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Argentinien

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Rehabilitationszentrum für Suchtkranke in Trevelin / Argentinien

Argentinien, das zweitgrößte Land Südamerikas, erholt sich nur langsam von seiner politischen und wirtschaftlichen Krise.  Soziale Verwahrlosung und der Verlust an Werten haben ihre Spuren in den Leben der Menschen hinterlassen. Die Region um Esquel/Trevelin in der Provinz Chubut ist weitgehend isoliert vom dichter besiedelten Norden Argentiniens. Inzwischen gibt es nur noch einen Industriebetrieb in der 28 000 Einwohner zählenden Stadt.

 

Vor einigen Jahren wurde unter Mitarbeit von Aidlinger Schwestern der christliche Verein „Centro Cristiano" gegründet. Ziel war es, kirchenübergreifend Einfluss zu nehmen auf die soziale und geistliche Not in der Region. Die Aidlinger Schwestern begannen mit einer Straßenkinderarbeit, aus der ein ganzheitlicher sozial-missionarischer Arbeitsbereich erwuchs. Neben anderen Zweigen gehört heute die Suchtarbeit "El Retorno" („Umkehr") zu den Schwerpunkten des „Centro Cristiano".

 

Viele kaputte Menschen, gestrandete Existenzen und verzweifelte Schicksale begegnen Gerd und Hanna Epting, die seit 2001 in dem Projekt mitarbeiten und das Rehazentrum helfen aufzubauen. Erste Kontakte zu Suchtkranken ergeben sich oft bei Hausbesuchen, bei denen die Missionare zu Gruppen- oder Einzelgesprächen einladen. Sehr oft werden Alkoholabhängige und deren Familienangehörige auch vom Gericht oder Sozialamt an „El Retorno" vermittelt.  

Anfang 2001 konnte ein 2,3 Hektar großes Grundstück mit Wohnhaus erworben werden. Dort wird jetzt eine Wohngemeinschaft für Suchtkranke aufgebaut. Familie Epting schreibt: „Die Erfolgsaussichten eines ambulanten Trainings sind gering. Da die meisten der betreuten suchtkranken Personen kein funktionierendes soziales Umfeld – Familie, Arbeit, Freunde – mehr besitzen, kehren sie jeden Abend wieder in ihr „kaputtes" Umfeld zurück, wo sie dem Druck ihrer Abhängigkeit nicht gewachsen sind und rückfällig werden. Deshalb brauchen wir ein stationäres Zentrum, damit die Männer und Frauen durch das Eingebundensein in eine Gruppe und durch feste Tagesstrukturen lernen, ihr Leben mit neuen Inhalten zu füllen." Die Umbaumaßnahmen für das Wohnheim konnten inzwischen abgeschlossen werden. Zusätzlich zur ambulanten Therapie stehen nun bis zu 12 stationäre Therapieplätze zur Verfügung. Das Zentrum möchte seine Hilfe gerade jenen Suchtkranken anbieten, die durch das soziale Netz fallen und keinerlei staatliche Hilfe für eine Therapie bekommen.

Nach langem Suchen und Beten konnte eine einheimische Psychologin gefunden werden, die seit Mitte 2006 in dem Projekt mitarbeitet.

Für die Suchtarbeit stellt die Liebenzeller Mission in diesem Jahr 40.000 Euro bereit. 

 

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