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Donnerstag 04. April 2019 - 08:55

Margit Schwemmle: Mit vollem Einsatz in Afrika

Sie kennt Afrika durch und durch: Seit mehr als 20 Jahren lebt und arbeitet Margit Schwemmle auf dem afrikanischen Kontinent. Zwölf Jahre lang war sie Missionarin in Malawi, brachte Frauen das Lesen und Schreiben bei und gab ihnen die Gute Nachricht von Jesus weiter. Seit 2012 ist sie in Sambia – zunächst im abgelegenen Luangwa-Tal und anschließend als Dozentin an der Evangelical University in Ndola. Dort ist sie mittlerweile Studienleiterin. In den nächsten Wochen ist sie in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit in Sambia. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Für afrikanische Verhältnisse ist es ungewöhnlich, dass eine Frau so eine hohe Stelle hat wie du als Studienleiterin. Wirst du dafür in Sambia eher bewundert oder belächelt?
Es gibt unterschiedliche Reaktionen. Die meisten Studenten und Mitarbeiter finden es gut und schätzen meine Arbeit. Aber es gibt schon auch Einzelne, die Probleme damit haben, weil es nicht in ihr Bild passt, dass eine Frau so eine Position innehat.

Was überrascht dich an deinen Studenten immer wieder?
Ihre Hingabe und ihr Eifer beim Studieren. Die meisten haben einen klaren Fokus und eine deutliche Berufung. Das ist stark!

Die Evangelical University ist seit einiger Zeit Partner-Uni der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL). Drei deutsche Studenten haben schon ein Auslandssemester in Sambia gemacht. Wann kommen die ersten sambischen Studierenden nach Deutschland?
Dass deutsche Studenten zu uns nach Sambia kommen, ist eine Bereicherung. Damit es andersherum funktioniert, braucht es komplette Kurse auf Englisch an der IHL. Sobald genügend Kurse in Englisch angeboten werden, hoffe ich, dass wir sambische Studenten nach Liebenzell schicken können. Denkbar ist natürlich auch, dass Dozenten aus Sambia als Gast-Dozenten an der IHL lehren.

Du bist seit 1998 in Afrika als Missionarin im Einsatz. Wie lebt es sich als Deutsche in Afrika?
Das kommt darauf an, wo in Afrika man ist. Viele Jahre lang lebte ich im Dorf. Dort gibt es schon einige Einschränkungen im Lebensstandard und man wird viel stärker als Ausländer wahrgenommen. Je länger man aber im Land lebt und sich mit der Kultur auseinandersetzt, umso mehr wird man akzeptiert.
Seit 2014 lebe ich in der Stadt. Dort falle ich weniger auf. Und ich habe viel mehr mit Menschen zu tun, die eine gute Bildung haben und für die es normaler ist, mit Ausländern zu tun zu haben.