LIEBENZELLER MISSION AKTUELL MISSION weltweit 2/2026 Ich darf mich einfach in Gottes Anliegen einklinken. WEITERDENKEN >> SONDERBEITRAG ZUM THEMA VON EVI RODEMANN 19 Nachfolge im Alltag darf mich etwas kosten Meine Besuche im Nagelstudio kosteten mich nicht viel: Zeit, bewusste Aufmerksamkeit, etwas Geld – und vielleicht meinen Stolz, aber auf den kann ich gerne verzichten. Jesus nachzufolgen, wo immer er uns hinführt, kann uns aber durchaus mehr kosten. Bin ich bereit, ihm überallhin zu folgen und den Preis zu zahlen? Es könnte unbequem werden. Herausforderungen, Schwierigkeiten, Ablehnung und sogar Hass könnten mich erwarten. Das Neue Testament ist voll von Jesus-Nachfolgern, die bereit waren, Jesus ohne Wenn und Aber nachzufolgen. Ihre Netze, also ihre Sicherheiten, aufzugeben und mit Jesus loszuziehen. Ihm nachzufolgen, der alles geschaffen hat, alles in seiner Hand hält und der bereit war, sein Leben zu geben. All das, damit seine Anhänger versöhnt mit Gott leben können und das ewige Leben haben. Ich denke dabei immer wieder an die Geschichte von Daniel und seinen Freunden. Daniel hatte eine enge Beziehung zu Gott und lebte diese Nachfolge in seinem Alltag – im Wissen, dass es ihn sein Leben kosten könnte. Als Teenager wurden er und seine Freunde verschleppt und mussten in babylonischer Gefangenschaft unter einem heidnischen König dienen, der selbst angebetet werden wollte. Daniel und seine Freunde wurden für einen höheren Tempeldienst ausgesucht, weil sie physisch stark waren, eine gute Ausbildung genossen hatten, über wichtige Kompetenzen verfügten und gut aussahen. Solch ein Potenzial und Fähigkeiten zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass man reiche Frucht bringt. Daniel und seine Freunde mussten sich entscheiden, wem sie nachfolgen wollten und welchen Preis zu zahlen sie bereit waren. Sie entschieden sich, Gott bedingungslos nachzufolgen. Sie hatten Mut, kritische Dinge anzusprechen, obwohl sie bestimmt auch Angst hatten. Und sie hatten Gewohnheiten, die ihnen halfen. Eine dieser Gewohnheiten war der Dialog mit Gott. Mehrfach wird im Buch Daniel erwähnt, dass Daniel in sein Haus ging, um zu beten. Das lässt mich fragen: Welche Gewohnheiten helfen mir, Gott nachzufolgen? Womit kann ich ihn immer wieder in meinen Alltag hineinnehmen? Bereit sein – auch wenn es gerade nicht passt Vor zwei Jahren erlebte ich etwas, das mich peinlich berührte. Gott erteilte mir damit eine wichtige Lektion, die ich vorher einfach ignoriert hatte. Auf einem Langstreckenflug wollte ich endlich mal wieder in Ruhe EMails abarbeiten. So viel war liegengeblieben und ich war dankbar, einfach 13 Stunden ohne Unterbrechung arbeiten zu können. Niemand um mich herum, den ich kannte. Meine Arbeit und ich, nur wir zwei! Meist bete ich am Morgen: „Gott, zeige mir, wem ich heute ein Segen sein kann.“ Doch an diesem Morgen tat ich das bewusst nicht. Meine Todos schienen mir wichtiger. Schließlich ging es um das Reich Gottes: Events, bei denen ich meine Finger im Spiel hatte, und E Mails von jungen Leitenden in Kirchen, die auf mich warteten. Von meinem Platz aus bemerkte ich eine ältere Dame auf der anderen Seite des Ganges. Sie versuchte krampfhaft, all ihre Siemir sympathisch sind, die meiner Ethnie angehören oder wo ich sonst manchmal den Kreis ziehe. Auch diejenigen, die mich (zuerst) ignorieren. Gott will alle – das ist seine Entscheidung. Ich darf mich dabei einfach in Gottes Anliegen einklinken. Oswald Smith schrieb vor Jahrzehnten ein Buch mit dem Titel Glühende Retterliebe. Diesen Begriff höre ich heute viel zu selten. Dahinter steckt Leidenschaft, dieser glühende Wunsch, dass Menschen ihren Retter kennenlernen. Ich gestehe, oft habe ich diese Leidenschaft nicht. Häufig bin ich abgelenkt, lasse mich von Menschenfurcht leiten oder habe schlichtweg keine Lust. Dann bitte ich Jesus, mich mit seinen Gedanken zu füllen und mich für das zu sensibilisieren, was sein Herz bewegt. FOTO: ISTOCK.COM/EKKASIT JOKTHONG
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