ZUM THEMA DEUTSCHLAND 14 So geht es am Freitagmorgen im Sprachcafé zu. Hier lernen Frauen aus verschiedensten Kulturen Deutsch, indem wir uns in lockerer Atmosphäre miteinander unterhalten. Wir befinden uns mitten in einem „Begegnungsraum“. Wir Menschen sehnen uns nach echter Begegnung mit anderen. Egal, wie unterschiedlich unsere Kulturen und Werte, unser Gottesbild und unsere Essensgewohnheiten sind: Wir alle wollen Verbundenheit mit Mitmenschen erfahren. Interaktionen, in denen wir uns als Gegenüber des anderen erleben, als einen Menschen, der wertvoll ist und etwas beizutragen hat, sind für uns von großer Bedeutung. Wir brauchen Orte, an denen dies geschieht. Ein Begegnungsraum ist genau das: ein Ort, an dem sich Menschen begegnen, die sich sonst nicht automatisch treffen würden, und in bedeutsame Interaktion treten. Aus einsam wird gemeinsam Wir bei der Lifepoint Church* wollen genau solche Räume schaffen – zwischen Menschen verschiedener Kulturen und zwischen Gott und Menschen. Das Sprachcafé ist nur ein Beispiel, wie das gelingen kann. Manche Frauen haben fast keinen Kontakt zu anderen Deutschen oder generell zu Menschen in ihrer Umgebung. Geflüchtete, die wenig Deutsch sprechen, sind oft einsam. Sie freuen sich so sehr über das Sprachcafé, weil sie hier wahrgenommen werden, weil wir viel zusammen lachen und an den Problemen der anderen Anteil nehmen. Sie erleben Gemeinschaft und Verbundenheit. Jesus hat uns vorgelebt, wie Begegnungsräume aussehen können. Ob am Abendessenstisch mit einer bunten Gruppe von Jüngern – die sich so nie freiwillig getroffen hätten – oder im Gespräch mit einer Fremden am Brunnen: Er liebte seinen Nächsten und gerade die, die es in der Gesellschaft schwer hatten – wie heutzutage viele Geflüchtete in unserem Land. Er lädt uns ein, ganz unkompliziert solche Begegnungsräume zu schaffen: etwa durch ein gemeinsames Essen, einen Besuch im Flüchtlingsheim oder ein einfaches „Hallo, wie geht’s dir?“ Vielleicht kann genau da, wo du bist, ein neuer Begegnungsraum entstehen. Nadine Betz Nadine Betz wuchs als Missionarskind in Chuuk (Mikronesien) auf. Nach einem zweijährigen Einsatz auf der „Logos Hope“, einem Schiff von Operation Mobilisation, studierte sie Theologie, Sozialraum und Innovation am Theologischen Studienzentrum Berlin. Seit Sommer 2025 engagiert sich Nadine in der internationalen Gemeindegründungsarbeit der Lifepoint Church in Stuttgart. Rundbriefe und mehr: www.liebenzell.org/betz Wir alle wollen Verbundenheit mit Mitmenschen erfahren. Ein Raum für echte Begegnung Lächelnd schaue ich über meinen Cappuccino hinweg in die Runde. Zwölf Frauen sitzen mit mir im Gemeinderaum und unterschiedlicher könnten wir alle nicht sein. Die Brasilianerin mit kurzer Hose und farbenfrohem T-Shirt beantwortet gerade leidenschaftlich und mit großen Gesten eine Frage. Die vollverschleierte Muslima aus der Türkei neben ihr versucht, ihr mit den Deutschkenntnissen zu folgen, die sie eben mitbringt. FOTO: DASHA11 ÜBER ENVATO ELEMENTS *Info siehe S. 7.
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