10 darum geht’s malawi Auch manche Lehmhütte steht nicht mehr da, wo sie noch vor zwei Jahren war. Lehmhütten haben eine Lebensdauer von nur wenigen Jahren. Das bringt es mit sich, dass ständig neue „Häuser“ entstehen, während andere sich wieder dem Erdboden angleichen. Unter solchen Bedingungen ist die Orientierung eine Herausforderung. Deshalb ist man am besten beraten, wenn man mit jemandem unterwegs ist, der sich vor Ort auskennt. Aber auch in den besser entwickelten Städten, wo es denkmalgeschützte Gebäude als Orientierungspunkte gibt, lauert manche Stolperfalle, die den Orientierungsuchenden verwirren kann. Woran orientiert sich die malawische Gesellschaft? Die malawische Nation wurde in ihrer Geschichte von vielen Einflüssen geprägt. Den starken Einfluss der früheren Kolonialmacht England kann man in vielen Bereichen, wie zum Beispiel den Maßeinheiten, erkennen. Aber auch die Orientierung an Südafrika hinterlässt ihre Spuren. Der Handel wiederum ist seit Generationen stark geprägt von Geschäftsleuten indischer Herkunft. In islamisch dominierten Gegenden ist die Orientierung an der arabischen Welt unverkennbar. Und neuerdings werden immer mehr Geschäfte von Chinesen geführt, die damit auch eine Prise chinesischer Kultur nach Malawi bringen. Weitere Einflüsse kommen durch junge Menschen ins Land, denen im Rahmen der Entwicklungshilfe Auslandsstipendien gewährt wurden. Wenn sie nach Abschluss ihres Studiums in ihre Heimat Malawi zurückkehren, bringen sie ein Stück Prägung ihres Gastlandes mit – sei es der Lebensstil der westlichen Welt, der arabischen Was ist die Norm? Das malawische Dorf erschien in der Trockenzeit übersichtlich, die Felder waren abgeerntet, man konnte weit sehen, und die Anordnung der Lehmhütten war leicht zu überblicken. Jetzt in der Regenzeit sieht allerdings alles ganz anders aus: Von den Trampelpfaden zwischen den hohen Maisfeldern lässt sich nichts mehr überblicken, man fühlt sich wie in einem Labyrinth. TÜV-geprüft oder mit Schmiergeld-Plakette? Rechts: Frauen unterwegs zur Arbeit auf dem Feld Unten: „Einfamilienhaus“ mit Maisfeld vor einem riesigen Baobab Foto: gotthilf sturm Foto: gotthilf sturm Foto: rainer grossmann Foto: damaris wessinger
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