16 8. Welchen Gewinn haben Gemeinden davon, wenn sie sich an der weltweiten Missionsarbeit beteiligen? Wenn sich Gemeinden an der weltweiten Missionsarbeit beteiligen, ist dies zunächst mit Opfern verbunden: Erfahrene Mitarbeiter werden freigestellt und finanziert und fehlen dann in der eigenen Gemeinde. Dennoch liegt Gewinn und Segen in der Beteiligung an der Missionsarbeit: Durch Kontakte zu anderen Christen wird der eigene Horizont geweitet. Gemeinden erfahren, was Gott weltweit tut und werden dadurch ermutigt. Gerade in einer Zeit, in der im Westen die Christenheit an Einfluss verliert, sind die Stimmen und das Vorbild der Brüder und Schwestern in anderen Gegenden besonders wichtig. 8.1 Wie wirkt es sich aus, durch Missionare mit Menschen aus anderen Ländern verbunden zu sein? Christen, die die internationale Missionsarbeit unterstützen, entwickeln Empathie für Menschen anderer Kulturen, Hautfarben und Nationalitäten. Die Verbundenheit und der Einsatz für andere sensibilisieren sie für deren Andersartigkeit genauso wie für die gemeinsame Menschlichkeit. Dadurch verliert das Fremde seine Bedrohlichkeit, und Christen werden befreit, sich für interkulturelle Begegnungen in ihrem eigenen Umfeld zu öffnen. 8.2 Inwiefern wirkt die Verbundenheit mit anderen Christen horizonterweiternd? Durch die Beteiligung an der Missionsarbeit lernen Christen sich als Teil der weltweiten Familie Gottes zu sehen. Der Kontakt zu Christen aus anderen Ländern hilft Christen hierzulande zu verstehen, dass es auch anders geht. Das betrifft sowohl die Gestaltung des christlichen Glaubens (Gottesdienstformen, Liedgut) als auch das Alltagsleben (Kleidung, Essen, Gastfreundschaft). Dadurch wird Flexibilität und Großzügigkeit eingeübt und der Blick für das Wesentliche gestärkt. 8.3 Wie verändert der Kontakt mit anderen Christen den Blick für die eigene Situation? Gerade in einer Zeit der fortschreitenden Säkularisierung westlicher Gesellschaften, ermutigt die Verbundenheit mit Christen in anderen Gegenden, konkret auf Gottes Wirken zu hoffen. Die Erfahrungen anderer Christen bezeugen, dass das Christentum keine zu Grunde gehende westliche Ideologie ist, die dem stetigen Wachstum von Vernunft, Wissenschaft und Atheismus weichen muss. Christen im Westen werden durch das Zeugnis anderer gestärkt, dem Materialismus und der Lauheit zu widerstehen und in ihren Herausforderungen treu zu bleiben. Dabei erhalten sie Orientierung in Fragen der christlichen Ethik, Lehre und Lebensführung. Indem Christen hier mit Christen in anderen Erdteilen im Gespräch bleiben, lernen sie mit einem anderen Blick auf ihre drängenden Fragen zu schauen und können so ein theologisches Korrektiv erhalten.
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