MISSION weltweit – Ausgaben 2026

MISSION weltweit 2/2026 15 ZUM THEMA MITTLERER OSTEN gerne würde. Ich empfinde dann, dass Gott weit weg ist. Ich fühle mich schuldig, weil ich nicht mehr so viel bete und in der Bibel lese. Doch dann erinnere ich mich an die Worte einer weisen, älteren Freundin: „Was denkst du denn, wer Gott ist? Er ist größer als deine Gebete und Taten. Er weiß doch, in welcher Lebenslage du steckst. Gott entfernt sich nicht von dir, nur weil du gewisse Dinge nicht tust. Er ist immer noch da und liebt dich.“ Auch wie ich mich von Gott im Leben anderer gebrauchen lasse, hat sich verändert. Ich merke, dass ich in meiner Lebenssituation oft anderen nicht so viel geben kann, wie ich gerne würde. Mit vier kleinen Kindern sind Zeit und Kraft begrenzt, Geduld oft auch. Ich versuche trotzdem, treu Menschen einzuladen, Beziehungen zu pflegen und Nachbarn und Freunde zu besuchen. Dabei will ich echt sein. Die Leute dürfen unser Chaos und unsere Freude sehen. Ich freue mich an den Kindern und daran, ihnen meine Liebe zu Gott und zu anderen Menschen weitergeben zu können. Auch sie können Segen für andere sein. Kaffeemomente in jeder Phase Obwohl ich mich oft in meinem Chaos gefangen fühle und mir manchmal wünsche, mehr Abenteuer mit Gott zu erleben, habe ich doch auch immer wieder „Kaffeemomente“, die mich auffüllen – so wie der Cappuccino meines Mannes. Zum Beispiel, wenn ich spüre, dass Gott trotz der Faxen meines Zweijährigen im Gottesdienst durch ein Lied spricht, oder wenn ich eine Möglichkeit habe, mit Menschen über den Glauben ins Gespräch zu kommen. In meinen vergangenen sechs Chaosjahren in der arabischen Welt durfte ich lernen, dass das Leben aus unterschiedlichen Phasen besteht. Jede Lebenssituation hat ihre Prioritäten und das ist okay so. Egal wie viel ich für Gott und andere Menschen geben kann – er ist immer der Gleiche und er liebt mich. Meine Aufgabe ist es, ihm treu zu sein, das Beste aus jeder Phase zu machen und mein Leben mit den Menschen um mich herum zu teilen – manchmal das Chaos, manchmal eine Tasse Kaf fee. Die Autorin lebt und arbeitet mit ihrer Familie in der arabischen Welt. Mit vier kleinen Kindern sind Zeit und Kraft begrenzt, Geduld oft auch. FUNDSTÜCK „Gott will unser Leben – nicht für romantische Stunden, sondern für das alltägliche Gewöhnliche.“ OSWALD CHAMBERS

RkJQdWJsaXNoZXIy NjU1MjUy