Gemeindegründende Arbeit in Russland
Die Religionsfreiheit in Russland wurde während des kommunistischen Regimes durch die kommunistische Partei eingeschränkt. Der Staat wollte, dass alle religiösen Zusammenkünfte gemeldet werden sollten. Dies führte zu einer Spaltung innerhalb der christlichen Gemeinden. Es treffen sich auch heute noch Gemeinden im Verborgenen, weil sie dem Staat nicht trauen. Die sowjetische Regierung sah in den geheimen Zusammenkünften staatsfeindliche Bewegungen. Die Unterweisung der Kinder im Glauben an Jesus Christus war streng verboten.
1988, anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Einführung des Christentums, begann die Lockerung der Unterdrückung: Zu den wichtigsten Veränderungen gehörte die Abkehr vom offiziellen Atheismus. Die Geheimdienstabteilung, die alle Kirchen und religiösen Gemeinschaften kontrolliert hatte, wurde aufgelöst. Nach anfänglichem Aufschwung stagnierte der Zustrom zur orthodoxen Kirche. Die Priester waren nicht in der Lage, die Lebensfragen der Ratsuchenden zu beantworten. Russland bleibt nach Auffassung Moskauer Soziologen ein gottloses Land in der christlichen Welt. Weit verbreitet ist der Glaube an die Seelenwanderung, an übernatürliche Kräfte sowie an außerirdische Wesen und die Macht der Sterne. Die orthodoxe Kirche und der Islam sehen sich als traditionell an und bekämpfen ausländische Missionsaktivitäten.
Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 2001 in Russland. Ein Zentrum der Missionsarbeit ist die Millionenstadt Jekaterinburg. In der drittgrößten Stadt Russland, einer Stadt mit sehr hoher Kriminalität, wurde eine evangelische Gemeinde gegründet, die rasch wächst. Ein besonderes Augenmerk der Missionare gilt Kindern, auch solchen, die auf der Straße leben müssen. Ein weiterer Einsatzort ist Tscheljabinsk im südlichen Ural. Die Liebenzeller Mission arbeitet eng mit der "Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Fernen Osten" zusammen. Ziel ist, dass die Menschen in Russland die befreiende Kraft des Evangeliums persönlich erleben.

