MISSION weltweit – Ausgaben 2017

10 darum geht’s samBia Einer der Diakone aus unserer Gemeinde hatte sich vom falschen Versprechen eines „Mannes Gottes“ täuschen lassen, eines „Propheten“ oder wie auch immer er sich nennt. Ich weiß, dass unser Diakon in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt. Aber da hatte er sich für eine Sackgasse entschieden. Das wurde auch deutlich an den Kommentaren, die er von seinen „Freunden“ auf Facebook erhielt. In Sambia sind Finanzen und Geld eine große Herausforderung und Versuchung. Pastoren, die sich dem Wohlstandsevangelium verschrieben haben, finden großen Zulauf. Sie versprechen: Wer eine „Saat sät“, der wird von Gott Großes ernten. Um zu verdeutlichen, was sie damit meinen, gibt es an den Wänden in der Kirche Bilder von großen Villen, schicken Autos oder sogar Flugzeugen und Helikoptern. Das Verführerische an ihrer Botschaft ist ihr Kern: Du kannst selbst etwas tun. Eine „Saat säen“ bedeutet dann nämlich: Gib dem Pastor ein persönliches Opfer, und je nach Höhe des Betrags wird er für dich kurz beten, eine Nacht wachen oder sogar fasten, damit Gott deine Wünsche erfüllt. das klingt für die Menschen sehr vertraut In ihrer traditionellen Religion ist es ganz ähnlich. Geh zum Medizinmann oder Zauberer, und wenn er das Ritual zur rechten Zeit, am rechten Ort und auf die richtige Art durchführt, dann funktioniert es. Dahinter steckt unser Wunsch, das Leben abzusichern, Sicherheiten aufzubauen und Böses abzuwenden – ein Wunsch, der auch in meinem Herzen steckt. Wir Deutschen gehen halt nicht zum Medizinmann, sondern zur Bausparkasse, zum Versicherungsvertreter oder zur Krankenzusatzversicherung. Wenn diese zum Teil sinnvollen Absicherungen aber unter Umständen das Vertrauen auf Gott ersetzen, dann werden sie zu einem Problem. Die Herausforderung für mich ist: Wenn ich in Sambia auf der Kanzel stehe und predige, dann Das Verführerische an ihrer Botschaft ist ihr kern: Du kannst selbst etwas tun. money money money „Wenn du diese nachricht teilst, wirst du in der nächsten stunde unerwartet geld finden.“ ich musste lächeln, als ich den eintrag bei Facebook las. aber das lächeln ist mir sofort eingefroren, als ich sah, wer den eintrag „geteilt“ hatte. Mithelfen: SpENDENcoDE 1440-32 Sambia 1 2 3 1 Kirche in Misambo: Ein Geschäftsmann aus der Stadtgemeinde unterstützt diese Gemeinde. Er half auch beim Bau der Kirche. 2 Auch so kann eine Kirche aussehen, wenn die finanziellen Mittel fehlen. 3 Dieser Kirchbau in einem Buschdorf wurde von anderen Gemeinden unterstützt. 4 „Reiche“ Gemeinde in der Stadt mit Strom, Zwischendecke, Fenster etc. 5 Bei der traditionellen Verabschiedung nach dem Gottesdienst. Wer es sich leisten kann, fährt mit dem Auto, die anderen gehen zu Fuß nach Hause.

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