4 DARUM GEHT‘S Das Zitat stammt nicht von vielbeschäftigten Europäern, sondern von Sally, einer Studentin in Sambia/Afrika (Artikel auf Seite 6/7). Sally hat vielleicht andere Sorgen und anderen Druck als wir; aber unter dem Strich stellt sie fest, was vermutlich die meisten Menschen genauso erleben: Wir werden fremdbestimmt! Je freierMenschen leben können, destoweniger verständlich scheint dieseAussage. In der Theorie sind wir uns einig: Wir bestimmten selbst über unseren Kalender und unsere freie Zeit. Die Praxis sieht jedoch bei den meisten anders aus. Die daraus resultierenden Defizite hinterlassen ihre Spuren, die irgendwann durch Verletzung oder Zerstörung sichtbar werden. Der Grund liegt, so wird gemutmaßt, in der mangelnden „Achtsamkeit“. Deshalb werden zunehmend Programme, Trainingskurse, Übungen und Ausbildungen zu Achtsamkeit angeboten. Ich bin erstaunt, was es da alles gibt. Praktiken aus fernöstlichen Religionenwerden in Schulungskursen für ganze Firmen eingearbeitet. Christliches wird mit Buddhistischem vermischt, obwohl die beiden Weltbilder grundverschieden sind. Diese ganzen Anstrengungen um das „Prinzip Achtsamkeit“ deuten auf ein großes Defizit hin, und beim Stöbern im Internet fragte ich mich eben: „Sind wir krank?“ Ja, wir müssen uns sagen lassen, dass wir Menschen aufgrund mangelnder Achtsamkeit krank werden können und dann Hilfe brauchen. Missionare und Einheimische berichten in dieser „Mission weltweit“, dass sowohl Überanstrengung wie auch Beliebigkeit eine Gefahr für Achtsamkeit darstellen. Sowohl getrieben sein wie auch sich hängen lassen kann Menschen kaputt machen. Wieder sind es der weltweite Horizont und der Blick aus der Bibel, die dieses Magazin besonders machen. Wenn Sie die Artikel nicht für andere, sondern für sich selbst lesen, werden Sie kritisch hinterfragt und herausgefordert sein. Sie werden nachdenklich gestimmt. Aber müssen wir das nicht auch aushalten? Weshalb ich diese Lektüre allen Lesern bedenkenlos empfehlen kann? Alle Beiträge sind geistlich-theologisch ausgerichtet. Alle haben das Anliegen, den Blick des Schöpfers, der uns gemacht hat und der uns in Jesus Christus begegnet, in den Fokus zu bringen. Und wieder einmal berichten Missionare ehrlich von ihren persönlichen Erfahrungen und wie sie mit diesem Thema umgehen. Sie schreiben als Boten, die selbst unterwegs sind und mit der Achtsamkeit für sich und andere ringen. Ihnen gilt das Wort aus Sprüche 5,21: „Denn eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN, und er hat acht auf aller Menschen Gänge.“ Gott hat acht auf Sie. Bleiben Sie von IHM behütet. Herzlich Ihr Martin Auch, Missionsdirektor PS: Für manche von Ihnen steht der Urlaub vor der Tür. Mein Tipp: Einen „Stillen Tag“ mit Bibel und dieser Ausgabe verbringen. Denn auch der Sonderbeitrag von Christian Kimmich gibt sehr wertvolle Anregungen für Ihr geistliches Leben und den respektvollen Umgang mit Ihren Mitmenschen. Hab acht! Mit sich und anderen gut umgehen „Es ist eine Herausforderung, auf sich selbst zu achten, wenn andere den Alltag bestimmen.“ Wie viele Menschen machen diese Feststellung!
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