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Freitag 09. November 2018 - 08:29

Als Missionars-Mama in Afrika

Mirjam Berger lebt seit fast zehn Jahren mit ihrem Mann Joachim und ihren drei Kindern in Malawi. Dort leiteten sie das theologisch-handwerkliche Ausbildungszentrum „Chisomo“. Seit Sommer ist das Chisomo-Zentrum in einheimischen Händen. Familie Berger ist nun ein Jahr in Deutschland im Heimataufenthalt, um von ihrer Arbeit in Malawi zu berichten. Wir haben Mirjam ein paar Fragen gestellt über ihr Leben in Afrika.

Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen? Beschreibe für uns bitte einen typischen Arbeitstag.

Um 5:15 Uhr stehen wir auf und machen gemeinsam Stille Zeit. Um 6 Uhr wecken wir die Kinder, richten uns und frühstücken. Danach geht’s für die Kids in Schule und Kindergarten und für Joachim zur Andacht für die Mitarbeiter. Da gehe ich meistens mit. Kaum bin ich zurück am Haus, kommen dann auch schon die ersten Menschen bei mir vorbei und bitten um Hilfe. Vor allem Kranke kommen, um Wunden zu versorgen oder mit der Bitte, sie ins Krankenhaus zu bringen. Nachbarn wollen Obst und Gemüse verkaufen. Danach habe ich Zeit für den Haushalt. Die Zeit zwischen 8 und 10 Uhr muss ich gut nutzen, denn das sind die einzigen zwei Stunden am Tag, wo wir Strom haben. Das nutze ich z. B. zum Waschen, Bügeln oder auch um einige Büro-Arbeiten zu erledigen.
Nach dem Mittagessen bleibt Zeit für die Kinder oder um Besuche zu machen. Mittwochs ist Frauenkreis und am Freitag ist Kids Club. Es ist also immer was los.
Um 17 Uhr geht’s für die Kinder in die Badewanne und nach dem Abendessen dann ins Bett. Wir gehen meisten auch schon um 21 Uhr ins Bett, schließlich stehen wir ja auch früh auf.

Wie sieht es mit Emanzipation in Malawi aus: Kocht da auch mal der Mann und macht die Wäsche oder ist das ein kulturelles „No-Go“?

Wenn die Frau zu Hause ist, macht der Mann nichts. Da sind die Rollen schon klar verteilt. Die Frau ist für Kinder und Haushalt zuständig. Die Aufgabe des Mannes ist es, Geld nach Hause zu bringen.
Es gibt einige wenige Männer, die auch Wäsche waschen. Dann aber nur ihre eigene und nicht die der ganzen Familie.

Hast du eine enge malawische Freundin oder leben deine besten Freundinnen alle in Deutschland?

Ich habe schon Freundinnen und Bekannte in Malawi, aber ein tiefer Austausch ist meistens schwierig. Vieles, was mich bewegt, können sie nicht verstehen. Das Leben im Dorf in Malawi ist so anders im Vergleich zum Leben in Deutschland. Manches braucht aber auch einfach Zeit. In den letzten zwei Jahren sind schon etwas tiefere Beziehungen entstanden.

Als Deutsche im afrikanischen Dorf: Bist du da für viele manchmal „Mama für alles“?

In manchen Dingen schon. Die Menschen beobachten viel und kommen auf einen zu, wenn sie Hilfe benötigen. Aber es ist schon so, dass wir unseren „Status“ im Dorf erarbeiten mussten. Je länger wir im Dorf lebten, desto mehr kamen die Menschen auf uns zu. Besonders seit wir Kinder haben. Denn davor galten wir mehr als „Mädchen und Bub“.

Was vermisst du an Deutschland am meisten?

Familienfeste, Freunde treffen und mich mit ihnen austauschen, Bummeln oder Kaffeetrinken gehen, Frischkäse, deutsches Brot und Döner.

Wie kann man dir eine Freude machen (in Afrika)?

Also man darf mir gerne Päckchen schicken, zum Beispiel mit Haselnüssen, Mandeln, deutscher Schokolade oder anderen Backzutaten. Denn das ist in Malawi schwer zu bekommen.