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Freitag 07. Dezember 2018 - 08:59

„Wenn Gott mir nicht das Wichtigste genommen hätte, wäre ich nicht mehr Christ“

Wenn Gott Lebenspläne durchkreuzt und einem das Wichtigste und Liebste nimmt – was dann? Mache verbittern und wenden sich enttäuscht von Gott und dem christlichen Glauben ab. „Wenn Gott bei mir mit 13 Jahren nicht so große Knieprobleme zugelassen hätte, dass ich das für mich Wichtigste – das Fußballspielen – aufgeben musste, wäre ich nicht mehr Christ.“ Das sagt die 23-jährige Eileen Lambert, die in Bad Liebenzell an der Interkulturellen Theologischen Akademie studierte und neben dem Schreiben ihrer Bachelorarbeit zurzeit bei der Jüngerschaftsschule der Liebenzeller Mission arbeitet.
 
Eileen wuchs mit drei älteren Geschwistern in einer gläubigen Familie in Bassum auf, das rund zwanzig Kilometer südlich von Bremen liegt. Sie gehörten der Freien evangelischen Gemeinde im nahegelegenen Syke an. Nach ihrem Abitur besuchte Eileen ein Jahr lang im südafrikanischen Pretoria die Jüngerschaftsschule von Operation Mobilisation (OM), eine internationale christliche Hilfsorganisation und Missionsgesellschaft. „Diese Zeit war für mich lebensverändernd, ich lernte erst dort Jesus Christus so richtig kennen“, blickt Eileen zurück. Dabei engagierte sie sich auch in einem Sportprojekt mit aidskranken Kindern und Drogenabhängigen. Danach arbeitete sie für OM für drei Monate in Südostasien: Sie war in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, erteilte Englischunterricht an Schulen und strich Zimmer. „Dort habe ich auch regelrecht von Gott einen Ruf in die Missionsarbeit im Ausland erhalten.“ Eileen lernte in Südafrika einen Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell kennen und wollte ursprünglich auch Theologie und Soziale Arbeit studieren. Sie entschied sich aber dann für die Interkulturelle Theologische Akademie, ebenfalls in Bad Liebenzell, da sie stärker von Anfang an auf die weltweite Mission ausgerichtet ist. So absolvieren die Studenten unter anderem auch ein Praktikum im kanadischen Toronto, in der sie das Zusammenleben von verschiedenen Kulturen kennenlernen.
 

Eine Norddeutsche lernt die Maultauschen kennen

 
Bad Liebenzell war für sie dann schon „kulturell anders“: Sie kannte die Liebenzeller Mission absolut nicht: „Ich wusste nicht einmal, wie der Direktor heißt, als ich mit meinem Studium anfing.“ Und: „Ich hatte bis dahin noch nie Maultauschen gegessen – und nun gab es diese gefühlt jede Woche einmal in der Kantine“, erzählt sie lachend. Auch an die besondere schwäbische Grammatik musste sie sich gewöhnen. Ebenso war sie die indirekte Art der Kritik bislang nicht so gewohnt: „Wir Norddeutsche sind hier viel direkter, gelten von daher auch aber als kühler.“ An den Schwaben schätzt sie die herzliche Gastfreundschaft: „Man sagt ihnen nach, dass sie geizig seien. Das gilt aber beim Umgang mit Gästen absolut nicht.“
 

Gott als liebenden Vater kennenlernen

 
Eileen ist nun ausgebildete Gemeindehelferin. In ihrer Bachelorarbeit, die sie momentan schreibt, will sie den Malawi-Einsatz der Jüngerschaftsschule auswerten, den sie leiten wird. Die „Firemountain Training School (FTS)“ der Liebenzeller Mission besuchen zurzeit für ein halbes Jahr elf Jugendliche im Alter von 18 bis 20 Jahren, um ihren Horizonte zu erweitern, Jesus nachzufolgen und den Charakter zu formen. Dabei leben sie in einer großen Wohngemeinschaft, erhalten inspirierende Impulse und arbeiten bei sozialen und missionarischen Projekten mit. So ist Eileen bei missionarischen Einsätzen dabei und als Mentorin tätig. Besonders Freude macht ihr das „Serve“ (Dienen)-Programm. Dabei helfen die Jugendlichen pro Woche für zwei Stunden in Familien und Betrieben mit. Eileen wünscht sich, dass die Teilnehmer die Jüngerschaftsschule genauso gewinnbringend und lebensverändernd erleben wie sie ihre Zeit in Pretoria. Besonders am Herzen liegt Eileen, dass die Jugendlichen Gott als liebenden Vater kennenlernen. Das sei umso wichtiger, da viele Jugendliche in Deutschland schlechte Erfahrungen machten oder ohne Vater aufwuchsen, so ihr Eindruck: „Sie haben von daher verständlicherweise kein positives Vaterbild.“ Ebenso will sie den Jugendlichen für die Mission begeistern. Eileen selbst plant, mit ihrem Verlobten, der ebenfalls in Bad Liebenzell studiert, nach ihrer Hochzeit im kommenden Jahr dann als Missionare im Ausland zu arbeiten.
 

Bewusste Entscheidung, Gott zu vertrauen

 
Ein großer Einschnitt bedeutete für Eileen, dass sie mit 13 aufhören musste, Fußball zu spielen. Sie übte diesen Sport bereits mit drei Jahren begeistert aus. „Neben meiner Jungs-Mannschaft spielte ich auch in verschiedenen Auswahlmannschaften und war auf dem besten Weg in die Nationalelf.“ Und dann der Schock: Das Knie machte nicht mehr – und sie musste diese Sportart aufgeben. Wie geht man damit um, wenn Gott einem das nimmt, das einem lieb und wichtig ist? „Gott hat mir nichts genommen, er hat etwas zugelassen. Er hat einen guten Plan für mein Leben“. Daran hält sich Eileen fest. „Gleichwohl tut es immer noch sehr weh, nicht mehr so Fußball spielen zu können“, räumt sie ganz offen ein. Sport ist ihr immer noch sehr wichtig, „denn er verbindet Menschen und man kommt mit ihnen dadurch sehr schnell in Kontakt“. Letztlich ist Eileen überzeugt: „Es ist Gnade, wenn man es schafft, an Gott dranzubleiben, wenn Dinge passieren, die man nicht einordnen und das Gute zunächst nicht sehen kann.“ Dabei hilft ihr immer wieder die bewusste Entscheidung, auf Gott zu vertrauen und sich auf sein Wort zu verlassen, dass er alles im Griff hat und er letztlich alles richtig führt: „Ich will daran festhalten, dass Gott es gut mit mir meint.“