Suchthilfearbeit in Argentinien
Täglich nimmt die Armut im zweitgrößten Land Südamerikas zu. Statistiken zeigen, dass bereits knapp die Hälfte der 36 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze lebt. Alle sind von dieser politischen, wirtschaftlichen und auch sozialen Krise irgendwie betroffen. Besonders schwer trifft es die Schwachen der Gesellschaft: Kinder, Arbeitslose, Kranke.
Die Region um Esquel, in der Provinz Chubut – 2 000 km südlich von Buenos Aires, gehört zu den wirtschaftlich verarmten Gebieten des Landes. Nur ein Industriebetrieb bietet Verdienstmöglichkeiten in einer Stadt von etwa 28 000 Menschen. Viele Erwachsene versuchen, die Frustration im Alkohol zu ertränken, ein großer Teil der Kinder lebt auf der Straße und wird kriminell oder prostituiert sich.
1991 haben Aidlinger Schwestern begonnen, Straßenkinder aufzunehmen. Aus ihrer Arbeit entstand ein Rehabilitationszentrum, das auf der Basis der Evangelischen Allianz betrieben wird. Es umfasst eine Projektgruppe für Straßenkinder (Hausaufgabenbetreuung, Körperhygiene, usw.) sowie eine Wohngruppe für gefährdete bzw. missbrauchte Mädchen. Unter anderem existiert eine Begegnungsgruppe für Suchtkranke, vorwiegend Alkoholiker.
Für einige von ihnen ist das Zentrum die buchstäbliche letzte Rettung: Viele kaputte Menschen, gestrandete Existenzen und verzweifelte Schicksale begegnen unseren Mitarbeitern, die seit 2001 unter Suchtkranken in Esquel, Argentinien arbeiten.
Einen großen Teil der Arbeit nehmen die Familienangehörigen ein. Meistens sind es Frauen von Alkoholikern, die Hilfe suchen und in der Begegnungsgruppe auftauchen. Aber auch Geschwister und Kinder von Suchtkranken kommen teilen ihre inneren Verletzungen, ihre Wut und vor allem ihr Hilflosigkeit im Zusammenleben mit ihren suchtkranken Angehörigen. In den Gruppenstunden versuchen die Missionare zu vermitteln, dass die Alkoholkrankheit nicht nur im suchtkranken Teil der Familie Spuren hinterlässt, sondern in jedem Familienmitglied. Bei offenen Informationsabenden werden Grundinformationen über Alkoholsucht gegeben. zusätzlich berichten selbst Betroffene von ihren Erfahrungen.

