Was ist ein MK?
MKs werden sie im angelsächsischen Sprachraum genannt: Missionary kids –Missionarskinder. Dieser Begriff hat etwas exotisches an sich. Aber Missionarskinder sind ganz gewöhnliche Kinder, obwohl sie uns oft in Missionsvorträgen als Superkids vorkommen: Sie sprechen zwei bis drei Sprachen, kennen sich in fremden Kulturen aus, fliegen durch die ganze Welt und sind von Geburt an zu Missionaren berufen. Aber wer sind die Missionarskinder wirklich?
Oft stehen sie zwischen zwei Kulturen. Sie haben in beiden Kulturen gelebt: der Kultur des Missionslandes und der Kultur des Heimatlandes ihrer Eltern. Aber wo gehören sie hin? „Ich bin beides: Ich habe zwei Pässe, spreche zwei Sprachen, habe in beiden Sprachen Probleme, kenne beide Kulturen und in keine passe ich hundertprozentig hinein. Meine Freunde sind da, wo ich gerade bin.“ Identitätsfindung zwischen den Kulturen, das ist die Herausforderung, der ein Missionarskind gegenüber steht. Und dieser Prozess dauert an. Mindestens so lange, wie es immer wieder zwischen den Kulturen hin und her wechselt – Missionsterm und Heimataufenthalt, Missionsterm und Heimataufenthalt …
Wer mit 18 aufgehört hat, die Umzüge in seinem Leben zu zählen, der wird Probleme haben, mit „Heimat“ etwas beständiges zu verbinden. Ist Heimat der Geburtsort, die Stadt, in der die besten Freunde wohnen, in der die Verwandtschaft wohnt, in der die Eltern arbeiten, in der man gerade gemeldet ist … ?
Missionarskinder brauchen wie jedes andere Kind auch – Antworten auf diese Fragen. Und diese Antworten zu finden ist nicht leicht.
Warum führe ich die Situation der Missionarskinder so ausführlich aus? Weil es auch in der Verantwortung der aussendenden Gemeinde liegt, Missionarskinder nicht aus den Augen zu verlieren. Sie sind nicht ein familiäres Anhängsel der ausgesandten Missionare. Sie sind Kinder, Teenager und Jugendliche der aussendenden Gemeinde. Sie gehören wie alle anderen Kinder der Gemeindeglieder zur Gemeinde und stehen in ihrem Verantwortungsbereich – genauso wie die Missionarseltern.
Wie können Gemeinden Missionarskindern dienen, ihnen helfen, sie unterstützen, sich um sie kümmern?
Hier einige Vorschläge:
Werden Sie Paten der Missionarskinder. Schreiben Sie ihnen, auch wenn sie noch ganz klein sind. Erzählen Sie ihnen vom Leben in Deutschland und lassen Sie sie an ihrem Familienleben teilnehmen. Bauen Sie Beziehungen auf. So können Sie dann bei einem Heimataufenthalt zu Mentoren und Freunden werden. Wenn Sie über eine lange Zeit Beziehungen zu den Missionarskindern ihrer ausgesandten Missionarsfamilien aufbauen, können Sie den Missionarskinder helfen, Ausbildungs- und Studienplätze, Wohnungen und Gemeindekontakte zu finden. Vielleicht können Sie ihnen ein stückweit eine Familie sein, wenn die Eltern noch im Missionsland sind und die Missionarskinder zu Ausbildung oder Studium alleine im Heimatland ihrer Eltern sind.
