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Niger

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Bettina Heckh

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Die Liebenzeller Mission in Niger: Zwei Kaiserschnitte täglich

Land und Leute
Das westafrikanische Land ist dreieinhalbmal so groß wie Deutschland. 80 Prozent der Fläche sind Wüste. Die rund 17 Millionen Einwohner leben vorwiegend in der Sahelzone im Süden. 98 Prozent sind Muslime, daneben gibt es Stammes- und Naturreligionen sowie eine kleine christliche Minderheit.

Niger war französische Kolonie und ist seit 1960 unabhängig. Seither gab es in der säkularen Republik mehrere Umstürze, die aber relativ friedlich verlaufen sind. Wie andere Nachbarstaaten auch, geht das vom Volksislam geprägte Land gegen die Boko-Haram-Terroristen aus dem Nachbarland Nigeria vor.

Schwierige Lebensbedingungen
Die meisten Nigrer leben vom Ackerbau und der Viehzucht und sind damit stark vom Regen abhängig. Es kann so heiß sein, dass der seltene Niederschlag verdampft. Industrie gibt es kaum. Niger ist eines der ärmsten Länder der Erde und belegt im weltweiten Vergleich einen der letzten Plätze in Sachen Lebenserwartung, Pro-Kopf-Einkommen und medizinische Versorgung.

Traurige Spitzenplätze nimmt es bei der Mütter- und Säuglingssterblichkeit, der Zahl der Analphabeten und der Kinderheiraten ein. Ein Drittel der Mädchen ist schon vor dem 15. Lebensjahr verheiratet. Eine nigrische Frau bringt im Durchschnitt 7,6 Kinder zur Welt, und eine von 16 Frauen stirbt an den Folgen einer Schwangerschaft.

Als Missionsärztin in Niger
Seit 2005 ist die Gynäkologin und Allgemeinmedizinerin Dr. Esther Pflaum an der 130-Betten-Klinik in Galmi tätig. Ihre Schwerpunkte sind Geburtshilfe, Gynäkologie und Beratung. Im Durchschnitt führt sie täglich zwei Kaiserschnitte durch, vor allem bei Komplikationen unter der Geburt.

Das 1950 gegründete Missionskrankenhaus ist weit bekannt und hat ein Sprichwort in der Sprache Haussa geprägt: „Sai Galmi“ – dieses Problem kann nur in Galmi gelöst werden. Für viele Patienten gilt das auch heute noch. Die Bettenzahl reicht oft nicht aus, und es muss auf Matratzenlager ausgewichen werden. Mehr als 200 Menschen werden täglich in der Ambulanz behandelt, und in speziellen Programmen wird TB-, Lepra- und HIV-Infizierten geholfen.