MISSION weltweit – Ausgaben 2026

22 LIEBENZELLER MISSION AKTUELL Reformen angehen Das Jahr 2025 stand bewusst im Zeichen der Reformen. Wir wollten nicht alles neu erfinden, sondern das Wesentliche neu entdecken. Staub abwischen – nicht das Fundament austauschen. Konkret wurden drei Reformen auf den Weg gebracht: 1. Flexibilisierungs-Reform – beweglicher werden Um auf Gottes Führung und neue Möglichkeiten schneller reagieren zu können, wurden Einsatzländer, Anstellungsmodelle und Entscheidungswege flexibilisiert. Ziel ist es, attraktiver und dynamischer zu werden – für Menschen mit unterschiedlichen Berufungen und für neue missionarische Chancen. 2. Struktur-Reform – anschlussfähiger werden Auf der Ebene von Liebenzell Mission International haben wir eine klarere, funktionale Struktur geschaffen. Damit wollen wir Prozesse vereinfachen und anschlussfähiger für internationale Partnerschaften werden. Starke Länderteams, eine gemeinsame Vision und partnerschaftliche Zusammenarbeit stehen dabei im Zentrum. 3. Strategie-Reform – Bewährtes festhalten, Neues angehen Den Schwerpunkt der Reformen bildete die Weiterentwicklung der Strategischen Initiativen. Sie schärfen unser Profil, fördern Motivation und Identifikation und machen unsere Arbeit verständlicher darstellbar. Gleichzeitig bilden sie alle unsere Arbeitsfelder im In und Ausland ab, halten an Bewährtem fest und öffnen den Blick für neue, zukunftsweisende Themen. Wandel gestalten, nicht verwalten Veränderung gehört zum Leben. Der Körper predigt es uns – alte Zellen sterben ab, neue wachsen nach. Leben bedeutet Bewegung, Erneuerung, Weiterentwicklung. Das gilt auch für Glaube, Kirche und Mission. Die Bibel ist voll davon: Abraham brach auf, ohne das Ziel zu kennen. Mose musste loslassen, um Gottes Eingreifen zu erleben. Paulus musste seine Theologie ändern, damit er seine Berufung leben konnte. Gott schreibt Geschichte – und Veränderung ist oft sein Werkzeug. Nicht selten wird dieser Wandel durch Druck, Krisen oder Schmerz ausgelöst. In Zeiten fundamentaler Umwälzungen wird deutlich: Bewahren allein reicht nicht. Verwalten ohne Gestalten führt zum Stillstand. Wer Zukunft will, muss bereit sein, sich zu verändern. Besonders in Leitungsverantwortung spüren wir das: Menschen kommen und gehen, Aufgaben verschieben sich, bewährte Formen tragen nicht mehr selbstverständlich, neue Fragen drängen sich auf. Und manchmal wächst die leise Ahnung: Gott ruft uns, Neues zu denken und zu wagen. Dabei halten wir fest: Strukturen und Strategien dienen dem Menschen – nicht umgekehrt. Sie sind Werkzeuge, kein Selbstzweck. Das Ziel bleibt die Ehre Gottes und der veränderte Mensch. Der Fokus bleibt Christus – seine Worte und der Wille seines Vaters. „Mit Gott von Mensch zu Mensch“ lautet der Leitspruch der Liebenzeller Mission FOTO: ELKE WEISSSCHUH

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