MISSION weltweit – Ausgaben 2026

MISSION weltweit 2/2026 5 ZUM THEMA SPANIEN unsere Beziehung festzumachen.“ Jetzt arbeitet Paco nicht mehr auf dem Markt und ich kaufe bei einer anderen Marktfrau ein. Auch sie freut sich, wenn ich komme. Ich verabschiede mich oft mit den Worten „Gott segne dich“ – was in Spanien weniger üblich ist. In Südamerika ist dies gängiger. So wunderte es mich erstmal nicht, als Alberto aus Kolumbien, den die Marktfrau als Helfer angestellt hatte, ein „Gott segne dich“ erwiderte. Umso überraschter war ich, als er am Sonntag drauf im Gottesdienst erschien und mich freudig begrüßte. Er habe von seiner Chefin erfahren, dass wir hier in einer evangelischen Gemeinde arbeiten. Einfach da sein. Präsent, nicht hinter Handy oder Kopfhörern versteckt, nicht anonym oder kurz angebunden. Dann überrascht uns Gott mit Menschen und Beziehungen. Was aus Spielplatz-Freundschaften entstehen kann Eine dieser Beziehungen liegt mir besonders am Herzen. Vor neun Jahren stand ich morgens um elf neben einer Mutter von Zwillingen auf dem Spielplatz und ermunterte die zweijährige Madita zu rutschen. Es ist eine Ausnahme, vormittags Müttern auf dem Spielplatz zu begegnen. Meistens sieht man Omas mit Kindern unter zwei Jahren. „Geht deine Kleine nicht in den Kindergarten?“, fragte Andrea* mich, während sie einen ihrer Zwillinge in die Schaukel setzte. „Nein, ich möchte sie erst mit drei Jahren schicken“, sagte ich und erwartete den typischen kritischen Blick von der Seite, an den ich mittlerweile gewohnt war. „Ich bin auch nicht so verrückt, meine zwei jetzt schon abzugeben!“, erwiderte jedoch Andrea zu meiner Überraschung. Und damit begann unsere Freundschaft. Seit nun über acht Jahren treffen wir uns mindestens einmal im Monat zum Kaffee. Letztes Jahr zu Ostern lud ich sie zu unserer Osterausstellung ein. Sie wusste über meine persönliche Beziehung mit Jesus, hatte aber nie weiter nachgefragt, wenn ich darauf zu sprechen kam. Ich wollte ihr anhand der Ausstellung vermitteln, was Jesus und sein Tod am Kreuz auch mit ihr zu tun haben. Doch zum Besuch der Ausstellung kam es nicht, denn ihre Oma starb in der Zeit. Einige Monate später erzählte sie mir beim Kaffee: „Du, ich habe mir eine Bibel gekauft. Ich dachte, ich kann die mal lesen, aber ich wusste gar nicht, dass das so kompliziert ist!“ Voller Freude erklärte ich ihr, wo sie am besten anfangen soll. Seither besucht sie regelmäßig den Gottesdienst und möchte sich im Sommer taufen lassen. Wir treffen uns immer noch zum Kaffee, doch nun haben wir einen gemeinsamen Freund und Retter. Und wenn wir zusammen sind, vergeht die Zeit wie im Flug. Wir sind dann einfach da. Rosita Suchalla Präsent, nicht hinter Handy oder Kopfhörern versteckt, nicht anonym oder kurz angebunden. Dann überrascht uns Gott mit Menschen und Beziehungen. Der Markttag bietet gute Gelegenheiten, mit Menschen ins Gespräch zu kommen Pacos und Rosamaris (rechts und vorne) Schicksal hat die Freundschaft mit Familie Suchalla vertieft FOTO: MARTIN HAUG FOTO: PRIVAT

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