ZUM THEMA PAPUA-NEUGUINEA 10 FOTOS: JAMIN MASQUIREN Seit Anfang Dezember sind wir als Familie wieder in Papua-Neuguinea – ein Land, das unser Herz gefesselt hat und das wir Zuhause nennen. Hier beten wir täglich neu, dass Wasser fließt. Auch der Strom ist unzuverlässig: manchmal da, manchmal nicht. Vorhin habe ich geschaut, ob wohl nun Wasser kommt, damit ich meine riesigen Wäscheberge endlich beseitigen kann. Bei einer nun 8-köpfigen Familie in tropischem Klima gibt es täglich eine volle Waschmaschine. Deshalb bin ich dankbar, wenn ich meinen Haushalt erledigen kann – inklusive täglicher Wäsche. Leider kam auch diesmal kein Wasser. „Vielleicht ja später“, dachte ich. Ich nehme Wasser nie als selbstverständlich, denn dann ist jeder einzelne Tropfen ein Geschenk. So denke ich in vielen Bereichen meines Lebens. Gott am Brunnen begegnen Als ich kein Wasser fließen sah, spürte ich, wie mir der Herr nahe war. Ich sah innerlich einen Brunnen und erinnerte mich an die Geschichte aus der Bibel, in der Jesus der Samariterin von dem lebendigen Wasser geben wollte (Johannes 4,1–45). Was ist das lebendige Wasser, das Jesus meint? Ein Wasser, das einen nicht mehr dürsten lässt. Oh ja, dieses lebendige Wasser spürte auch ich in diesem Moment. Nichts ist mir wertvoller als solche Momente, in denen ich die Nähe meines himmlischen Vaters spüre und durchdrungen werde von seiner Liebe. Als ich nach kurzem Innehalten an den Lichtschalter dachte, musste ich schmunzeln. Sagt Jesus nicht: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12)? Und: „Ihr seid das Licht, das die Welt erhellt“ (Matthäus 5,14)? Nein, es ist nicht immer angenehm, im Alltag auf das lebenswichtige Wasser zu hoffen oder im Dunkeln auf das Licht zu warten. Aber in diesem Moment spürte ich eine unglaubliche Dankbarkeit. Nicht das natürliche Wasser hält mich lebendig, sondern Gottes lebendiges Wasser. Es lässt mich nicht nur überleben, sondern erfüllt mich immer wieder mehr als genug. Jesus als meine Lebensquelle bedeutet nicht nur, dass ich mich erfrischen lassen kann, sondern er ist die Quelle für ein Leben, das überfließt. Wenn das Licht der Welt in mir wohnt, wie sehr kann es mein Umfeld erhellen, wenn ich dieses Licht scheinen lasse. Lass uns stets auf den Herrn schauen, denn aus ihm fließt echtes, erfrischendes, lebendiges Was- ser. Je näher wir ihm sind, desto mehr werden wir für die Menschen in unserem Umfeld scheinen. Naëma Masquiren Jamin und Naëma Masquiren sind von der Liebenzeller Mission Schweiz ausgesandt. Seit Mai 2021 verstärken sie die Missionsarbeit in Papua-Neuguinea. Dabei arbeiten sie bei „Shape Life“ mit, einem sozialmissionarischen Projekt für Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten der Hauptstadt Port Moresby. Die beiden haben sechs Kinder. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/masquiren Lebendiges Wasser im Alltag finden Stell dir vor, du drehst den Wasserhahn auf und es kommt kein Wasser. Du drückst auf den Lichtschalter, aber das Licht geht nicht an. Kommt dann Frust auf? Oder nimmst du es einfach hin? Was aber, wenn dich solch ein Moment zu einer Gottesbegegnung führt?
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