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Freitag 16. November 2018 - 08:29

René und Elisabeth Bredow: Einsatz am anderen Ende der Welt

PAPUA-NEUGUINEA (PNG) ist das Land ihrer Berufung. Insgesamt 22 Jahre waren René und Elisabeth Bredow dort als Missionare im Einsatz – und das in mehreren Etappen. Denn zwischendurch war René als Missionsreferent in Deutschland und als Dozent in Bangladesch tätig. Jetzt sind sie wieder in Deutschland. Wir haben ihnen einige kurze Fragen gestellt.

Warum seid ihr nach Deutschland zurückgekehrt und habt euren Einsatz in PNG beendet?

Von vornherein war geplant, dass wir nochmals vier Jahre in PNG sind, um dort die Teamleitung zu übernehmen. Wir hatten vereinbart, dass wir mit unserem jüngsten Sohn David nach Deutschland zurückkehren, wenn er die Schule abgeschlossen hat. Nun hat David sein Abitur und wir sind wieder in Deutschland.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Werdet ihr eines Tages nochmals nach PNG gehen?

Bis nächstes Jahr im Sommer sind wir noch im Reisedienst und berichten in Gemeinden über unsere Arbeit in PNG. Was danach kommt ist offen. Vielleicht geht es nochmals in die Mission oder wir übernehmen eine pastorale oder interkulturelle Aufgabe in Deutschland.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Da gibt es natürlich viele, aber eine bewegt uns immer noch sehr. Nambuwei war von 1990 bis 1996 unsere Haushaltshilfe in PNG. Als sie hörte, dass wir im Juni PNG verlassen, kaufte sie sich extra ein Flugticket, um zu uns zu fliegen und uns nochmals zu sehen. Sie meinte, dass es sie sehr geprägt hatte, wie wir als Familie lebten. Sie hätte sehr viel für ihr Leben gelernt. Das hat uns natürlich gefreut. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sie in ihrer Kindheit viel Gewalt erlebt hatte und nun eine selbstbewusste Frau ist.
Eines ihrer Kinder hat sie übrigens René genannt. Für das Rückflugticket in ihre Provinz hatte sie dann kein Geld mehr. Das haben wir dann für sie übernommen.

Was fasziniert euch an PNG?

Vieles. Besonders aber vermutlich, dass du in PNG mit jedem auf der Straße über den Glauben sprechen kannst und selbst auch ständig darauf angesprochen wirst. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Glaube oft als Privatsache gesehen wird, ist er in PNG Teil des öffentlichen Lebens. Außerdem begeistert uns auch die Zeit, die die Leute haben. Und ihre Dankbarkeit. Sie sehen das Gute, das Gott ihnen gibt.

Der Glaube an Geister nimmt viele Menschen in PNG gefangen. Sie leben in täglicher Angst. Wie können sie davon frei werden?

Um nochmals auf Nambuwei zurückzukommen. Sie lebte mit uns auf Station und hatte oft keine Lust auf Gemüse und Obst. Wir sagten ihr dann, dass sie mehr vitaminreiches Obst essen soll, um gesund zu bleiben. Aber erst nachdem sie krank geworden war, ging sie auf unseren Rat ein. Wir freuten uns. Wir sagten zu ihr: „Schön, dass du gemerkt hast, dass dir das Obst gut tut.“ Sie sagte darauf: „Ich esse nur deshalb mehr Obst, damit mich eure Worte nicht mehr verfluchen.“ Sie war also der Meinung, dass ihr Ungehorsam gegenüber unserer „starken Worte“ ihre Krankheit hervorgerufen hätte und wollte vermeiden, dass sie wieder darauf angesprochen wird. Auch als Missionare lernt man natürlich ständig dazu. Aber das ist typisch für PNG: Wenn man unterhalb der christlichen Oberfläche in PNG kratzt, kommt oftmals ein Mix aus Christsein und alten Vorstellungen zu Tage.
Deshalb sind Schulung und Lehre notwendig. Und dann ist das ein Wachstumsprozess. Wichtig ist es, junge Mitarbeiter zu integrieren. Sie sind die Hoffnungsträger für ihr Land. Das ist zum Beispiel unser Ansatz im Projekt „Shape Life“ in Port Moresby. Wenn wir mit den Mitarbeitern Jüngerschaft leben, dann hat das viele positive Auswirkungen.

Was braucht das Land am meisten?

Es ist unser Wunsch, dass die junge Generation für Jesus gewonnen werden kann. Für viele ist Glaube zur Tradition geworden. Oder es ist einfach „Fashion“. Man sieht es zum Beispiel immer wieder, dass Politiker auf Wahlplakaten schreiben „Ich bin wiedergeborener Christ.“ Ob der Glaube dann gelebt wird, ist eine andere Frage.
Außerdem wünschen wir uns, dass es nach wie vor Menschen gibt, die bereit sind, in die Dörfer zu gehen. Die Menschen im tiefen Busch fühlen sich allein gelassen. Alles ballt sich in der Stadt. In den Dörfern fehlt es an Lehrern, Krankenschwestern und auch Pastoren. Vor unserer Rückkehr nach Deutschland hatten wir bewusst mehrere Touren in den Busch gemacht. Wir wollten die Menschen ermutigen und ihnen zeigen: Ihr seid nicht vergessen!