MISSION weltweit 2/2026 FRANKREICH 13 ZUM THEMA Vor Übelkeit konnte ich keine saubere Wäsche mehr riechen, musste vor Hunger weinen, konnte nichts mehr tragen und war vor Müdigkeit kaum arbeitsfähig. Wie gut und wohltuend ist es, die biblische Weisheit zu leben: „Entsprechend gilt für euch Männer: Zeigt euch im Zusammenleben mit euren Frauen verständnisvoll und nehmt auf ihre von Natur aus schwächere Konstitution Rücksicht“ (1. Petrus 3,7). Wenn ich als Frau lerne, demütig meine Schwachheit zuzugeben, und mein Mann lernt, mich in meinen Stimmungsschwankungen zu lieben (was er sehr gut gemeistert hat), dann ist doch alles gut! Vertrauen Wenn man sich über die Schwangerschaft informiert, gibt es viele Dinge, die Frauen Angst machen können. Die Geburt, das Muttersein, die Verantwortung, die Gesundheit … Mich packte die Angst erst nach der Geburt so richtig. Plötzlich kam mir der Gedanke: „Was, wenn mein Baby stirbt?“ Bei der Geburtsvorbereitung lautet ein immer wiederkehrender Tipp: Vertraue! Lass los, entspann dich! Doch dem eigenen Körper und sich selbst zu vertrauen, funktioniert nicht, wenn ich oder mein Körper versagen. Wie soll ich vertrauen, wenn ich nicht weiß, wem? Wie froh bin ich auch hier, Gott zu kennen! Ihm muss ich vertrauen, denn er versagt nicht. Er verspricht mir nicht, dass alles glatt läuft, auch nicht, dass mein Baby gesund bleibt oder ich alles überlebe. Aber er hat versprochen, bei mir zu sein. Mein Leben in seiner Hand zu halten. Mich zu kennen und zu lieben. Mir ewiges Leben in seinem Reich zu schenken. Das Vertrauen in ihn, der seine Versprechen hält, muss alle Ängste und Sorgen vertreiben. Wenn doch alles ganz anders kommt Ein Letztes noch zum Schluss: das liebe Planen. Ich hatte mich darauf vorbereitet, dass die Geburt und die ersten Wochen mit Baby nicht planbar sind. Aber dass es so anders kommen kann, hätte ich nicht gedacht! Sieben Wochen vor dem Geburtstermin wurden bei dem Kleinen verlangsamte Herztöne entdeckt. Ich dachte morgens noch, alles sei normal, abends wurde ich schon in ein größeres Krankenhaus verlegt. Vier Tage später wurde unser Noah per Kaiserschnitt geboren. Drei Wochen musste er im Krankenhaus bleiben und kam dann schließlich als noch winziges Baby nach Hause. Flavien und ich erlebten wieder, dass so wenig von uns abhängt. Wir können noch so viel planen, wir müssen doch sagen: „So Gott will.“ Heute ist Noah ein fittes Kerlchen. Ich bin Gott so dankbar, dass er uns dieses Familienleben schenkt – und nun viele weitere Lebensthemen prägt! Debora Fiangoa Debora und Flavien Fiangoa leben im Nordwesten Frankreichs. Debora ist gelernte Ergotherapeutin und absolvierte die theologische Ausbildung an der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) in Bad Liebenzell. Nach ihrem Engagement in einer Gemeindegründung in Lyon und der überregionalen Jugendarbeit begleitet sie nun impactler im Frankreich-Einsatz. Flavien arbeitet als Kinderarzt. Die beiden haben einen Sohn. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/fiangoa FOTOS: FLAVIEN UND DEBORA FIANGOA Noah mit drei Monaten Vater und Sohn Am Tag des Kaiserschnitts kamen Deboras Schwestern und ihre Mutter zu Besuch
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