Schwesternportraits

Von wegen „graue Mäuse”!

Missionsschwestern – alles andere als langweilig

Krokodile auf ein­er Süd­seein­sel, eine Bekehrung im Kranken­wa­gen, eine waghal­sige Flucht aus der DDR oder Gottes­di­en­ste in einem Gasthaus. Unsere Mis­sion­ss­chwest­ern haben schon viel erlebt. Sie haben ihr Leben in den Dienst für Jesus gestellt und sind mit ihm für die Men­schen unter­wegs – in Deutsch­land und auf der ganzen Welt. Hier stellen wir euch einige unser­er Mis­sion­ss­chwest­ern mit kurzen Porträts vor. Wir sind uns sich­er: Ihr werdet stauen! Es würde uns freuen, wenn ihr euch motivieren lasst, für Jesus im Ein­satz zu sein. Viel Freude und Gewinn beim Lesen!

Schwester Elsbeth Reumann
In der Südsee Streit unter messerstechenden Männern geschlichtet

 

Mit klopfen­d­em Herzen sitzt Els­beth vor der Wohnz­im­mertür des Bauern­haus­es. Auf Zehen­spitzen hat sie sich hereingeschlichen. Nicht eine Sekunde will sie verpassen.

Trotz der Win­terkälte hat sie sich auch an diesem Mor­gen früher aus dem Bett gestohlen und ist durch die geheimen Winkel einiger Gärten zu ihrem Arbeit­splatz bei ein­er Bauern­fam­i­lie gekom­men. Sie lauscht. Nie­mand kann sie hören. Kein­er weiß, dass sie früher da ist. Sie ist gekom­men – um nichts zu verpassen!

Als wäre es gestern geschehen, so berichtet die 88-jährige Els­beth Reumann aus ihrer Kind­heit. Viele Jahre – mit Jesus an ihrer Seite. Wie sie ihn ken­nen­lernte? Gott hat­te schon bei ihr „angek­lopft“, als sie noch klopfend­en Herzens vor der Holztür saß und sich nicht traute, anzuk­lopfen. Aber mit gespitzten Ohren lauschte sie: Els­beth hörte die Mor­ge­nan­dacht der Bauernfamilie!

Ziele Ziele

Nur kurze Zeit später, während ihrer Aus­bil­dung zur Kranken­schwest­er, find­et sie eine Bibel und liest in ihr. Sie lernt Jesus ken­nen, übergibt ihm ihr Leben. Und sie liest einen Vers im Buch Jesa­ja, der sie nicht mehr loslässt. Da heißt es in Kapi­tel 42,Vers 12: „Sie sollen dem HERRN die Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkün­den!“ Die junge Frau lernt die Lieben­zeller Schwest­ern­schaft ken­nen und will unbe­d­ingt ein­treten. Und tat­säch­lich ist es 1947 so weit. Nach sieben Jahren Kranken­haus­di­enst und eigen­er schw­er­er Krankheit darf sie auf die Bibelschule – und später auf eine Insel­gruppe im weit­en Pazifik!

In der Süd­see: Schwest­er Els­beth wird aus dem Schlaf geris­sen und in großer Aufre­gung geweckt. Sie lebt zwis­chen Pal­men, kun­stvoll gebaut­en Holzhäusern und Sand­strand. Doch es ist kein Urlaub, ihr voller Ein­satz ist gefragt. Seit sie über New York hier­her nach Palau gekom­men ist, arbeit­et sie an der Mäd­chen­schule „Betha­nia“.

Diese eine Nacht wird sie nicht vergessen. Sie müsse drin­gend kom­men, es habe eine Messer­stecherei gegeben! Sofort macht sie sich auf den Weg, einen Urwaldp­fad ent­lang. Es raschelt im Busch. „Nur ein Krokodil“, winkt ein Ein­heimis­ch­er gelassen ab. Die Mis­sion­ss­chwest­er trifft auf zwei betrunk­ene Män­ner – einen von ihnen hat es am Kopf erwis­cht. „Er wurde halb skalpiert“, erin­nert sich Schwest­er Els­beth. Doch sie kann helfen. Nach ihrer Not­be­hand­lung wird der Mann per Boot ins Kranken­haus befördert – und kehrt gesund wieder zurück. Die zier­liche deutsche Frau ste­ht inmit­ten ein­er Schar von Män­nern und fordert die bei­den Stre­i­thähne auf, einan­der zu vergeben. Und Jesus schenkt ihnen Frieden!

Viele Jahre gehen ins Land – oder in die Insel. Schwest­er Els­beth unter­richtet in „Betha­nia“ bis zu 140 Mäd­chen. Sie erlebt Aben­teuer und Bewahrung. Zweimal ver­sucht ein Mann aus dem Nach­bar­dorf, „Betha­nia“ anzuzün­den. Ein­mal hört ihn ein Mäd­chen nachts und kann ihn abhal­ten. Ein zweites Mal geht der Mann auf das Dorf zu. Doch er stockt. Alles, was er sieht: Wass­er. Ein Kom­plize kommt, fragt, was los sei. „Guck!“, lautet die fas­sungslose Antwort. Auch er schaut um sich. Und sieht nichts als Wass­er – dort, wo son­st die Häuser stehen!

Schwest­er Els­beth strahlt mich an: „Ich kön­nte noch Stun­den erzählen!“ Sie sitzt da und berichtet aus der Zeit in Mikro­ne­sien, dass einem das Herz klopft.

Schwester Margarete Hofacker
Gott dienen – ja. Aber als Schwester?

 

Der Motor des Mope­ds tuck­ert. Wie immer. Die 18-jährige Mar­gret mag ihr Gefährt – seit drei Jahren düst sie auf zwei Rädern zur Arbeit bei der Krankenkasse. Der Fahrtwind weht ihr ent­ge­gen, es scheint ein Tag wie jed­er andere zu sein. Sie ahnt nicht, dass der näch­ste Moment ihr Leben völ­lig verän­dern wird.

Man schreibt das Jahr 1939, als Mar­garete Hofack­er in Ell­wan­gen zur Welt kommt. Als die Fam­i­lie später nach Reut­lin­gen zieht, macht sie erste Erfahrun­gen mit dem EC* und der Süd­deutschen Gemein­schaft. Sie merkt, wie Gott durch Büch­er zu ihr redet. Ganz beson­ders durch ein Gedicht von Oswald Smith, in dem es heißt: „Hast du Jesu Ruf gehört? Geh, lass alles, was dir wert.“ Alles loslassen? Gott dienen – ja. Aber als Schwest­er? Noch nicht. Sie entschei­det sich dazu, den Kinder­gottes­di­enst zu leit­en – und ihr Moped zu genießen.

Ziele Ziele

Ohne Helm und doch behütet
Mar­garete erwacht im Kranken­haus und weiß nicht mehr, was geschehen ist. Ihr wird berichtet, dass sie ohne Helm mit dem Kopf in das Fahrzeug vor ihr geflo­gen ist. Dieses hat­te unver­mit­telt gebremst. „Die Ärzte haben gesagt, dass es schlimm aussieht“, erin­nert sich Schwest­er Mar­garete Hofack­er heute. Die Wun­den am Kopf waren gravierend. Sie betete: „Lieber Gott, wenn ich noch ein­mal gesund wer­den darf, dann will ich dir dienen, und zwar ganz!“ Und sie wurde gesund.

Von Lahr über Eng­land nach Japan
Mit 19 Jahren kommt sie nach Bad Lieben­zell. Nach ihrer Bibelschu­laus­bil­dung macht sie sechs Jahre Gemein­schaft­sar­beit in Lahr. Nach einem Zwis­chen­stopp in Eng­land kommt sie schließlich in das Mis­sion­s­land, in dem sie 30 Jahre lang sein wird: Japan. Sieben lange Wochen ist sie mit dem Schiff dor­thin unter­wegs. Das Sprachel­er­nen kostet viel Geduld. Oft hört sie von den Kindern, mit denen sie gerne arbeit­en würde: „Wir haben keine Zeit für Gott.“ Sie gibt nicht auf. Die Blät­ter­mis­sion blüht auf, es find­en Evan­ge­li­sa­tio­nen, Gottes­di­en­ste, Kinder­stun­den und Jugend­kreise statt. Später stößt Schwest­er Karin Gaw­lik dazu, gemein­sam sind sie ein starkes Team.

Nicht für sich selb­st leben
Was an Japan am außergewöhn­lich­sten gewe­sen sei? „Die Höflichkeit“, antwortet Schwest­er Mar­garete, „wenn in Deutsch­land der Zug ein­mal fünf Minuten zu spät ist, entschuldigt sich nie­mand. In Japan ist das ganz anders, da entschuldigt man sich sofort.“
In der Stadt Kawasa­ki erlebt die Schwest­er viele span­nende Sit­u­a­tio­nen. An diese erin­nert sie sich ganz beson­ders: Mar­garete Hofack­er begeg­net einem Mann. Er hat in sein­er „Furoshi­ki“ (japanis­che Tasche) zwei Bibeln. Doch nur seine Frau ken­nt Jesus. Sie bit­tet um Gebet für ihren Mann. Kurze Zeit später kommt die schock­ierende Nachricht: Er ist tod­krank. Was die Schwest­er dann erfährt, ver­gisst sie ihr Leben lang nicht: „Dieser Mann hat noch im Kranken­wa­gen gesagt, dass er getauft wer­den will.“ Im Kranken­haus wird er getauft.
Die Japan-Mis­sion­ar­in im Ruh­e­s­tand hat das, was sie in ihrem Kon­fir­ma­tion­sspruch erkan­nte, in ihrem ganzen Leben umge­set­zt: „Chris­tus ist darum für alle gestor­ben, damit, die da leben, hin­fort nicht sich selb­st leben, son­dern dem, der für sie gestor­ben und aufer­standen ist.“ (2. Korinther 5,15)

Schwester Esther Hahn
Die geflohene Schwest(h)er

  

Mittwoch.  Plauen, DDR. Rund 40 Lehrer sind an jen­em Tag anno 1953 in der Schule ver­sam­melt, als das frag­würdi­ge Doku­ment die Runde macht. Lehrer für Lehrer unter­schreibt, das Doku­ment kommt näher. Die junge Deutsch- und Musik­lehrerin Esther Hahn ist seit ihrer Kind­heit im säch­sis­chen Gemein­schaftsver­band aktiv, der EC-Jugend­bund wird vom Vater geleit­et. Und nun dieses Doku­ment: Der Beschluss, dass alle christlichen Jugen­dar­beit­en in der DDR ver­boten wer­den. Der Nach­bar im Kol­legium hat unter­schrieben. Esther ist an der Rei­he, alle Augen sind auf sie gerichtet. Sie ist gefasst, als sie zwei Sätze sagt: „Ihr ken­nt meine Ein­stel­lung. Ich kann das nicht unter­schreiben.“ Als sie die Tür des Lehrerz­im­mers ver­lässt, bricht sie fast zusam­men und ren­nt nach Hause.

Don­ner­stag.  Esther ist daheim, als ihre jün­gere Schwest­er in die Woh­nung ger­an­nt kommt: „Ich darf mein Abitur nicht machen!“ Es ver­schlägt ihr die Sprache. Der Grund ist allen klar. Der Beschluss ste­ht: Wir wer­den fliehen!

Ziele Ziele

Fre­itag.  Alles geht schnell. Der Vater über­legt sich eine Fluchtroute, Sachen wer­den gepackt.

Sam­stag.  Die damals vierköp­fige Fam­i­lie tren­nt sich, um unauf­fäl­lig nach Dres­den zu gelan­gen. Dort tre­f­fen sie sich wieder und treten die gemein­same Fahrt nach Berlin an.

Son­ntag.  Der Zug rat­tert. Es ist keine fröh­liche Fahrt: Die Lage spitzt sich zu. Im hin­teren Zugteil kon­trol­lieren Russen die Abteile auf Flüchtlinge! Vorne steigt die Volk­spolizei ein! Die Fam­i­lie sitzt in ein­er fahren­den Falle, ver­rat­en von ihrem Gepäck. Die Russen unter­hal­ten sich munter. Und dann geschieht das Wun­der: Die Män­ner gehen zügig, ja flüchtig am Abteil von Fam­i­lie Hahn vor­bei! Es war, als wäre dort kein Men­sch gewe­sen. „Passt alles“, hört man die Russen vorne sagen. Die Flucht nach West­ber­lin gelingt!

Vor Esther ste­ht Schwest­er.  Nach ihrer Geburt hat­ten die gläu­bi­gen Eltern Gott ver­sprochen, dieses Kind in die Aus­landsmis­sion gehen zu lassen. Tat­säch­lich: Nach der Flucht bewirbt sich Esther bei der Lieben­zeller Mis­sion. Der Mis­sions­berg wird ihr neuer Zuflucht­sort, zumin­d­est vorüberge­hend. Sie ist in der Gemein­schaft­sar­beit im Karl­sruher Bezirk tätig und lernt Krankenpflegerin, bevor sie 1959 das erste Mal aus­reist. Über Ameri­ka, wo sie nach einem Jahr die Staats­bürg­er­schaft erlangt, die sie dann auf die Chuuk-Inseln bringt. Siebzehn Jahre arbeit­et sie dort als Mis­sion­slehrerin in ein­er Mäd­chen­schule und hat aben­teuer­liche Erleb­nisse, bis sie schließlich als Englisch-Lehrerin und stel­lvertre­tende Lei­t­erin an die Bibelschule nach Lieben­zell gerufen wird.

Heute.  62 Jahre später berichtet mir eine hellwache 91-jährige Schwest­er von ihrer Flucht, als wäre sie gestern gewe­sen. Sie nickt nach­den­klich: „Deshalb kann ich die Flüchtlinge ver­ste­hen!“ Man glaubt ihr jedes Wort. Sie erlebte ein Schick­saal, welch­es heute tausende Flüchtlinge teilen. Was sie ihnen wün­scht? „Dass sie hine­in­find­en in die andere Kul­tur. In erster Lin­ie geht das über die Sprache“, meint sie. Auf der anderen Seite brauche es Ent­ge­genkom­men von unser­er Seite. Das hat sie damals erlebt. Man müsse den Men­schen vor­leben, was ein Leben mit Chris­tus heißt. „Damit sie etwas abspüren von unserem Glauben, von unser­er eige­nen Verbindung mit Jesus.“

Schwester Esther Glawion
Die „Tante Esther“

  

Das Herz von Esther Glaw­ion begin­nt 1938 in Schle­sien zu schla­gen. Sie ist die Älteste von später fünf Kindern. Schon mit 15 Jahren muss sie mit der Schule aufhören, um zu arbeiten.

Doch diese Zeit sollte trotz aller Härte auch ein großes Wun­der brin­gen: In den Som­mer­fe­rien besucht sie ihre Tante, und nach ein­er Bibel­stunde schenkt Esther Jesus ihr Leben. Noch im sel­ben Jahr liest sie das Buch eines Mis­sion­ars und weiß: „Das wäre was für mich!“

Ziele Ziele

Erst drei Jahre später berichtet sie ihrem Vater davon. Die Frage, wie das funk­tion­ieren soll, beschäftigt sie. Eine Bibelschule besuchen? Aber wo? Da hört sie von ein­er „Lieben­zeller Mis­sion“ im Schwarzwald. Eine Adresse? Fehlanzeige. Doch Esther Glaw­ion lässt sich davon nicht abhal­ten. Beherzt schickt sie ihren Brief „An die Lieben­zeller Mis­sion im Schwarzwald“. Sie trifft ins Schwarze: Der Brief kommt nicht nur an, auch eine Antwort trifft ein, und mit nur 18 Jahren reist sie in den Schwarzwald. Sie macht Nägel mit Köpfen und tritt der Schwest­ern­schaft bei. Über das Mis­sion­swerk sagt sie heute: „Ich war immer stolz auf die Lieben­zeller Mis­sion und wie sie uns Schwest­ern ver­sorgt! Das ist bis jet­zt so.“

Es fol­gen viele Sta­tio­nen. Der lang ersehnte Besuch der Bibelschule, Gemein­schaft­sar­beit, die Aus­bil­dung zur Kranken­schwest­er. Dann wird nach zehn­wöchigem Aufen­thalt in Eng­land ihr Herzenswun­sch wahr: Sie wird Mis­sion­ar­in im Schüler­heim in Japan.

Mit 26 Jahren wird die Schwest­er zur Tante: Die Kinder nen­nen ihre Haus­mut­ter und Heim­lei­t­erin von Herzen „Tante Esther“. Sie lebt zusam­men mit ihrer Kol­le­gin Esther Ben­zinger zunächst in Kuga­hara mit fünf und später 13 Kindern. Als das Heim dort zu klein wird, wird es an den neuen Stan­dort Nakanoshi­ma ver­legt. Dort wer­den bis zu 33 Schüler betreut! Schwest­er Esther hat ein großes Herz für die Kinder der Mis­sion­are. „Der Herr hat mir Liebe geschenkt“, meint sie heute. „Es ging ja nicht um die Auf­gaben, son­dern um das Zusam­men­leben. Wie bei ein­er Mut­ter: Sie ist immer da!“

Das ist sie für ihre Kinder im Schüler­heim. Etwa, als ein­er der Jungs auf die Straße ren­nt und ange­fahren wird. Sie umsorgt ihn selb­st nachts, bis er wieder gesund ist. Und wird dafür ganz fest gedrückt: „Tante Esther, Du bist die beste Tante der Welt!“

Es gibt viele Ereignisse, die die Schwest­er her­aus­fordern. Etwa als 20 Kinder mit Wind­pock­en ver­sorgt wer­den mussten. „Ich hat­te immer eine inten­sive Beziehung zu den Kindern, ger­ade auch in Krankheitszeiten.“

Schließlich kommt sie nach 27 Jahren in Japan zurück nach Deutsch­land, um sich um ihren Vater zu küm­mern. Anschließend ist sie noch ein­mal für ein halbes Jahr Haus­mut­ter für Mis­sion­arskinder – dieses Mal in Papua-Neuguinea. Darauf fol­gen zehn Jahre in Calw-Stammheim als Altenpflegerin.

Jet­zt ist sie im Ruh­e­s­tand, aber sie ruht nicht: „Der Kon­takt zu meinen Schülern ist immer noch so her­zlich. Über hun­dert sind es gewe­sen.“ Mit handgeschriebe­nen Karten zum Geburt­stag, E‑Mails, Tele­fonat­en und vie­len Gesprächen hält sie den Kon­takt. Was ihr jet­zt bleibt? „Vor allem die Für­bitte.“ Und sie betont: „Ich füh­le mich ganz reich beschenkt.“ Das spürt man ihr ab. Nicht umson­st klebte sie die mehr als 100 Porträts „ihrer“ Kinder in ein riesiges Herz.

Schwester Gertrud Rück
Wie Gott alles zurechtrückt

  

Sich vor einem Zelt­lager zu drück­en kam für Gertrud Rück nie in Frage! Schon mit acht Jahren ist sie voll dabei und entschei­det sich dort ganz bewusst für ein Leben mit Jesus. Aufgewach­sen ist sie in ein­er gläu­bi­gen Fam­i­lie mit fünf jün­geren Geschwis­tern auf einem Bauern­hof in Ilshofen-Leofels. Im Fam­i­lien­be­trieb macht sie eine Aus­bil­dung zur Hauswirtschaf­terin. Während eines Ein­satzes als Dorfhelferin wird ihr unver­mit­telt gesagt: „Du gehörst auf eine Bibelschule!“ Nach einem Diakonis­chen Jahr in Bad Lieben­zell meldet sie sich 1977 zur Bibelschule an – auch wenn sie ins­ge­heim hofft, nicht angenom­men zu wer­den. Doch sie wird genom­men. Aber Schwest­er wer­den? Keine Option! Ihr Plan: heirat­en, Fam­i­lie gründen. 

Ziele Ziele

Ein fast ver­rück­tes Erleb­nis in der Zelt­mis­sion haut Gertrud Rück schi­er vom Stuhl. Sie sitzt im Zelt, als der Evan­ge­list plöt­zlich stoppt und ruft: „Ich weiß nicht, warum ich das sagen muss, aber du, junges Mäd­chen, lass die Sache mit dem jun­gen Mann. Gott hat dich zur Schwest­er bes­timmt.“ Sie schaut sich um und weiß: Sie ist gemeint! Doch sie – und vor allem ihre Eltern – sind nicht überzeugt. Erst als Gott mit einem weit­eren Wun­der die Mei­n­ung der Eltern wen­det, wird der Weg frei. So kommt es, dass sie Schwest­er wird, zwei Jahre lang trotz ihres jun­gen Alters die Haus­mut­ter ver­tritt und schließlich, wie sie es selb­st for­muliert, mit 25 „auf die Men­schheit los­ge­lassen“ und in Sim­mozheim einge­set­zt wird. Vor allem das Zelt­lager, das sie bere­its als Kind begeis­tert hat, ist auch jet­zt ihr Steck­enpferd. Ihr Auf­trag ist die Arbeit unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Nahezu bedrück­end ist die Stille der Nacht, als sich in Schwest­er Gertruds Zim­mer eines Freizei­theims plöt­zlich die Türklinke bewegt. „Kein Licht“, zis­cht eine Stimme. Es ist ein Mäd­chen, das Schwest­er Gertrud über den Glauben aus­fragt und sich dann wieder aus dem Zim­mer schle­icht. Später lan­det eine (Wieder-)Geburtsanzeige bei der Schwest­er im Briefkas­ten und sie weiß: Dieses Gespräch war entschei­dend! „Das Schön­ste war, wenn Kinder zum Glauben kamen“, sagt sie voller Begeis­terung. Und das darf sie erleben!
Als sie 1997 in den Bezirk Emmendin­gen wech­selt, fängt sie noch ein­mal ganz neu an. Wo anfänglich „nur“ Fraue­nar­beit für sie geplant ist, entste­ht schnell wieder eine Kinder- und Zelt­lager­ar­beit. Heute find­en dort jeden Som­mer Zelt­lager mit rund 200 Kindern statt.
Wie Gott seine Gemeinde baut und wach­sen lässt, erlebt sie auch im Bezirk Loßburg, in dem sie von 2009 bis 2015 arbeitet.

Neu in den Fokus rück­en muss Schwest­er Gertrud einiges, als eine ein­seit­ige Stimm­ban­dläh­mung diag­nos­tiziert wird. Die bish­erige Arbeit wird fast unmöglich. Deshalb fängt sie mit 58 Jahren noch ein­mal ganz von vorne an und begin­nt eine Aus­bil­dung zur Altenpflege­helferin. „Ich war plöt­zlich wieder Schü­lerin und Azu­bi in der ersten Klasse.“ Doch sie nimmt die Her­aus­forderung mit Würde an. Jet­zt ist sie im Feier­abend­haus der Schwest­ern­schaft eingerückt, auch wenn noch lange nicht Feier­abend ist. Sie übern­immt dort ihre neue Auf­gabe: Haus­mut­ter als Nach­fol­gerin von Schwest­er Els­beth Pfeif­fle. Für Schwest­er Gertrud kein Prob­lem, denn ihr Mot­to ist: „Ich ver­mag alles durch den, der mich stark macht, Christus.“

Schwester Annemarie Bertschinger
Die gefragte Schwester

  

Schwaben sind gefragt. Annemarie Bertschinger ist nicht nur eine waschechte Schwäbin von der Alb, son­dern auch gefragt. Das zeigt ein Ein­blick in ihr Leben. In einem gläu­bi­gen Eltern­haus aufgewach­sen, entschei­det sie sich mit zwölf Jahren auf ein­er Oster­freizeit für Jesus. In ein­er Gemein­schaftsstunde kommt die Frage nach dem Ruf zum Dienst auf: „Wen soll ich senden?“ Ihre Antwort ist kurz: „Alle, außer mir.“ Doch eine Bibel­stelle lässt Fra­gen offen: „Dienet dem HERRN mit Freuden“, heißt es in Psalm 100. Das hat die junge Annemarie „abso­lut nicht einge­plant.“ Schließlich wird das Frageze­ichen zum Aus­rufeze­ichen: 1965 tritt sie in die Schwest­ern­schaft der Lieben­zeller Mis­sion ein. Am Abend davor wird ihr 1. Thes­sa­lonis­ch­er 5,24 zuge­sprochen: „Treu ist er, der euch ruft, er wird’s auch tun.“

Ziele Ziele

Ob sie die Gemein­schaft­sar­beit, in die sie gesendet wird, „hin­bekommt“, ist für sie fraglich: „Das schaffe ich nicht“, denkt sie. Doch sie erfährt, dass Jesus zu den Auf­gaben die Gaben gibt. In Linken­heim bei Karl­sruhe arbeit­et sie vor allem und gern mit Kindern und Jugendlichen. Nach zwei Jahren fol­gen ein weit­eres Jahr Bibelschule und ein Jahr Krankenpflege­helferin­nen-Aus­bil­dung. Wieder wird sie für Linken­heim ange­fragt. In weit­eren zwölf Jahren dort erfährt sie immer wieder: „Was er uns gibt, macht tüchtig zum Dienst.“ Es gefällt ihr so sehr, dass sie zögert, als sie auf den Mis­sions­berg soll. Aber Alfred Gajan wün­scht sie als Redak­teurin für „Augen­blick mal“ und „Durch­blick und Dienst“.

Nach zwei Jahren wird sie für andere Büroar­beit­en zuständig, zunächst im Schwest­ern­büro bei Oberin Han­na Bär, dann im Sekre­tari­at des Lieben­zeller Gemein­schaftsver­ban­des (LGV). Auch für diese jew­eils sech­sein­halb Jahre ist es Schwest­er Annemarie wichtig, eine Bestä­ti­gung für den neuen Ein­sat­zorte zu haben, „ein Ja, um ganz und gern dort zu sein“. Während der Zeit auf dem „Mis­sions­berg“ macht sie 15 Jahre Fraue­nar­beit in Ober­len­gen­hardt und hält Gemein­schaftsstun­den im LGV-Bezirk Neubu­lach. Die näch­ste Anfrage kommt aus Back­nang. Bibel‑, Frauen- und Gemein­schaftsstun­den sind dort ihre Auf­gaben. „Vom ersten Augen­blick an habe ich mich wohlge­fühlt“, sagt sie heute über diese Zeit. Wiederum wer­den es sech­sein­halb Jahre.

„Dann kam ein Schock für mich – die größte Herausforderung!“

Sie soll Oberin im Diakonis­senhaus Zion in Aue/Sachsen wer­den. Ihre erste Reak­tion: „Das geht nicht, kön­nt ihr vergessen.“ Aber: „Ich wurde mit ‚Fürchte dich nicht‘ und ‚Sei get­rost und unverza­gt‘ bom­bardiert.“ Für diesen neuen Lebens­ab­schnitt ist sie beson­ders auf die Vor­bere­itung Gottes angewiesen. Wieder erset­zt sie das Frageze­ichen durch einen Punkt und nimmt das „Vor­recht und die große Her­aus­forderung“ an.

Rück­blick­end sieht sie alle vorheri­gen Sta­tio­nen als Vor­bere­itung für diesen großen Dien­stab­schnitt. Die Auf­gaben, die sie seit mehr als zwölf Jahren übern­immt (davon siebenein­halb Jahre als Oberin), sind so viel­seit­ig, dass sie nicht in einen Artikel passen. Höhep­unk­te sind die Gemein­schaft mit den Schwest­ern und die Schwest­ern­freizeit­en. Schwest­er Annemarie zehrt von den jahre­lan­gen Erfahrun­gen in Gemeinde und Sekretariat.

Vor fast fünf Jahren hat Schwest­er Frauke Groß als neue Oberin die Ver­ant­wor­tung über­nom­men. Schwest­er Annemarie ist trotz ihres offiziellen Ruh­e­s­tandes weit­er­hin gern im Diakonis­senhaus Zion tätig.

Schwester Almut Gall
Frau Almut und die Syrer

  

Vor zwei Jahren machte sich Schwest­er Almut Gall auf, um in der Bad Lieben­zeller Flüchtling­sun­terkun­ft Kon­takt mit Geflüchteten zu knüpfen. Sei­ther begleit­et sie eine syrische Fam­i­lie und gibt dieser neben der deutschen Sprache auch das Evan­geli­um weit­er. An Wei­h­nacht­en wird sie von der Fam­i­lie ein­ge­laden. Auch eine weit­ere syrische Fam­i­lie ist zu Gast. Beim Essen fragt ein Mann: „Schwest­er Almut, wieso bist du Schwest­er gewor­den?“ Er kann nicht begreifen, wieso eine Frau nicht heiratet. Schwest­er Almut aber freut sich über die Frage und begin­nt zu erzählen …

Ziele Ziele

„Ich habe nie daran gezweifelt, dass es Gott gibt. Trotz­dem fiel es mir schw­er, eine Beziehung zu ihm aufzubauen.“ Später, als Almut in Waib­lin­gen zur Kranken­schwest­er aus­ge­bildet wird, lernt sie eine Kol­le­gin ken­nen, die Christ ist. „Ich spürte, sie hat­te etwas, das ich nicht hat­te, und das machte mich neugierig“, erin­nert sie sich. Als ihre Kol­le­gin sie zur Oster­freizeit der Lieben­zeller Mis­sion ein­lädt, willigt Almut sofort ein. Sie ahnt nicht, dass jene Freizeit ihr Leben auf den Kopf stellen würde.

Nach dem dor­ti­gen Gottes­di­enst sagt der Predi­ger: „Wer mit Jesus ern­ste Sache machen will, der bleibt!“ Plöt­zlich hört Almut, wie jemand laut ihren Namen ruft. Erschrock­en schaut sie sich um, doch sie ken­nt nie­man­den. „Mir war klar: Das war Jesus. Er rief mich, wie es in Jesa­ja 43,1 ste­ht.“ Almut entschließt sich zu bleiben und ver­traut ihr Leben Jesus an.

Ihr Exa­m­en rückt näher. Eines Abends fragt die 19-Jährige beim Beten, wo Jesus sie nach der Aus­bil­dung haben möchte. Sie schlägt ihre Bibel auf und liest von der Speisung der 5000 in Matthäus 14. Als die Jünger das Volk wegschick­en wollen, erwidert Jesus: „Sie brauchen nicht wegzuge­hen. Gebt doch ihr ihnen zu essen!“ Mit Wucht dringt dieser Vers in die ange­hende Kranken­schwest­er ein: „Solch eine Kraft habe ich nie mehr erlebt. Hätte ich nicht gele­gen, wäre ich gefall­en.“ Drei Dinge waren ihr schla­gar­tig klar: Sie soll Schwest­er wer­den, Men­schen das Brot des Lebens geben und nach Bad Lieben­zell gehen. Aber Almut träumt doch von Ehe und Fam­i­lie! Matthäus 16,26 ver­schafft ihr schnell Klarheit: „Es nutzt mir nicht, Mann, Kinder und Zivilk­lei­der zu haben, wenn ich Jesus nicht Herr meines Lebens sein lasse.“ Sie bewirbt sich also bei der Schwest­ern­schaft – in stiller Hoff­nung, abgelehnt zu wer­den. Doch sie erhält eine Zusage, absolviert bald darauf die Bibelschule und ist viele Jahre in der Gemein­schaft­sar­beit tätig. „Ich habe nie bereut, dass ich Gott gehor­sam war. Er wusste, was das Beste für mich war – lange, bevor ich es selb­st wusste“, blickt die Schwest­er dankbar zurück.

Alle am Tisch hören ges­pan­nt zu. Obwohl Schwest­er Almut im Englis­chen häu­fig unsich­er ist, spricht sie an diesem Abend flüs­sig und fehler­frei. Als sie einige Zeit später die Fam­i­lie besucht, die sie bei der Feier ken­nen­lernte, sagt deren Tochter: „Frau Almut, ich habe gemacht, was du gesagt hast.“ Schwest­er Almut weiß sofort, was das Mäd­chen meint. Während die Fam­i­lie kocht, set­zen sich die bei­den draußen auf eine Bank. „Ich war begeis­tert, dass sie sich entsch­ieden hat, mit Jesus zu leben, und erk­lärte ihr, dass sie nun Gottes Kind ist. Dafür haben wir Jesus gedankt.“

Schwester Irmgard Wieland
Ein Herz für Frauen aus Asien

  

Schon als Kind wollte Irm­gard Wieland Lehrerin wer­den, doch wegen ihres verkürzten Beines sollte sie einen sitzen­den Beruf ausüben. Unter Trä­nen entsch­ied sie sich, Ver­wal­tungs­beamtin zu wer­den – und wider Erwarten gefiel es ihr.

Während der Aus­bil­dung besuchte die Sulzbacherin erst­mals eine Freizeit des EC („Entsch­ieden für Chris­tus“). Obwohl sie dachte, sie hätte nichts getan, wofür jemand den Tod ver­di­ent hätte, wurde der 19-Jähri­gen dort klar: „Jesus musste auch für meine Sünde ster­ben.“ Das war der Startschuss für ihr Leben mit Jesus. Und dieser offen­barte sich ihr bald: Ver­wun­dert stellte Irm­gard eines Tages fest, dass ihre Knochen­markvere­iterung zum Still­stand gekom­men war, und so fragte sie sich: „Soll ich doch noch Lehrerin werden?“

Ziele Ziele

Da sich nichts auf­tat, arbeit­ete sie weit­er in ihrem Beruf und engagierte sich in der Kinder- und Jugen­dar­beit ihrer Gemeinde. Irgend­wann wurde sie von der Her­aus­forderung über­rascht, Lieben­zeller Schwest­er zu wer­den. Dies ließ sie zwei Jahre nicht los, bis sie mit Mitte 20 als Bibelschü­lerin auf den Mis­sions­berg kam und in die Schwest­ern­schaft ein­trat. Nach ihrem Abschluss wurde sie von der Leitung gebeten, The­olo­gie in Tübin­gen zu studieren, um später an der Bibelschule zu unter­richt­en. „So sollte ich doch noch Lehrerin wer­den. Da habe ich wieder erfahren, dass Gott Wün­sche erfüllt – auch auf Umwegen.“

Das Studi­um prägte sie. Nicht nur, weil sie viel Neues im Umgang mit der Bibel lernte und sich mit anderen Ansicht­en auseinan­der­set­zen musste, son­dern auch wegen der Kon­tak­te, die sie knüpfte. Als Schwest­er Irm­gard eine japanis­che Stu­dentin zum Gottes­di­enst ein­lud, sagte diese: „Seit neun Jahren lebe ich in Deutsch­land, und nie hat mich jemand in eine Gemeinde ein­ge­laden.“ Diese Worte gin­gen der Schwest­er zu Herzen und waren ein Anstoß, mehr mit asi­atis­chen Frauen ins Gespräch zu kom­men. Asien inter­essierte sie sowieso schon immer.

Wie Gott Wün­sche erfüllt

Als sie nach dem Studi­um auf den Mis­sions­berg zurück­kehrte, sagte sie zu Gott: „Herr, du weißt, hier sind keine Asi­atin­nen, aber du weißt auch um meinen Wun­sch.“ Bere­its zwei Tage später begeg­nete sie vor der Buch­hand­lung zwei Chi­nesin­nen, die nach dem Weg fragten. Schwest­er Irm­gard lud sie auf einen Tee ein und schenk­te ihnen eine Bibel.

Im Rück­blick auf 20 Jahre Unter­richt am The­ol­o­gis­chen Sem­i­nar kann sie sich keinen erfül­len­deren Beruf vorstellen. „Wenn ich heute ehe­ma­lige ‚Stud­is‘ bei den Mis­sions­festen tre­ffe, die ich einst mit Bibel­versen und Griechisch-Gram­matik ‚gestriezt‘ habe, freue ich mich, denn nun ste­hen ges­tandene Mis­sion­are, Pas­toren und Diakonin­nen vor mir.“

Vor sechs Jahren wurde Schwest­er Irm­gard pen­sion­iert. Sie zog nach Hei­del­berg und meldete sich als Gasthörerin an der Uni an. „Nach all den Jahren des Lehrens wollte ich selb­st wieder zuhören. Und vor allem wollte ich Kon­tak­te zu Aus­län­derin­nen knüpfen, weil mich die Worte der japanis­chen Stu­dentin aus Tübin­gen bis heute beschäfti­gen.“ Und tat­säch­lich lernte sie einige Frauen ken­nen. Mit ein­er Asi­atin liest sie in der Bibel, eine andere ließ sich sog­ar taufen. Bei­de Frauen erzählten, dass bere­its ihre Großmüt­ter Christin­nen waren. „Gott hat das Ganze schon lange vor­bere­it­et“, stellt die 69-jährige Schwest­er erstaunt fest.

Neben eini­gen Verkündi­gungs­di­en­sten hat sie viele Gespräche mit unter­schiedlich­sten Men­schen. Sie ist ges­pan­nt, wen Gott ihr noch über den Weg schick­en wird. Erst kür­zlich hat­te sie wieder eine inter­es­sante Begeg­nung in der Men­sa. Sie kon­nte die junge Frau in den Gottes­di­enst ein­laden – und dort begrüßen!

Schwester Tabea Schmolz
Von Herzen gern Gemeinschaftsschwester

  

Auch die Arbeit in der Küche ist okay, aber Schwest­er Tabea Schmolz hegt einen Traum: wieder nah an den Men­schen sein und sie zu Jesus ein­laden. Das kann sie – in den Haßbergen.

Durch ihre Eltern lernt sie früh Jesus ken­nen. Elfriede, ihre einzige Schwest­er, reist als Mis­sion­ar­in der Deutschen Indi­an­er Pio­nier Mis­sion nach Paraguay. Tabea dage­gen ist zunächst „Haus­tochter“ im Mon­bach­tal und lernt die Lieben­zeller Mis­sion durch deren Zelt­mis­sion ken­nen. Bei zwei Mis­sions­festen hat die 16-Jährige den Ein­druck: „Da oben werde ich auch mal eingesegnet.“ 

Doch sie soll zunächst einen Beruf erler­nen. Sie wird Haus- und Fam­i­lienpflegerin auf dem Roßbühl in Korn­tal und tritt dort als „Haus- und Land­schwest­er“ ein. Aber an ihrem Ein­sat­zort auf der Schwäbis­chen Alb gibt sie es auf, sich einzure­den, dass dieser Weg der richtige ist. Sie bewirbt sich an der Bibelschule in Bad Lieben­zell und will hier Schwest­er werden.

Ziele Ziele

Nach dem Prak­tikum bleibt sie zwei Jahre in Büchen­bronn bei Pforzheim. „Dort hat es mir total viel Freude gemacht, neue Kinder- und Jungscharstun­den zu begin­nen und Mäd­chen­freizeit­en anzu­bi­eten.“ Doch sie soll sich zur Hauswirtschaft­slei­t­erin weit­er­bilden und ins Haus Saron wech­seln. „Die 13 Jahre in der Küche waren nicht immer leicht, aber ich bin in mein­er Per­sön­lichkeit gereift“, meint sie im Rück­blick. Aber die Sehn­sucht wächst, wieder rauszuge­hen zu den Menschen.

Ob sie sich eine Auf­gabe in den Haßber­gen in Unter­franken vorstellen könne, fragt der Lieben­zeller Gemein­schaftsver­band an. Da wäre sie „allein auf weit­er Flur“, 80 Kilo­me­ter ent­fer­nt von den näch­sten Kol­le­gen. Wie es die mit­tler­weile ver­witwete Mut­ter verkraften würde, zumal Elfriede damals noch in Paraguay war? Schließlich war der Tipp, ein­fach täglich mit der Mut­ter zu tele­fonieren, die Lösung. Und auch beim ersten Besuch in den Haßber­gen wird klar: „Das passt!“

Gottes­di­enst und Kinder­stunde im Gasthaus

An keinem ihrer ins­ge­samt neun Ein­sat­zorte gibt es alles: hier ein Kinderkreis, da eine Jungschar, dort ein Teenkreis. Durch die mis­sion­ar­ischen „Ich glaub’s“-Aktionen und junge Helfer lassen sich Kinder und Jugendliche ein­laden. Zudem gibt es an ver­schiede­nen Orten Bibelkreise und Frauen­früh­stück­str­e­f­fen, ein­mal im Monat einen Bezirk­snach­mit­tag. Schwest­er Tabea geht auch unkon­ven­tionelle Wege: Nach ein­er Wan­derung lernt sie in einem Gasthaus die gläu­bige Wirtin ken­nen – und es entste­ht dort ein Gottes­di­enst. Das viel­seit­ige Pro­gramm mit Mit­bring-Brunch ist niedrigschwellig. Es kom­men auch Leute, die son­st keine fromme Ver­anstal­tung besuchen wür­den. Am Stammtisch kann die Kinder­stunde stat­tfind­en. Wenn Mis­sion­are aus ihrer Arbeit bericht­en, sind die Kinder begeis­tert! Etliche Jahre kann noch die Mut­ter aus der Ferne regen Anteil nehmen.

Es fällt Schwest­er Tabea leicht, Men­schen einzu­laden und Kon­tak­te zu pfle­gen. Ihr ist wichtig, auch neue Ideen auszupro­bieren. An keinem Ort gibt es ein Gemein­schaft­shaus, selb­st der frühere Tanzsaal in einem Pri­vathaus wurde schon genutzt. „Du musst immer schauen, wie man Leute erre­ichen und inter­essieren kann“, ist ihr Rat. Seit einem Homiletik-Sem­i­nar* traut sie sich auch an schwierigere Texte: „Die Bibel reden lassen, darauf reagieren die Zuhör­er. Nicht auf meine Mei­n­ung kommt es an.“

Ihre Pri­vat­woh­nung in Ebern, ide­al am Mark­t­platz gele­gen, ist auch Gemein­der­aum. Hier lädt sie ein zum Lobpreis- und Gebetsabend, zum Frauen­früh­stück­str­e­f­fen und Bücher­café. Fre­und­schaften sind ihr wichtig, denn „man muss auch auf sich selb­st acht­en. Ich bin hier zwar auf ein­samem Posten, aber nicht einsam!“

Schwester Renate Graf
Mutter, Pflegerin, Gemeinschaftsschwester

  

„Der Weg, den man im Gehor­sam gegenüber Jesus geht, ist der einzige Weg, der weit­er­hil­ft und inneren Frieden schenkt!“ Davon ist Schwest­er Renate Graf felsen­fest überzeugt.

Mit 17 Jahren erlebte sie eine ein­schnei­dende Beru­fung: Nach dem Bibelle­sen hörte sie plöt­zlich eine Stimme: „Gib mir dein Leben ganz!“ – „Es  ag unglaublich klin­gen, aber für mich war das ganz klar die Stimme von Jesus“, so Schwest­er Renate. Seine Auf­forderung führte dazu, dass sie mit 23 Jahren in die Lieben­zeller Schwest­ern­schaft eintrat.

Ziele Ziele

Das Leben wird auf den Kopf gestellt

Nach ihrer drei­jähri­gen Bibelschu­laus­bil­dung kam sie 1966 in die Gemein­schaft­sar­beit nach Lahr. Die sechs Jahre waren eine prä­gende Zeit, denn sie war auf sich gestellt und es gab dort noch keinen Predi­ger. Von 1972 bis 1979 arbeit­ete sie in Söllin­gen, bevor sie 1979 nach Lien­zin­gen bei Müh­lack­er ver­set­zt wurde. Dort sollte sie im Jugend­bund die 21-jährige, hochschwan­gere Chris­tine Brötz­mann ken­nen­ler­nen, die ihren weit­eren Lebensweg maßge­blich bes­timmte. Nach der Geburt erkrank­te die junge Mut­ter – und die unheil­bare Krankheit ver­schärfte sich nach der Geburt des zweit­en Mäd­chens. Chris­tine Brötz­mann wurde zu einem Pflege­fall – und die Ehe ging in die Brüche. Schwest­er Renate, die immer mehr die Pflege über­nahm, erkämpfte mit Chris­tine Brötz­mann deren Sorg­erecht für die Töchter.

Die größte Auf­gabe im Leben

Chris­tine Brötz­mann wurde im Laufe der Zeit als christliche Autorin und Malerin bekan­nt. 20 Jahre lang betreute Schwest­er Renate die schw­er­st­be­hin­derte Frau und ihre Kinder. „Das war meine größte Auf­gabe im Leben, doch ich wurde dafür nie aus­ge­bildet.“ Bis 1989 hat­te sie ihre volle Stelle in der Gemein­schaft­sar­beit, dann kon­nte sie auf eine 50-Prozent-Stelle nach Tann in die Rhön wech­seln. Sie wohnte zusam­men mit Chris­tine Brötz­mann und den bei­den Kindern im Gemein­schaft­shaus. „Es ist ein­fach unbeschreib­lich, was wir an Wun­dern erlebten“. So wurde dank der Für­sprache von Poli­tik­ern der Bau ein­er aufwendi­gen Rampe in das Haus bewil­ligt. Ein Arzt set­zte sich dafür ein, dass Chris­tine Brötz­mann, die inzwis­chen bet­tlägerig war und eine Rund-um-die-Uhr-Pflege benötigte, einen Spezial­roll­stuhl erhielt. Mit diesem war sie auch liegend mobil und „damit haben wir die ganze Rhön durch­forstet“, meint Schwest­er Renate lächelnd.

2000 starb Chris­tine Brötz­mann im Alter von 43 Jahren. Schwest­er Renate blieb in der Rhön und erlebte, wie die Fraue­nar­beit in Tann auf­blühte: Jeden Dien­stag kamen rund 25 Frauen in die Frauen­stunde – „und nicht nur Fromme. Eines Tages erkan­nte ich: Damit hat mir Jesus selb­st als Dankeschön ein großes Geschenk gemacht!“ Im Rück­blick ist sie Gott dankbar, dass die bei­den Töchter sich auch für ein Leben mit Jesus Chris­tus entsch­ieden. Sie sind inzwis­chen ver­heiratet und Schwest­er Renate hat nun fünf Enkelkinder: „Für sie bin ich ihre Oma.“

Neue Auf­gabe auf dem Missionsberg

2008 kehrte Schwest­er Renate nach Bad Lieben­zell zurück und fand im Feier­abend­haus eine weit­ere Beru­fung: Sie betreute sechs Jahre lang eine schw­er psy­chisch erkrank­te Mitschwest­er, fand zu ihr Zugang und ging jeden Tag mit ihr spazieren. Nie wieder musste diese Schwest­er zurück in die Klinik.

Ob Schwest­er Renate etwas bereut oder im Rück­blick anders gemacht hätte? „Nein, ich habe nichts in meinem Leben ver­misst und kon­nte für andere da sein! Ich erlebte: Man wird reich geseg­net und beschenkt, wenn man Jesus vertraut.“

Schwester Erika Leimenstoll
„Schwester wollte ich eigentlich nicht werden“

  

Mis­sion­ss­chwest­er wollte Eri­ka Leimen­stoll eigentlich nicht wer­den – wurde es aber den­noch – und hat es nie bereut.

„Zur Über­raschung mein­er Eltern wurde ich am 7. Dezem­ber 1945 in Wald­kirch geboren“, so blickt Schwest­er Eri­ka Leimen­stoll auf ihren Geburt­stag zurück. Denn mit ihr rech­nete an diesem Tag kein­er: Ihre Eltern erwarteten nur ein Kind – und dem Sohn fol­gte zur Über­raschung aller wenige Minuten später noch ein Mäd­chen: Eri­ka. In der schw­eren Nachkriegszeit wuchs sie mit sieben Geschwis­tern in Den­zlin­gen auf. Ein erster tiefer Ein­schnitt in ihrem Leben bedeutete der Tod eines ihrer Brüder im Alter von zwei Jahren, den sie als Sech­sjährige erlebte und tief erschütterte.

Ziele Ziele

„In der Mis­sion dienen, indem ich einen Mis­sion­ar heirate“

Mit zwölf Jahren fand die Süd­bad­ner­in bei ein­er Evan­ge­li­sa­tion zum Glauben. „Aus Dankbarkeit wollte ich ein­mal Jesus in der Mis­sion dienen – indem ich einen Mis­sion­ar heirate.“ Als sie ihre Aus­bil­dung zum Großhan­del­skauf­mann (so hieß es damals noch) abgeschlossen und bere­its drei Jahre im Beruf gear­beit­et hat­te, erin­nerte sie Gott immer wieder an ihr Ver­sprechen. Vor allem Psalm 32, 8 wurde für sie weg­weisend: „Ich will dich unter­weisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leit­en.“ Ihr Weg führte sie nach Bad Lieben­zell. „Aber Schwest­er wollte ich nicht wer­den.“ Eigentlich wollte sie nur die Bibelschule besuchen. „Nach manchem inneren Kampf“ wurde Schwest­er Eri­ka dann doch klar, dass sie in die Schwest­ern­schaft ein­treten sollte. 1966 war es so weit, und mit Freude absolvierte sie die Aus­bil­dung. „Gott sei Dank habe ich erfahren, dass Jesus nie­mand in eine Schwest­ern­schaft ‚zwingt‘. Natür­lich gab es auch Prob­leme, und über manch­es ärg­erte ich mich. Aber das half mir, als Per­son und im Glauben zu reifen.“

Gottes Wege sind oft unver­ständlich – aber gut

Nach der Bibelschu­laus­bil­dung war Schwest­er Eri­ka zunächst in Hei­del­berg in der Gemeinde- und Jugen­dar­beit tätig. Für sie zunächst unver­ständlich, wurde sie nach acht Jahren wieder auf den Mis­sions­berg ver­set­zt: ins Büro des Lieben­zeller Gemein­schaftsver­ban­des als Sekretärin des dama­li­gen Inspek­tors Alfred Gajan. „Dort habe ich viel gel­ernt und die Arbeit machte mir Freude.“ Nach 15 Jahren fol­gte die näch­ste Auf­gabe: als Reise- und Seel­sorgeschwest­er sowie stel­lvertre­tende Oberin. Nach drei Jahren wusste sich Schwest­er Eri­ka nach Frankre­ich berufen. Mit fast 50 Jahren begann sie mit dem Sprach­studi­um in Massy bei Paris. Dann erre­ichte sie die Bitte, im afrikanis­chen Burun­di für fünf Monate Iris Vat­ter zu unter­stützen. Anschließend arbeit­ete sie in Mortagne und Alen­con in der Nor­mandie. 2000 ereilte sie dann der Ruf als Oberin: „So sind die Wege Gottes: oft über­raschend und zunächst nicht ver­ste­hbar. Aber ich kann nur staunen und danken. Es war mir eine große Freude, für die Schwest­ern da zu sein.“

Das größte Geschenk

Wichtig wurde ihr ein Lied­vers des Arztes und Schrift­stellers Paul Flem­ing (1609–1640): „In allen meinen Tat­en lass ich den Höch­sten rat­en, der alles kann und hat; er muss zu allen Din­gen, soll‘s anders wohl gelin­gen, mir sel­ber geben Rat und Tat.“ Schwest­er Eri­ka: „Es ist so ein großes Geschenk, Kind Gottes sein zu dür­fen, Verge­bung mein­er Schuld zu emp­fan­gen und die Hoff­nung auf das ewige Leben zu haben. Jesus Chris­tus wird mich und alle die Seinen ans Ziel brin­gen. Das will ich weit­er­sagen.“ Würde sie im Rück­blick etwas anders machen? „Ich würde bess­er hin­schauen und mehr Zeit für Einzelne nehmen. Aber ich würde mich wieder senden lassen. Das waren geseg­nete Wege, die mich der Herr führte.“

Schwester Lydia Kehr
Ein Schritt, den sie nie bereute

  

„Ich würde den Weg, den Gott mir zeigt, immer wieder gehen. Auch als Lieben­zeller Schwest­er.“ Das sagt Schwest­er Lydia Kehr, die wenige Woche vor dem Ende des Zweit­en Weltkrieges am 20. März 1945 als „waschechte Hes­sin“ auf die Welt kam.

Mit drei älteren Brüdern wuchs sie auf einem Bauern­hof in der Nähe von Darm­stadt auf. Früh musste sie auf den Feldern und im Stall mithelfen. Über­schat­tet wurde ihre Kind­heit vom frühen Tod ihres Vaters, der mit 48 Jahren über­raschend an ein­er Herzkrankheit auf dem Feld starb. Schwest­er Lydia Kehr war damals zehn Jahre alt.

Ziele Ziele

„Hat der Hei­land auch schon dein Herz aufgetan?“

Kurz zuvor besuchte sie mit ihm zum ersten Mal das Pfin­gst­mis­sions­fest. Die Lieben­zeller Mis­sion hat­te sie schon früher durch Predi­ger und Mis­sion­ss­chwest­ern ken­nen­gel­ernt. Auch Mis­sion­are waren oft zu Gast bei ihren Eltern, die die Gemein­schaftsstunde des dama­li­gen Starken­burg­er Gemein­schaftsver­ban­des (heute Evan­ge­lis­ch­er Gemein­schaftsver­band Rhein-Main) besucht­en. Ein wenig pein­lich war ihr dabei immer wieder, wenn sie auf­grund ihres bib­lis­chen Vor­na­mens gefragt wurde, ob „der Hei­land“ wie bei der Pur­purhänd­lerin Lydia (Apos­telgeschichte 16) „ihr Herz schon aufge­tan habe“, erin­nert sie sich. 

Schwest­er zu wer­den, war nicht ihr ursprünglich­er Wun­sch fürs Leben

Schwest­er bei der Lieben­zeller Mis­sion zu wer­den, war eigentlich nicht ihr Wun­sch fürs Leben. „Aber ich wollte ganz nach dem Willen Gottes leben“. Bei einem Mis­sionsvor­trag wurde ihr bewusst: „Gott hat etwas mit mir vor!“ Nach einem Gespräch mit dem dama­li­gen Bezirk­spredi­ger wurde ihr klar, dass sie sich als diakonis­che Helferin in Bad Lieben­zell bewer­ben sollte. Und so kam sie 1968 auf den Mis­sions­berg. Von den jun­gen Mis­sion­ss­chwest­ern wurde sie her­zlich aufgenom­men, was sie sehr beein­druck­te. „Will Gott, dass ich auch zu ihnen gehöre?“, fragte sie sich. Im inten­siv­en Reden mit Gott bekam sie eine unüber­hör­bare, ein­deutige Antwort. Und so trat sie 1969 in die Schwest­ern­schaft ein.

Als Dank zu vie­len Hochzeit­en eingeladen

Diesen Schritt hat sie nie bereut: „Meine Arbeit war sehr viel­seit­ig.“ Zunächst arbeit­ete Schwest­er Lydia Kehr in der Zen­tralküche mit, wo sie viel ler­nen kon­nte. Danach war sie 20 Jahre als Gemein­schaftss­chwest­er in Ebhausen bei Nagold und im fränkischen Wassertrüdin­gen tätig. Beson­ders freute sie sich, die Fro­he Botschaft an Kinder weit­ergeben zu kön­nen. Eben­so begleit­ete sie junge Men­schen sehr gerne auf ihrem Weg und stand ihnen bei Lebens­fra­gen bei. Und das hat­te Fol­gen: „Als Dank war ich zu vie­len Hochzeit­en ein­ge­laden“, blickt sie lachend zurück. Von 1995 bis 2003 war sie schließlich als Haus­mut­ter der Bibelschule für die Stu­dentin­nen zuständig.

„Das hätte ich vor 25 Jahren niemals zu träu­men gewagt!“

Wichtig war ihr bei der Arbeit, dass Jesus immer unent­behrlich­er und die Freude an ihm „mir zu täglichen Stärkung wird“. Beson­ders der Lied­vers von Peter Strauch „Jesus, wir sehen auf dich. Deine Liebe, die will uns verän­dern, und in uns spiegelt sich deine Her­rlichkeit“ ist ihr zu einem Herzen­san­liegen gewor­den. Heute ver­bringt sie ihren Ruh­e­s­tand im Feier­abend­haus auf dem Mis­sions­berg. Am lieb­sten geht sie früh mit einem span­nen­den Buch ins Bett, lei­den­schaftlich gerne liest sie Biografien und christliche Romane. Sie ist nach wie vor froh, Teil der Schwest­ern­schaft und der Lieben­zeller Mis­sion zu sein. „Es wäre fatal, wenn die Lieben­zeller Mis­sion auf dem Stand wie vor 50 Jahren wäre. Verän­derun­gen gehören zum Leben und ich staune immer wieder über die vie­len Mitar­beit­er auf dem Mis­sions­berg. „Dass ein­mal so viele junge Men­schen bei uns studieren wür­den, hätte ich vor 25 Jahren nicht zu träu­men gewagt.“

Scroll to Top
Umfrage

dein Feedback zur Neuen Seite