23 LIEBENZELLER MISSION AKTUELL MISSION weltweit 3/2026 Ein Thema, das dir schon zu deiner aktiven Zeit bei der Liebenzeller Mission (LM) sehr am Herzen lag, sind Nachlässe. Auch im Ruhestand bist du noch für Erbschaften zuständig. Warum sind Nachlässe für die LM so wichtig? Seit ich für die LM denken kann, sind „Zuwendungen von Todes wegen“ eine besondere Einnahmensäule neben den Spenden. In den letzten zehn Jahren sind unserer Missionsarbeit pro Jahr im Durchschnitt Einnahmen aus Erbschaften in Höhe von einer Million Euro zugegangen. Die einzelnen Beträge können gering sein. Es gab aber auch schon sechsstellige Zuwendungen. Kündigen die zukünftigen Erblasser ihr Vorhaben an oder kommen die meisten Vermächtnisse überraschend? Manche Missionsfreunde fragen uns, wie sie es machen sollen. Ich rate oft zu einem notariellen Testament. Das ist normalerweise „wasserdicht“. Manche Missionsfreunde quälen sich mit diesem Thema: Sie wollen es recht machen. Sie gehen zu Vorträgen, sammeln Material. Und sterben dann doch ohne Verfügungen über ihren Tod hinaus. Und es gibt Überraschungen: Post von einem Nachlassgericht, dass die LM in einem Testament bedacht worden ist. Was muss bei einem Testament unbedingt beachtet werden? Ein Testament ist die Gebrauchsanweisung für den Nachlass. Die Erblasser verfügen darin etwas über ihren Tod hinaus. Das ist ein großes Stück Vertrauen und zeigt das Anliegen, den Missionsauftrag weiterhin zu unterstützen! Damit im Sinne der Erblasser verfahren werden kann, muss es ein formgültiges Testament geben: handschriftlich mit Datum und Unterschrift oder notariell. Außerdem muss es auffindbar sein und klare Aussagen treffen, wie der Nachlass verteilt werden soll. Wie geht es dir persönlich, wenn du von einem Vermächtnis erfährst? Ich habe zwiespältige Empfindungen: Zum einen haben wir eine Missionsfreundin oder einen Missionsfreund, also eine Beterin, einen Spender verloren. Zum anderen staune ich und es spornt an, dass jemand den Missionsauftrag Jesu über den Tod hinaus unterstützen will und die LM wert erachtet, dies in ihrem oder seinem Sinne zu tun. Was empfiehlst du Menschen, die sich überlegen, in ihrem Testament die LM zu bedenken? Zuerst gut überlegen, wer bedacht werden soll: Familie, Mission, Gemeinde oder andere. Als Nächstes die Verteilung klären: Wer soll wie viel von was bekommen? Am besten eignen sich Bruchteile oder Prozente, weil sich der Nachlass verändern kann. Dann sollte man überlegen, wie das geschrieben werden soll. Dabei kann es sinnvoll sein, mit jemandem zu reden. Ich kann dabei helfen.1 Für rechtliche Beratung ist man bei Notaren und Rechtsanwälten gut aufgehoben. Und schließlich: Das Projekt „Nachlass ordnen“ zu Ende bringen! Das Interview führte Christoph Kiess, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Den Missionsauftrag Jesu über den Tod hinaus unterstützen Hans Gerhard Gengenbach spricht über Erbschaften und Nachlässe Hans Gerhard Gengenbach, WeltmeisterJahrgang 1954, verheiratet mit Helga, drei erwachsene Kinder, Studium der Verwaltungswissenschaften. Zwischen 1982 und 2020 bei der Liebenzeller Mission, 30 Jahre davon als Verwaltungsdirektor. Ehrenamtlich war er 40 Jahre im Vorstand der Pforzheimer Stadtmission aktiv. FOTO: HERRMANN STAMM FOTO: AFRICAIMAGES ÜBER ENVATO ELEMENTS 1 hans.gerhard.gengenbach@liebenzell.org, T: 07052 177 154.
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