MISSION weltweit – Ausgaben 2026

ZUM THEMA SAMBIA 16 Dann ist klar, wann ich heute mit jemandem rede, um im Glauben zu wachsen, wann ich verkündige und wann ich Mentoring mache. Was ich aber gar nicht mag, ist das Alltagschaos, wenn es morgens heißt: „Du, da ist heute wieder ein Meeting, hast du Zeit?“ Wenn auf einmal der Alltag so voll ist mit spontanen Gesprächen, Problemen und Sitzungen, dass man kaum weiß, wie man den Tag überstehen soll. Bin ich nur missionarisch, wenn ich von Jesus erzähle? Mission kann man planen, aber meist kommt sie ungeplanter, als mir lieb ist. Darum nutze ich Chancen, die sich im Alltag ergeben. Wenn eine Schülerin traurig guckt, frage ich direkt, statt auf den perfekten Moment zu warten. Smalltalk reicht mir nicht – ich gehe eine Ebene tiefer. Missionarisch zu sein heißt für mich, nicht nur von Jesus weiterzuerzählen, sondern ihm ähnlicher zu werden. Nicht, dass ich das bis in die Tiefen verstanden hätte, aber ich kann mit dem anfangen, was ich weiß. Jesus, der beste Freund Neulich beim Mittagessen setzte ich mich zu einer Schülerin, die allein am Tischende saß. Sie erzählte mir von ihrer Familie: „Eigentlich bin ich bei meiner Oma aufgewachsen. Aber da sie im Ausland lebt, habe ich die Ferien bei einem Onkel verbracht.“ Sie gestand mir ihre Einsamkeit und dass sie sich eine Freundin wünscht. Ich erzählte ihr von Jesus, der in allen Veränderungen mein bester Freund bleibt. Sie hörte aufmerksam zu, fragte nach, und ich ermutigte sie, Jesus besser kennenzulernen: „Probier doch aus, ob seine Freundschaft trägt.“ Nach dem Essen stellten wir fest, dass wir fast allein in der großen Halle waren. Die junge Frau bedankte sich lächelnd. Während sie ihren Teller wegräumte, betete ich, dass Jesus sie mit neuen Freunden überrascht und sich ihr als ihr bester Freund zeigt. So kann ich anderen Mut machen, wenn sie einen harten Tag hatten. Ich kann zuhören, damit jemand seinen Kummer bei mir ablädt. Ich kann herausfordern, die Perspektive zu wechseln. Und ich darf oft für Einzelne beten, damit Jesus Situationen verändert. Ja, ich kann planen, missionarisch zu leben. Aber oft sind es die kleinen, unscheinbaren und unplanbaren Momente, in denen ich merke, wie Jesus wirklich wirkt: wie er Menschen neu begeistert oder ein Stück mehr von sich zeigt. Genau dafür will ich mich verfügbar machen. – Du auch? Katja Bachmann Matthias und Katja Bachmann arbeiten seit August 2017 an der AmanoSchule in Sambia, wo Matthias seit sieben Jahren Rektor für die Sekundarstufe ist und unterrichtet. Katja betreut seit sechs Jahren die impactler im Land. Außerdem sind sie zuständig für Seelsorge, Jüngerschaft sowie Kinder- und Jugendarbeit. Matthias arbeitete zuvor als Gymnasiallehrer, Katja war Jugendreferentin. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/ bachmann Mission – da, wo ich bin Wie schön, wenn man weiß, was einen erwartet. Ich liebe es, gut vorbereitet zu sein, zu wissen, was heute auf mich zukommt und wen ich treffe. Ich liebe den Alltag mit Routinen, Auszeiten, Gesprächen beim Mittagessen, Kaffeebesuch und die Abendstunden im Banana House mit unseren Teens, wenn der Regen aufs Dach trommelt. Früher wurden hier Bananen aufbewahrt – daher der Name „Banana House“ (Bananenhaus). Heute ist es unser Jugendraum Vertrauen entsteht, wenn Freude und Sorge geteilt werden FOTOS: PRIVAT

RkJQdWJsaXNoZXIy NjU1MjUy