus seine guten Seiten. Ein bisschen mehr „Material“ in der Kirche würde sicher nicht schaden. Am Kirchenauto war vor Kurzem ein Reifen platt. Weil der Ersatzreifen nicht einsatzbereit war (oder nicht mehr existierte?), blieb das Auto stehen. Einen funktionsfähigen Drucker gibt es im Kirchenbüro auch nicht. Pastoren bekommen oft nur einen Hungerlohn und sind deshalb damit beschäftigt, anderweitig Geld zu verdienen. Von irgendetwas muss man ja leben. Es ist leicht zu sagen: „Rennt dem Geld nicht hinterher“, wenn jeden Monat ein Gehalt auf dem Konto eintrifft, man durch Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgesichert ist und ausreichend Ressourcen zum Leben hat. Vielen Neuguineern geht es nicht um Luxus. Sie wollen aber ein Einkommen erzielen, mit dem sie sich über Wasser halten können und vielleicht auch ein bisschen mehr haben, als zum Leben unbedingt notwendig ist. Natürlich gibt es auch auf Manus Reiche, aber sie bilden nur eine kleine Gruppe. Die meisten Menschen werden es materiell nie dahin schaffen, wo wir gerade sind. …aber wer geschnuppert hat, will noch mehr Die Frage ist für Manuesen kaum, ob der Wunsch nach Einkommen und Besitz gut oder schlecht ist, sondern wie sie verantwortlich damit umgehen können. Das Streben nach „mehr“ bringt Gefahren mit sich:
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